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14.09.15
Finanzierungen

Finanzierungen: Air Berlin, SGL Carbon, TF Bank

Etihad greift Air Berlin bei der Refinanzierung unter die Arme, SGL Carbon platziert eine neue Wandelanleihe und die Angebotsfrist für den IPO der TF Bank hat begonnen. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Etihad hilft Air Berlin bei Refinanzierung

Die kurzfristigen Refinanzierungssorgen der deutschen Fluggesellschaft Air Berlin könnten bald vom Tisch sein. Die Konzernmutter Etihad Airways plant eine 1,3 Milliarden Euro schwere Sammelanleihe, wie aus einem Bericht der Ratingagentur Fitch hervorgeht. Von dieser sollen Air Berlin bis zu 245 Millionen US-Dollar (rund 219 Millionen Euro) zufließen.

Damit wäre die Refinanzierung der Ende des Jahres fälligen Mittelstandsanleihe von Air Berlin mit einem Volumen von 200 Millionen Euro wohl gesichert. Die Fluggesellschaft wollte dazu gegenüber FINANCE allerdings keinen Kommentar abgeben. Laut einem Bericht von Reuters läuft bereits die Roadshow von Etihad bei Investoren.

SGL Carbon platziert neue Wandelanleihe

SGL Carbon hat eine neue Wandelanleihe begeben. Der bis 2020 laufende Bond hat ein Volumen von 167 Millionen Euro, wovon 17 Millionen Euro im Rahmen einer Mehrzuteilung begeben wurden. Der Kupon liegt bei 3,5 Prozent und das Papier ist in bis zu 9 Millionen Aktien wandelbar. Das entspricht etwa 10 Prozent des aktuell ausstehenden Volumens. Die Ankerinvestoren BMW-Erbin Susanne Klatten, BMW und VW haben bis zu 55 Prozent der Wandelanleihe gezeichnet.

Mit den Mitteln soll eine 2009 begebene Wandelanleihe refinanziert werden. Der alte Bond hat ein noch ausstehendes Volumen von 135 Millionen Euro, der Kupon liegt ebenfalls bei 3,5 Prozent. Eine Wandlung in Aktien ist aufgrund der schwachen Kursentwicklung von SGL Carbon unwahrscheinlich.

Börsengang der TF Bank läuft an

Die schwedische TF Bank hat die Angebotsfrist für den kürzlich angekündigten Börsengang gestartet: Vom siebten bis voraussichtlich zum 16. September bietet die Bank rund 10,4 Millionen Stammaktien in einer Preisspanne von 15 bis 19 Euro an. Dabei bestehen diese aus bis zu 3 Millionen neu ausgegebenen Aktien sowie rund 6,6 Millionen bestehenden Aktien von Altaktionären. Darüber hinaus gibt es eine Greenshoe-Option über etwa 725.000 Aktien.

Im Falle einer Platzierung aller Aktien beläuft sich der Bruttoemissionserlös auf 176,8 Millionen Euro. Mit diesem beabsichtigt die Online- und Mobile-Bank das geplante organische Wachstum fortzusetzen und neue Märkte zu erschließen. Die Altaktionäre werden auch nach dem IPO eine Mehrheit an der Bank halten.

JAB begibt Bond über 750 Millionen Euro

Die luxemburgische Investmentfirma JAB Holding, die im Besitz der deutschen Industriellenfamilie Reimann ist, hat eine Anleihe über 750 Millionen Euro platziert. Das Papier wird mit 2,125 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit bis 2022. Als Bookrunner fungierten BNP Paribas, Unicredit, SEB und HSBC.

Weitere Finanzierungen

Daimler hat einen Bond über 500 Millionen Euro begeben. Die Anleihe hat eine Kupon bei Euribor plus 23 Basispunkte und läuft bis 2017. Die Transaktion wurde von Barclays und der Deutschen Bank als Bookrunner begleitet.

BMW hat eine Anleihe in zwei Tranche über 1,5 Milliarden Euro emittiert. Die Tranche über 1 Milliarden Euro wird mit 1,125 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit bis 2021. Die zweite Tranche ist nur halb so groß und läuft bis 2019. Der Kupon liegt hier bei Euribor plus 38 Basispunkte. Der Autokonzern hatte unter anderem die LBBW und ING als Bookrunner beauftragt.

