Finanzierungen: Alstria Office platziert zum ersten Mal eine Anleihe.

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23.11.15
Finanzierungen

Finanzierungen: Alstria Office, Rheinmetall, Edag

Das Immobilienunternehmen Alstria Office hat einen neuen Bond begeben, Rheinmetall platziert neue Aktien im Wert von 230 Millionen Euro und der Ingenieurdienstleister Edag will an die Börse. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Alstria Office platziert Bond über 500 Millionen Euro

Das Immobilienunternehmen Alstria Office hat eine unbesicherte, festverzinsliche Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Die Anleihe läuft bis März 2021 und wird mit 2,25 Prozent verzinst. Für das Unternehmen, das auf Büroimmobilien spezialisiert ist, ist es eine Debütemission.

An der Emission sind J.P. Morgan, Société Générale CIB, UBS Investment Bank und Unicredit Bank als Joint Bookrunner beteiligt. Das Papier wird von der Ratingagentur Standard & Poor’s vorläufig mit BBB bewertet. Alstria Office hat im Oktober den Wettbewerber Deutsche Office übernommen.

Rheinmetall sammelt 230 Millionen Euro ein

Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall hat in einem beschleunigten Platzierungsverfahren eine Barkapitalerhöhung ohne Bezugsrecht abgeschlossen. Der Bruttoemissionserlös beläuft sich auf rund 230 Millionen Euro. Als Sole Bookrunner der Transaktion war die Commerzbank mandatiert. Die Investmentbank Lazard agierte als Finanzberater und die Kanzlei Linklaters beriet Rheinmetall unter Federführung von Herbert Harrer und Peter Waltz.

Edag plant den IPO

Die Edag Engineering Group, ein Dienstleister für die Automobilindustrie, plant den Börsengang. Der Angebotspreis liegt zwischen 19 und 24 Euro je Aktie. Ausgehend von der Mitte der Preisspanne und einschließlich einer Mehrzuteilungsoption beträgt das Volumen des Börsengangs 216,3 Millionen Euro. Bislang werden alle Aktien von Aton, der Beteiligungsgesellschaft der Familie Helmig, gehalten. Die Eigentümer wollen nun bis zu 10,1 Millionen seiner 25 Millionen Aktien platzieren, davon 1,3 Millionen Anteile aus einer Mehrzuteilungsoption. Erster Handelstag soll der 2. Dezember sein. Die Transaktion wird von Morgan Stanley und der Deutschen Bank als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunner geleitet. Co-Lead Manager sind die Commerzbank und M.M. Warburg.

TLG Immobilien platziert Kapitalerhöhung

TLG Immobilien hat 6,13 Millionen neue Aktien platziert und damit einen Bruttoemissionserlös von rund 101,8 Millionen Euro erzielt. Der Platzierungspreis je Aktie betrug 16,60 Euro. Der Erlös der Barkapitalerhöhung soll zum Ankauf weiterer Immobilien genutzt werden. Nach Abzug der Bankenkommissionen stehen TLG dafür noch rund 100,7 Millionen Euro zur Verfügung. Die Platzierung wurde durch die Commerzbank und UBS als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunner begleitet. Als Transaktionsberater war Victoriapartners mandatiert.

Heckler & Koch erhält neue Finanzierung

Der Waffenhersteller Heckler & Koch hat von seinem Mehrheitseigner Andreas Heeschen 60 Millionen Euro erhalten. Mit den Finanzmitteln soll Heckler & Koch den Schuldenabbau vorantreiben. Erst vor wenigen Tagen war der Kupon der 295 Millionen Euro schweren und mit 9,5 Prozent verzinsten Anleihe fällig. Bereits vor einem Jahr hatte das Oberndorfer Unternehmen von einem unbekannten Investor eine Kapitalspritze erhalten.

Weitere Finanzierungen

Das Diagnostikunternehmen Molecular Health hat in einer Finanzierungsrunde 25 Millionen Euro eingeworben. Mit dem frischen Kapital soll die Vermarktung angekurbelt werden. Lead Investor ist der bisherige Hauptinvestor Dievini.

Die Reiff-Gruppe zahlt ihre Mittelstandsanleihe vorzeitig zurück. Die 2011 begebene Anleihe mit einem Volumen von 30 Millionen Euro wird nun schon kurz vor Weihnachten zurückgezahlt. Der Kupon der Anleihe lag bei 7,25 Prozent. Einen neuen Mini-Bond des Unternehmens wird es vorerst nicht geben. Reiff will wegen der Entwicklungen am Finanzmarkt und der Zinssituation auf eine andere Finanzierungsform zurückgreifen. Das Handelsunternehmen will normale Bankkredite zur Finanzierung abschließen, sagte ein Sprecher gegenüber der FAZ.

Volkswagen will eine kurzfristige Brückenfinanzierung von bis zu 20 Milliarden Euro abschließen, um sich gegen die Folgen des Abgasskandals zu wappnen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.

