Wird Uniper verstaatlicht?
Uniper könnte doch mehr Staatshilfen brauchen als geplant. „Aufgrund der gestiegenen Unsicherheiten im operativen Umfeld“ prüfen der Gasimporteur und die Bundesregierung nun „auch alternative Lösungen, unter anderem eine direkte Kapitalerhöhung, die zu einer signifikanten Mehrheitsbeteiligung des Bundes an Uniper führen würde“, hat Uniper in einer Pflichtmitteilung bekanntgegeben. Bislang seien aber keine Entscheidungen getroffen, die über die im Stabilisierungspaket vom Juli getroffenen Vereinbarungen hinausgehen, betont Uniper.
Als der Gaskonzern im Juli ein milliardenschweres Hilfspaket vorstellte, war von einer direkten Beteiligung des Bundes in Höhe von 30 Prozent die Rede. „Seit der Unterzeichnung der Stabilisierungsvereinbarung hat sich die europäische Energiekrise weiter verschärft“, begründet der Konzern die aktuelle Mitteilung.
Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert einen Insider, dem zufolge eine Verstaatlichung die einzig verbliebene Möglichkeit ist. Vergangene Woche hatte Uniper von der KfW die Erhöhung der Kreditlinie um 4 Milliarden Euro bewilligt bekommen. Den Kreditrahmen über 9 Milliarden Euro hatte der Gashändler bereits vollständig ausgeschöpft.
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