Deutsche Bahn AG/Christian Bedeschinski

12.02.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Bahn, Dermapharm, Novartis

Die Deutsche Bahn emittiert eine Anleihe über 750 Millionen Euro, Dermapharm hat den Sprung an die Börse geschafft und Novartis begibt Bonds über 2,25 Milliarden Euro – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Bahn begibt fünfzehnjährige Anleihe

Die Deutsche Bahn hat über ihre Finanzierungstochter Deutsche Bahn Finance eine Anleihe über 750 Millionen Euro emittiert. Der Bond läuft bis August 2033 und wird mit 1,625 Prozent verzinst. Die Deutsche Bahn garantiert die Anleihe. Crédit Agricole, Deutsche Bank, MUFG und Unicredit waren die Bookrunner der Transaktion.

Mit der Platzierung will der Bahnkonzern seine finanzielle Flexibilität erhöhen. Nach Angaben des Konzerns wurde das Papier im Wesentlichen bei institutionellen Investoren in Europa platziert.

Dermapharm ist an der Börse

Inmitten der Turbulenzen an den Aktienmärkten hat der Arzneimittelhersteller Dermapharm den Sprung an die Börse geschafft, auch wenn der Kurs am ersten Handelstag am vergangenen Freitag erst einmal abrutschte. Das Angebot umfasste knapp 13,5 Millionen neue und bestehende Aktien. Die Papiere konnten zu 28 Euro je Stück platziert werden, was einem Preis in der Mitte der Preisspanne entsprach. Der Bruttoerlös beläuft sich bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option auf 377 Millionen Euro. Dermapharm, die selbst 3,84 Millionen Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung platzierten, fließen davon rund 108 Millionen Euro zu.

Der restliche Erlös fließt an die Inhaberfamilie, die Anteile verkauft hat. Die Themis-Beteiligungs-AG hält aber auch nach dem Börsengang 75 Prozent an dem Unternehmen, 25 Prozent befinden sich bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option im Streubesitz. Berenberg begleitete den Börsengang als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner und Oddo BHF war als Co-Lead Manager mandatiert.

Novartis platziert Bonds über 2,25 Milliarden Euro

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat über seine Finanzierungsgesellschaft Anleihen über insgesamt 2,25 Milliarden Euro platziert. Die Transaktion besteht aus drei Tranchen mit einem Volumen von jeweils 750 Millionen Euro.

Eines der Papiere hat eine Laufzeit von 20,5 Jahren. Dieser extrem lang laufende Bond wird mit 1,7 Prozent verzinst. Die beiden weiteren Tranchen haben Laufzeiten von 12,5 und 5,5 Jahren und werden mit jeweils 1,375 und 0,5 Prozent verzinst. Als Bookrunner fungierten Barclays, BNP Paribas und Deutsche Bank.

Weitere Finanzierungen

Das Verkehrstechnikunternehmen Schaltbau hat die angekündigte Kapitalerhöhung platziert. Noch vor Ende der Bezugsfrist am 14. Februar haben Aktionäre und neue Investoren bereits Bezugserklärungen und Kaufverpflichtungen abgegeben, die dem Unternehmen den angestrebten Bruttoerlös von 49,3 Millionen Euro sichern. Netto fließen Schaltbau rund 46 Millionen Euro zu. Das kriselnde Unternehmen will den Erlös nutzen, um die Liquidität zu stärken. Konkret werden die Mittel in erster Linie zur Rückzahlung von in Anspruch genommenen Kontokorrentlinien und von Verbindlichkeiten aus revolvierenden Kreditlinien genutzt.
 
Der Sensorhersteller Ams plant die Begebung einer Wandelanleihe. Im Detail handelt es sich um nicht nachrangige, unbesicherte Wandelschuldverschreibungen, die im Rahmen einer Privatplatzierung emittiert werden sollen. Das österreichische Unternehmen plant mit einem Volumen von bis zu 600 Millionen Euro. Die Laufzeit soll sieben Jahre betragen. Vorgesehen ist, dass die Wandelschuldverschreibungen in bis zu 6,1 Prozent des derzeit ausstehenden Grundkapitals gewandelt werden können. Den Zeitpunkt der Platzierung sowie weitere Bedingungen will Ams zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Den Erlös will das Unternehmen für allgemeine Geschäftszwecke und Akquisitionen nutzen.

Der Onlinehändler Windeln.de hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Dabei platzierte das Unternehmen rund 2,63 Millionen Aktien zu einem Preis von 1,98 Euro je Aktie bei dem Unternehmer Clemens Jakopitsch, dem designierten CEO Matthias Peuckert, allen Vorstandsmitgliedern, bestehenden Aktionären sowie einer neuen Investorengruppe. Insgesamt floss dem Unternehmen brutto ein Emissionserlös von rund 5,2 Millionen Euro zu. Windeln.de kann das Geld gut gebrauchen. Hohe Verluste lassen das Liquiditätspolster schmelzen, das Unternehmen streicht seine Expansionspläne zusammen.

Der Roboterbauer Kuka hat sich eine Konsortialfinanzierung über 520 Millionen Euro gesichert. Commerzbank und Deutsche Bank agierten als koordinierende Bookrunner. Freshfields hat die Kreditgeber bei der Transaktion beraten. Weitere Details der Finanzierung sind nicht bekannt.

