Deutsche Forfait steckt in Schwierigkeiten.

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25.08.14
Finanzierungen

BDO verweigert Deutsche Forfait Bilanztestat

Die andauernde Notierung der Deutschen Forfait auf der „schwarzen Liste“ des US-Finanzministeriums bringt das Unternehmen in immer größere Schwierigkeiten. BDO hat der 2013er-Bilanz jetzt das Testat verweigert und zweifelt an der Fortführungsprognose.

 

Die Wirtschaftsprüfer von BDO verweigern dem Unternehmensfinanzierer Deutsche Forfait das Testat für die Bilanz des Geschäftsjahres 2013 und haben ein Versagensvermerk erlassen. Im vergangenen Jahr hatte BDO auch schon dem chinesischen Handtaschenhersteller Powerland ein Versagensvermerk zukommen lassen. BDO zweifelt, „ob die Aufstellung des Jahresabschlusses der Deutschen Forfait unter Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit angemessen ist“.

BDO begründet diesen Schritt damit, dass die Deutsche Forfait noch immer auf der OFAC-Sanktionsliste des US-Finanzministeriums stehe. Die Amerikaner hatten das deutsche Unternehmen Anfang Februar wegen vermeintlicher Verstöße gegen das iranische Öl-Embargo auf die Liste gesetzt. Seitdem sind die US-Konten des Unternehmens eingefroren und alle Geschäfte auf US-Dollar-Basis sowie mit US-Bürgern gesperrt. Auch das Geschäft der Deutschen Forfait mit Euro-Transaktionen scheint schwer gestört zu sein. Das Unternehmen sei aktuell nicht handlungsfähig, räumt der Vorstand in der Mitteilung zum versagten Bilanztestat ein.

Deutsche Forfait in „existenzbedrohender Lage“

Damit scheint klar, dass die Hoffnungen der Deutschen Forfait, eine zeitnahe Streichung von der US-Sanktionsliste zu erreichen, geplatzt sind. Darauf hatte im April noch die Verschiebung der Bilanzvorlage beruht.

Für das Unternehmen, das auch eine Mittelstandsanleihe im Volumen von 30 Millionen Euro ausstehen hat, tickt die Uhr damit immer lauter. Die Ratingagentur Scope schätzt die monatliche Cashburn-Rate auf 1 Million Euro. Ende 2013 hätten sich die kurzfristigen Schulden auf 43 Millionen Euro belaufen, die Bruttofinanzschulden auf 80 Millionen Euro, rechnet Scope vor. Die Bonität der Deutschen Forfait hatte die Ratingagentur Ende März von BB+ auf B- gesenkt und vor rund vier Wochen von B- auf CCC.  Ein längerer Verbleib auf der US-Sanktionsliste könne „existenzbedrohend“ sein, hatte Scope schon im Frühjahr gewarnt.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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