Friedola muss seine Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 13 Millionen Euro restrukturieren. Die am 1. Oktober angesetzte Gläubigerversammlung soll über das Rettungskonzept entscheiden, das der Konzern vorgestellt hat und das derzeit von der Beratungsgesellschaft Roland Berger geprüft wird. Zwei Einschnitte sind geplant: die Laufzeit des Bonds soll um drei Jahre verlängert werden und der Kupon soll für 2016 und 2017 von 7,25 Prozent auf 1 Prozent und für 2018 auf 2 Prozent reduziert werden. Bis zum Ende der Laufzeit 2020 soll dann wieder der ursprüngliche Zinssatz gezahlt werden. Als Ausgleich sollen die Gläubiger eine volle Kompensation etwa in Form einer Ergebnisbeteiligung erhalten.

Die Mercedes-Benz-Bank hat eine ABS-Transaktion mit einem Volumen von 1,1 Milliarden Euro begeben. Es ist die sechste Verbriefungstransaktion mit Automobilkrediten der Bank. Die ABS-Papiere werden von dem Vehikel Silver Arrow begeben, ursprünglicher Darlehensgeber ist die Mercedes-Benz-Bank. Die Platzierung der Schuldverschreibungen übernehmen die Banken HSBC, BNP, LBBW und Unicredit. Bei der Transaktion wurde die Mercedes-Benz Bank von der Kanzlei Hogan Lovells begleitet, unter Federführung von Dietmar Helms.

Der Folienhersteller Klöckner Pentaplast kommt seinem IPO immer näher. In den nächsten Monaten könnte das Unternehmen in den USA an die Börse gebracht werden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Transkation vertraute Personen. Klöckner Pentaplast ist im Besitz des Finanzinvestors Strategic Value Partners.

Das Umtauschangebot der Immofinanz für die Umtauschanleihen in Buwog-Aktien mit einem Volumen von 375 Millionen Euro wurde von 99,8 Prozent der Anleihegläubiger angenommen. Die umtauschwilligen Gläubiger konnten wählen, ob sie im Tausch eine Barvergütung in Höhe des Aktienwerts zuzüglich einer Prämie (Cash Option) oder die Lieferung der ihnen zustehenden Anzahl an Buwog-Aktien (Share Option) erhalten wollten. Bei der Transaktion wird die Immofinanz durch Victoriapartners als Finanzberater begleitet. Joint Dealer Manager sowie Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners sind die Bank of America Merrill Lynch und Morgan Stanley.

Die Bezugsfrist für die Barkapitalerhöhung des auf Wasserfilterung spezialisierten Nanotechnologieunternehmens ItN Nanovation läuft. Ausgegeben werden sollen bis zu 2 Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von 1,40 Euro je Aktie bei einem Bezugsverhältnis von 6,77 zu 1. Dadurch würde das Grundkapital auf bis zu 15,52 Millionen Euro erhöht. ItN Nanovation erhofft sich aus der Transaktion einen Bruttomittelzufluss von bis zu 2,8 Millionen Euro. Das Geld soll der Finanzierung eines Meerwasserentsalzungsprojekts dienen. Die Quirin Bank begleitet die Transaktion.

TVSmiles hat in einer Finanzierungsrunde 5 Millionen Euro eingesammelt. Bereitgestellt wird das Kapital von Lead-Investor Omnes Capital sowie Ventech, e.ventures, German Startups Group, SevenOneMedia und bereits bestehenden Business Angels. TVSmiles ist eine Quizapp, die ihre Nutzer mit Bonuspunkten belohnt, wenn sie mit TV- und Digitalwerbung interagieren. Mit dem Geld soll das Geschäft in Großbritannien ausgeweitet werden.

Das Technologieunternehmen Matica Technologies plant eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht, im Rahmen derer knapp 5,2 Millionen neue Inhaberaktien ausgegeben werden sollen. Mit jeweils zwei Bezugsrechten aus alten Aktien können fünf neue Aktien zu einem Bezugspreis von je 2,23 Euro je neuer Aktie erworben werden.

Der auf Klassik spezialisierte Berliner Musik-Streaming-Dienst Idagio hat eine Seed-Finanzierung erhalten. Lead Investor ist das australische Beteiligungsunternehmen Macquarie Capital. Beraten wurde Macquarie durch die Wirtschaftskanzlei Orrick, Herrington & Sutcliffe unter Federführung von Albrecht von Breitenbuch.

Der skandinavische Investor Northzone hat sich im Rahmen einer Series-B-Finanzierungsrunde an Lesara, einem Discounter-Onlineshop, beteiligt. Northzone hatte die Wirtschaftskanzlei Orrick, Herrington & Sutcliffe als beratende Kanzlei mandatiert. Das Team leitete ebenfalls Albrecht von Breitenbuch.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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