Der Lebensmittellogistiker Nagel-Logistik-Holding hat von einem Bankenkonsortium eine Konsortialkreditvereinbarung über 100 Millionen Euro erhalten. Zu den Kreditgebern gehörten BayernLB, Deutsche Bank, BNP Paribas, DZ Bank und Unicredit. BayernLB und Deutsche Bank agierten bei der Transaktion darüber hinaus als Lead Arranger und Bookrunner. Außerdem fungierte die Deutsche Bank als Dokumentationsagent und die BayernLB als Agent. Latham & Watkins (Federführung: Alexandra Hagelüken und Sibylle Münch) hat das Bankenkonsortium bei der Transaktion beraten.

Der Spielzeughändlerverbund Vedes hat seine im vergangenen Jahr platzierte Mittelstandsanleihe um weitere 5 Millionen Euro aufgestockt. Das Unternehmen platzierte die Schuldverschreibungen bei institutionellen Investoren. Der Bond besitzt einen Zinskupon von 5 Prozent und eine Laufzeit von fünf Jahren. Insgesamt beläuft sich das Volumen der Anleihe nun auf 25 Millionen Euro. Mit dem Geld will Vedes strategische Projekte finanzieren. Die Quirin Privatbank hat die Transaktion begleitet.

Die De Raj Group ist seit der vergangenen Woche an der Wiener Börse gelistet. Bei der De Raj Group handelt es sich um die Holdinggesellschaft der De-Raj-Gruppe, die in Deutschland im Bereich der erneuerbaren Energien und im südostasiatischen Raum im Bereich Öl & Gas tätig ist. Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Mirko Sickinger) und Dorda Rechtsanwälte haben die De Raj Group AG bei dem Börsengang beraten. Mit der Zulassung der Aktien im amtlichen Handel will das Unternehmen die eigenen Sichtbarkeit erhöhen. Die Gruppe plant zudem, in Zukunft auch Eigenkapital über den Kapitalmarkt einzusammeln.

Der Energiekonzern E.on und sein türkischer Partner Sabanci haben einen 20-Prozent-Anteil des türkischen Energieunternehmens Enerjisa Enerji an die Börse gebracht. Insgesamt wurden 23,621 Milliarden Aktien zu einem Angebotspreis von 6,25 Türkische Lira pro Los von 100 Aktien zum Verkauf angeboten. Enerjisa Enerji wurde dabei mit rund 1,58 Milliarden Euro bewertet. Nach eigenen Angaben war das Angebot um das 4,8-fache überzeichnet.

Der Ferienimmobilienspezialist Homes & Holiday will noch in diesem Jahr an die Börse gehen. Mit dem IPO beabsichtigt das Unternehmen seine Expansion zu stärken. Weitere Details zum Börsengang sind bisher nicht bekannt. Er wird von GBC und GBC Kapital begleitet.

Cleverciti Systems, ein Anbieter für Parkplatzmanagement-Lösungen, hat in einer Finanzierungsrunde 10 Millionen Euro eingesammelt. Neben dem bisherigen Lead-Investor SPDG beteiligte sich auch EnBW New Ventures an der Transaktion. Baker McKenzie (Federführung: Michael Bartosch) stand Cleverciti Systems im Zuge der Finanzierungsrunde beratend zur Seite.

Das Fintech Mybucks hat eine Kapitalerhöhung beschlossen. Dabei sollen bis zu 1,3 Millionen neue Aktien zu einem Preis von je 9 Euro emittiert werden. Mybucks plant, die Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung ausgewählten Investoren anzubieten. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Bestehende Aktionäre und Investoren wie unter anderem das Family Office Apeiron Investment haben sich verpflichtet, alle neuen Aktien zu erwerben. Den Erlös in Höhe von 11,7 Millionen Euro will MyBucks unter anderem zur Verringerung seiner Gesamtfinanzierungskosten und für das Unternehmenswachstum verwenden. Hauck & Aufhäuser agierte als Sole Bookrunner.

Die Niiio Finance Group, ein Anbieter von digitalen Banking-Diensten, hat den Bezugspreis seiner geplanten Kapitalerhöhung auf 1 Euro festgelegt. Im Zuge der Kapitalerhöhung soll das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu 8,5 Millionen Euro erhöht werden.

Medical Columbus
könnte demnächst eine Bezugsrechtskapitalerhöhung vollziehen. Laut einer Pressemitteilung des Unternehmens prüfe man derzeit einen solchen Schritt. Wenn es zu einer Bezugsrechtskapitalerhöhung kommt, sollen bis zu 650.000 Aktien ausgegeben werden. Medical Columbus ist auf IT-Dienstleistungen für Krankenhäuser spezialisiert.

Phicomm
, ein Anbieter von mobilen Online- und Kommunikationslösungen, hat im Zuge einer Bezugsrechtskapitalerhöhung 703.617 neue Aktien platziert. Der Ausgabepreis lag bei 1,60 Euro je Aktie, sodass Phicomm brutto ein Emissionserlös von rund 1,13 Millionen Euro zufließt.

Ratingmeldungen

Creditreform setzt das Rating des Sanitärprodukteherstellers Sanha auf B-. Der Ausblick ist stabil. Grund für die Aktualisierung des Ratings sei die abgeschlossene Prolongation der Mittelstandsanleihe bis Juni 2023. Zuletzt lag das Rating des Unternehmens bei SD (Selective Default), da sich das Unternehmen im Zuge der Restrukturierung des Mini-Bonds im vergangenen Jahr mit seinen Gläubigern auf eine Verlängerung der Laufzeit geeinigt hatte und das Papier deshalb den damaligen Anleihebedingungen entsprechend nicht rechtzeitig zurückgezahlt wurde.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.