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20.11.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Vedes, Gunvor, VDM Metals

Vedes begibt eine Anleihe über 20 Millionen Euro, Gunvor sichert sich eine revolvierende Kreditfazilität über 1,39 Milliarden US-Dollar und VDM Metals schließt ein Finanzierungspaket über 280 Millionen Euro ab – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Vedes wird 20-Millionen-Euro-Anleihe begeben

Der Spielzeughändlerverbund Vedes wird eine neue Mittelstandsanleihe über 20 Millionen Euro begeben. Sie wird eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Zinskupon von 5 Prozent haben. Das Nürnberger Unternehmen plant, den Bond bei institutionellen Investoren zu platzieren. Aufgrund des guten Zuspruchs behält Vedes sich vor, darüber hinaus weitere Papiere im Rahmen von Privatplatzierungen zu begeben. Das Geld beabsichtigt Vedes zur Refinanzierung der 2014 begebenen Anleihe, die mit 7,125 Prozent verzinst ist, und zur Finanzierung strategischer Projekte zu nutzen. 

Gunvor schließt Kredit über 1,39 Milliarden US-Dollar ab

Der Schweizer Rohstoffhändler Gunvor hat sich eine revolvierende Kreditfazilität über 1,39 Milliarden US-Dollar gesichert. Diese teilt sich in zwei Tranchen auf. Tranche A umfasst 1,14 Milliarden US-Dollar und besitzt eine Laufzeit von einem Jahr, wobei sie zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden kann. Tranche B besitzt ein Volumen von 250 Millionen US-Dollar und läuft über drei Jahre. Sie kann einmalig um ein Jahr verlängert werden. Nach eigenen Angaben war das Angebot überzeichnet.

Den Erlös will Gunvor unter anderem für allgemeine Unternehmenszwecke und den Working-Capital-Bedarf nutzen. Darüber hinaus soll die revolvierende Kreditfazilität zum Teil die Kreditfazilitäten aus den Jahren 2016 und 2015 ersetzen. 

VDM Metals schließt neues Finanzierungspaket ab

Die VDM Metals-Gruppe, ein Hersteller von Nickellegierungen, hat ein neues Finanzierungspaket abgeschlossen. Das Unternehmen aus Werdohl hat von einem Bankenkonsortium bestehend aus Deutsche Bank, Unicredit, HSBC, Landesbank Baden-Württemberg und Landesbank Hessen-Thüringen eine neue unbesicherte revolvierende Kreditlinie über 150 Millionen Euro erhalten. Außerdem stellte die Postbank der VDM-Metals-Gruppe eine Factoring-Linie und die IKB ein langfristiges Darlehen bereit. Insgesamt umfasst das neue Finanzierungspaket ein Volumen von 280 Millionen Euro. Herter & Co. hat das Unternehmen bei der Transaktion beraten.

Mit den neuen Mitteln wurde die Akquisitionsfinanzierung, die im Rahmen der Übernahme der VDM Metals durch den PE-Investor Lindsay Goldberg  entstanden war, vollständig abgelöst. Zudem wurden Teile der Gesellschafterdarlehen refinanziert.

Neue Anleihe von Vonovia

Der Immobilienkonzern Vonovia hat eine neue Anleihe platziert. Das Papier hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und läuft bis November 2019. Der variabel verzinste Bond wird mit 35 Basispunkten über dem Euribor verzinst. Das Unternehmen wurde bei der Transaktion von Unicredit begleitet. Für Vonovia ist es bereits die vierte Bondemission in diesem Jahr. Zuletzt sammelt der Konzern Ende August ebenfalls 500 Millionen Euro ein.

Inflarx ist an der Nasdaq gelistet

Das biopharmazeutische Unternehmen Inflarx ist nun an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gelistet. Im Rahmen des IPOs wurden neue Aktien mit einem Gesamtemissionsvolumen von rund 100 Millionen US-Dollar platziert. Zuvor hatte das Jenaer Unternehmen in einer Finanzierungsrunde rund 25,5 Millionen Euro eingesammelt. Zu den Geldgebern gehörten die Finanzinvestoren Racapital, Bain Capital und Cormorant Asset Management. Darüber hinaus wurden bestehende Inflarx-Anteile über rund 21,3 Millionen Euro umplatziert. Taylor Wessing (Federführung: Hassan Sohbi und Ulrich Reers), Davis Polk & Wardwell sowie Nautadutilh haben Inflarx bei der Transaktion beraten. JP Morgan, Leerink und BMO haben die Transaktion begleitet und wurden von Goodwin Procter beraten.

AT&S platziert erstmals eine Hybridanleihe

Der österreichische Leiterplattenhersteller AT&S hat eine Hybridanleihe über 175 Millionen Euro emittiert. Die Anleihe ist mit 4,75 Prozent verzinst, hat eine unbegrenzte Laufzeit und ist tief nachrangig besichert. Unternehmensangaben zufolge wurde das angestrebte Volumen der Debütplatzierung deutlich übertroffen. Das Mindestzeichnungsvolumen lag bei 100.000 Euro. Der Hybrid wurde vor allem von internationalen Investoren gezeichnet.

