Goldman Sachs präsentierte sich 2018 in den League Tables mit alter Stärke: Im DCM-Geschäft verdrängte die US-Bank die Deutsche Bank von der Spitze.

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23.01.19
Finanzierungen

League Tables 2018: Goldman Sachs ist wieder da

Nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs 2017 in den League Tables Federn lassen musste, hat sie 2018 zu gewohnter Stärke zurückgefunden. Sie übernimmt in gleich zwei Kategorien die Spitzenposition.

Die Investmentgrade-Unternehmen im deutschsprachigen Raum haben am Bondmarkt 2018 neue Rekorde erreicht: Ein Gesamtvolumen von mehr als 178 Milliarden US-Dollar war am Ende zusammengekommen, davon gut 141 Milliarden Dollar allein in Deutschland. Das zeigen Daten des Dienstleisters Dealogic, der die Statistiken zu M&A-Deals mit Zielunternehmen im deutschsprachigen Raum sowie zu Debt Capital Markets, Equity Capital Markets und Syndicated Loans jeden Monat exklusiv für FINANCE aufbereitet.

Profitiert hat von dem Boom im DCM-Geschäft besonders die US-Bank Goldman Sachs: Mit einem begleiteten Dealwert von 12,7 Milliarden Dollar sicherte sie sich den ersten Platz der League Tables. Damit geht es für Goldman Sachs steil bergauf. In den um zurückgezogene Transaktionen bereinigten Statistiken des Vorjahres war die US-Bank gerade noch in die Top Ten gerutscht.

Goldman Sachs verdrängt Deutsche Bank

Der Aufstieg von Goldman Sachs im Bereich Debt Capital Markets verdrängt allerdings die Deutsche Bank von der Spitze: Mit 39 Deals hat die Deutsche Bank zwar mehr Transaktionen begleitet als der Wettbewerber, der auf 22 Transaktionen kommt, das gebündelte Dealvolumen lag mit 10,9 Milliarden Dollar allerdings deutlich darunter.

Das Rennen um den Bronzerang konnte im vierten Quartal ganz knapp noch JP Morgan für sich entscheiden, bis zuletzt lag eine Gruppe von mehreren Banken nahezu gleichauf. Es folgen knapp dahinter Barclays, Citi und der Vorjahreszweite BNP Paribas. Deutlich nach unten ging es in den League Tables für die Société Générale, die sich nach dem Bronzerang im Vorjahr zum Jahresende 2018 mit Rang zehn begnügen muss.

LBBW schafft Sprung in Syndicated Loans League Table

In die League Tables für Syndicated Loans haben es im Jahr 2018 gleich drei deutsche Banken in die Top Ten geschafft. Die Commerzbank verbesserte sich als bestplatziertes deutsches Geldhaus gegenüber dem Vorjahr um einen Platz und sicherte sich mit begleiteten Transaktionen im Gesamtvolumen von 15,9 Milliarden Dollar Rang zwei, hinter dem erfolgreichen Titelverteidiger Unicredit (21,1 Milliarden Dollar). Ganz knapp hinter der Commerzbank landete die BNP Paribas (15,8 Milliarden Dollar).

Die Deutsche Bank schaffte es wie im Vorjahr auf den vierten Rang, sie begleitete Deals im Gesamtvolumen von 9,4 Milliarden Dollar. Mit der LBBW gelang in diesem Jahr auch einer Landesbank der Sprung in die Top Ten. Nach einem 14. Rang im Vorjahr belegt die LBBW mit einem begleiteten Transaktionsvolumen von 7,6 Milliarden Dollar den siebten Platz.

US-Banken dominieren M&A League Tables

Äußerst lebhaft ging es 2018 auch am M&A-Markt zu, wo deutsche Zielunternehmen sehr gefragt waren. Das Transaktionsvolumen von gut 161 Milliarden Dollar mit deutschen Targets war das höchste seit 2008. Prägend dafür waren allerdings zwei Mega-Transaktionen, die noch nicht komplett in trockenen Tüchern sind: Die Übernahme von Innogy durch E.on sowie das Interesse von Vodafone an Unitymedia. Scheitert einer der Deals, könnten sich die M&A League Tables noch einmal deutlich verändern.

Bislang steht allerdings Goldman Sachs mit deutlichem Vorsprung an der Spitze und sichert sich damit in einer weiteren Kategorie den ersten Platz. Bei den prägenden Transaktionen 2018 war die US-Bank dabei – Marktkreisen zufolge soll Goldman Sachs gemeinsam mit der Deutschen Bank Innogy bei der Übernahme durch E.on unterstützen und auch bei der Vodafone/Unitymedia-Transaktion berät Goldman Sachs den Verkäufer Liberty. Insgesamt begleitete die US-Bank Dealogic zufolge im zurückliegenden Jahr 39 Transaktionen, die ein kombiniertes Volumen von 178,2 Milliarden Dollar hatten.

Mit einigem Abstand auf dem zweiten Rang der M&A League Tables folgt die Citi (102,8 Milliarden Dollar). Die Deutsche Bank muss den Wettbewerber JP Morgan (99,9 Milliarden Dollar) im vierten Quartal noch vorbeiziehen lassen und beendet das Jahr auf Rang vier. Die vollständigen Datenblätter für die DACH-Region stehen in unserer FINANCE-Datenbank kostenlos zum Download zur Verfügung.

UBS verteidigt Spitze bei Equity Capital Markets

Der IPO-Markt hat 2018 zumindest in Deutschland die langerhoffte Belebung erfahren. Die Börsengänge von Siemens Healthineers im März sowie von Knorr-Bremse im Oktober erbrachten Milliardenvolumina. Insgesamt erzielten Unternehmen in der DACH-Region über Börsengänge im zurückliegenden Jahr 17,1 Milliarden Dollar, das höchste Volumen seit dem Jahr 2000.

Der UBS ist es gelungen, in den League Tables ihren Spitzenplatz aus dem Jahr 2017 zu verteidigen: Mit 21 begleiteten Transaktionen im Gesamtvolumen von 5,5 Milliarden Dollar sicherte sie sich souverän erneut den ersten Platz vor JP Morgan und der Deutschen Bank, die im Vergleich zum Vorjahr einen Rang abgeben musste.

Deutlich nach unten ging es den Dealogic-Daten zufolge für Citi und Morgan Stanley: Lagen sie Ende 2017 in den League Tables noch auf den Plätzen drei und vier, reichte es 2018 nur für die Plätze acht und neun.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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