Die Papierfabrik Schoellershammer, die zum Unternehmen Heinr. Aug. Schoeller Söhne gehört, hat von der Kreissparkasse Köln eine Investitions- und Unternehmensfinanzierung über rund 100 Millionen Euro erhalten. Beraten wurden beide Parteien bei der Finanzierung durch die Wirtschaftskanzlei FPS. Für die Banken war Jörg Kupjetz federführend tätig.

Das Fin-Tech-Unternehmen Ebury hat 83 Millionen US-Dollar Wachstumskapital erhalten. Angeführt wird die Finanzierungsrunde von Vitruvian Partners. Auch der bisherige Investor 83North (vormals Greylock IL) hat sich wieder beteiligt.  

Das Biotech-Unternehmen Syngis plant eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht. Es werden knapp 3,9 Millionen Aktien zu je 1,90 Euro ausgegeben, um einen Bruttoemissionserlös von 6,7 Millionen Euro zu erzielen. Des Weiteren soll ein Darlehen über 600.000 Euro eingebracht werden. Beraten wird Syngis bei der Transaktion durch ein Team der Wirtschaftskanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek unter Leitung von Thorsten Kuthe.

Alno begibt eine Wandelschuldverschreibung über 5,7 Millionen Euro. Das Papier zeichnet Alnos neuer chinesischer Investor Shun Hing Electric Works & Engineering. Wird die Anleihe vollständig gewandelt, steigt die Beteiligung von Shun Hing an Alno von 2,7 auf 9,1 Prozent.

Mybet Holding will eine Wandelschuldverschreibung mit einem Volumen von 5 bis 7 Millionen Euro ausgeben. Verzinst wird das Papier mit 6,25 Prozent jährlich. Die Wandlungsprämie beträgt 30 Prozent, dabei liegt die Untergrenze bei 1 Euro je Aktie. Die Oddo Seydler Bank ist mit der Emission betraut und wird dabei von der Bank M unterstützt.

3W Power hat die Bedingungen der 2014 begebenen Anleihe über 50 Millionen Euro geändert. So ist die Emission einer neuen Wandelschuldverschreibung mit einem Volumen von 14 Millionen Euro möglich. Damit ist die Oddo Seydler Bank betraut. Beraten werden 3W Power und die Bank durch die Kanzlei Noerr unter Leitung von Thomas Hoffmann.

Das Pharmaunternehmen Co.Don will eine Kapitalerhöhung platzieren. Bei einem Bezugsverhältnis von 11:2 können Aktionäre die neuen Aktien für je 2 Euro beziehen. Außerdem können neue Investoren sich im Rahmen eines Private Placements beteiligen.  

Das Modeunternehmen Laurèl hat planmäßig die Zinszahlung für seine 2017 fällige Unternehmensanleihe in Höhe von 1,8 Millionen Euro geleistet. Außerdem gab das Unternehmen bekannt, dass der Kaufpreis aus dem Verkauf seiner Markenrechte in China in Höhe von 8,5 Millionen Euro eingegangen ist.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Moody’s hat das Langfristrating des Gesundheitskonzerns Fresenius auf Baa3 gesetzt. Der Ratingausblick ist stabil. Außerdem hat Moody’s die Senior Secured Ratings von Fresenius bestätigt und die Senior Unsecured Ratings des Konzerns von Ba1 auf Baa3 hochgestuft.

Euler Hermes hat die auf der Watchlist stehende Bonitätsnote der Scholz Holding von B- auf CCC gesenkt. Grund ist der Ratingagentur zufolge ein stark erhöhtes Finanzrisiko, unter anderem wegen der negativen Ertragsentwicklung und der verschlechterten Kapitalstruktur.

Die Ratingagentur Moody‘s hat das Rating für die vorrangigen, unbesicherten Schuldverschreibungen von TRW Automotive von Ba1 auf Ba2 gesenkt. Der Ausblick wurde hingegen von negativ auf positiv geändert. Grund ist ein Anleiherückkaufprogramm des Mutterkonzerns TRW.

Moody’s hat das Langfristrating von Sigma-Aldrich von A2 auf Baa1 mit negativem Ausblick herabgestuft. Die Bonitätsnote für die Commercial Paper des Konzerns wurde von P-1 auf P-2 gesenkt. Damit stimmt das Rating von Sigma-Aldrich nun nach der Übernahme durch Merck mit deren Rating überein.

Creditreform hat dem Rating der PNE Wind den Zusatz „watch“ gegeben. Als Begründung nennt die Agentur die Mitteilung des Unternehmens bezüglich der Revidierung der Jahres-Guidance. Außerdem befindet sich die zu PNE Wind gehörende WKN AG noch in Verhandlungen mit Banken in Bezug auf einen Verzicht auf die Kündigung einer Konsortialfinanzierung. Daraus könnten negative Folgen für das Ergebnis von PNE Wind entstehen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.