Will Hello Fresh in 15 Monaten profitabel machen: CEO Dominik Richter.

HelloFresh

10.10.17
Finanzierungen

Hello Fresh will im zweiten Versuch an die Börse

Hello Fresh will über die Börse bis zu 300 Millionen Euro einsammeln. Den Investoren verspricht die Rocket-Tochter, in 15 Monaten profitabel zu werden.

Der Lebensmittel-Lieferdienst Hello Fresh will im zweiten Anlauf an die Börse und über eine Kapitalerhöhung 250 bis 300 Millionen Euro einsammeln. Das teilte das Portfoliounternehmen der Start-up-Schmiede Rocket Internet am heutigen Dienstag mit.

Die Berliner halten an dem Anbieter von Kochboxen 53 Prozent, nachdem sie sich an der jüngsten Finanzierungsrunde im Dezember nicht beteiligt hatten. Damals wurde Hello Fresh mit rund 2 Milliarden Euro bewertet, Rocket musste seinen Portfoliowert (Last Portfolio Value, LPV) für Hello Fresh um rund 300 Millionen Euro auf rund 1,1 Milliarden Euro senken. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wird Hello Fresh beim jetzigen Börsengang nur noch mit 1,5 Milliarden Euro bewertet.

Die Barkapitalerhöhung soll öffentlich erfolgen und umfasst auch Privatplatzierungen in anderen Ländern. Das lässt vermuten, dass sich in erster Linie neue Investoren und nicht die beiden bestehenden dominierenden Anteilseigner, Rocket Internet und der Vermögensverwalter Baillie-Gifford, an Hello Fresh beteiligen. Hello Fresh ließ ein Anfrage dazu zunächst unbeantwortet.

Rocket Internet Aktie

Rocket Internet Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Hello-Fresh-CEO verspricht Break-Even in 15 Monaten

Hello-Fresh-CEO stellt potentiellen Aktieninvestoren den Break-Even von Hello Fresh in Aussicht. „Wir sind massiv gewachsen und haben das strategische Ziel, innerhalb der nächsten 15 Monate auf Gruppenebene die Gewinnschwelle zu erreichen“, so Dominik Richter in einer Pressemitteilung.

Der Umsatz von Hello Fresh ist nach eigenen Angaben vom ersten Quartal 2014 zum zweiten Quartal 2017 um das 26-Fache auf rund 230 Millionen Euro gestiegen. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stehen aber noch Verluste. Bei einer Ebitda-Marge von minus 7,4 Prozent im zweiten Quartal und 230 Millionen Euro Umsatz entspricht das einem operativen Verlust von rund 17 Millionen Euro. Mittelfristig solle die Ebitda-Marge auf plus 12 bis 15 Prozent wachsen. Wie dies gelingen soll, erklärt Hello Fresh in der Pressemitteilung allerdings nicht.

Rocket Internet brachte auch Delivery Hero an die Börse

Das dürfte allerdings entscheidend dafür sein, dass sich dieses Mal mehr Investoren für Hello Fresh begeistern lassen als noch vor zwei Jahren. Damals musste das Unternehmen seine Börsenpläne begraben. Nun sollen die Banken Berenberg, BNP Paribas, Deutsche Bank, JP Morgan und Morgan Stanley einen neuen Versuch unternehmen.

Rocket Internet hofft nun auf einen ähnlichen Erfolg wie bei dem milliardenschweren IPO des Lieferdienstes Delivery Hero Ende Juni. Damals sollen Rocket Internet für seine Anteile 260 Millionen Euro zugeflossen sein.

Durch den Delivery-IPO und den Verkauf der Beteiligung an dem Online-Kreditvermittler Lendico ist die Kriegskasse von Rocket prall gefüllt. Nach dem ersten Quartal lag die Brutto-Cashposition bei 1,5 Milliarden Euro. Rocket-CFO Peter Kimpel hatte deshalb zuletzt ein Aktienrückkaufprogramm über 100 Millionen Euro angekündigt.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Erfahren Sie mehr über die Berliner Start-up-Schmiede auf unserer FINANCE-Themenseite zu Rocket Internet.