Weitere Finanzierungen

Die Beteiligungsgesellschaft BC Partners gibt Details zur Finanzierung des Ceramtec-Deals bekannt. Der Investor und die weiteren Beteiligten des Käuferkonsortiums haben die Banken über die Gesellschaft CTC AcquiCo, die als Käufer aufgetreten ist, beauftragt, einen siebenjährigen Term Loan B über rund 1,1 Milliarden Euro und einen sechsjährigen revolvierenden Kredit über 75 Millionen Euro zu arrangieren. Außerdem soll eine weitere Gesellschaft des Konsortiums Senior Notes mit einer Laufzeit bis 2025 und einem Volumen von 406 Millionen Euro emittieren. Mit dem Erlös und weiterem Funding der Anteilseigner soll der Ceramtec-Deal finanziert werden. Außerdem sollen alle bestehenden Schulden von Ceramtec durch diese Mittel zurückgezahlt und die Transaktionskosten getragen werden.

Schon seit Längerem sind Gerüchte über einen Börsengang der Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank, Deutsche Asset Management, im Umlauf. Nun hat die Deutsche Bank offenbar laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters die begleitenden Banken für den IPO festgelegt. Zu diesen zählen neben der Deutschen Bank als globaler Koordinator Barclays, Citigroup und Credit Suisse als Senior Bookrunner. Weitere Junior Bookrunner sollen BNP Paribas, Unicredit, UBS, Morgan Stanley und ING sein, so Reuters unter Berufung auf Insider. Dem Bericht zufolge sei ein Börsengang im April oder Mai kommenden Jahres möglich.

Der Baukonzern Hochtief kommt laut einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ bei der Finanzierung der geplanten Abertis-Übernahme voran. Der Investmentbank JP Morgan sei es gelungen, den 15 Milliarden Euro schweren Kredit für den geplanten Deal auf 16 weitere Banken zu verteilen. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise.

Your Family Entertainment, ein Produzent und Vertreiber von Kinder- und Familiensendungen, beabsichtigt eine Wandelanleihe über 5 Millionen Euro zu begeben. Diese soll Aktionären im Rahmen eines mittelbaren Bezugsrechts prospektfrei angeboten werden. Das Münchener Unternehmen plant mit einem Zinskupon von 3 Prozent und einer Laufzeit von zwei Jahren. Der Wandlungspreis soll bei 1,70 Euro liegen. Spätestens im Januar des kommenden Jahres soll die Wandelanleihe ausgegeben werden. Mit dem Erlös will Your Family Entertainment die Wandelschuldverschreibungen 2014/2018 zurückzahlen sowie die Senderaktivitäten ausbauen.

Der Windparkbetreiber PNE Wind hat für den Aufbau eines neuen Windparkportfolios mit der IKB eine Eigenkapitalfinanzierungslinie über 25 Millionen Euro vereinbart.

Der regionale Projektentwickler Westfalia Real Estate hat eine Unternehmensanleihe über 10 Millionen Euro platziert. Der Bond hat einen Zinskupon von 5,25 Prozent und läuft bis 2022.

Der Verpackungshersteller Ringmetall hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Dabei wurden rund 2,5 Millionen neue Aktien zu einem Platzierungspreis von 3,80 Euro je Aktie im Rahmen einer Privatplatzierung bei qualifizierten Anlegern und den Vorstandsmitgliedern platziert. Der Bruttoemissionserlös belief sich auf rund 9,56 Millionen Euro. Damit soll unter anderem das Wachstum der Ringmetall-Gruppe finanziert werden. Lang & Schwarz haben die Transaktion begleitet.

Verianos Real Estate, ein Investment- und Beratungshaus mit Fokus auf Immobilienmärkte, plant eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte. Bei dieser sollen bis zu 1,025 Millionen neue Aktien emittiert werden. Verianos Real Estate rechnet mit einem Bruttoemissionserlös von rund 1,63 Millionen Euro. Mit diesem Geld will das Frankfurter Unternehmen das weitere Wachstum finanzieren.

Das Berliner Biotechnologieunternehmen Elanix Biotechnologies hat den Bezugspreis für die geplante Barkapitalerhöhung auf 3,75 Euro je Aktie festgelegt. Knapp 1,7 Millionen neue Aktien werden Angeboten. Das Geld will Elanix Biotechnologies zur Finanzierung des Unternehmenswachstums und zur Weiterentwicklung von Produkten verwenden.

7C Solarparken, ein Betreiber von Solarkraftwerken, hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Rund 2 Millionen neue Aktien hat das Unternehmen zu einem Bezugspreise von 2,35 Euro bei institutionellen Investoren in Deutschland und im europäischen Ausland im Zuge einer Privatplatzierung platziert. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen. Mit dem Erlös will 7C Solarparken unter anderem das Wachstum vorantreiben. Die Quirin Privatbank hat die Kapitalerhöhung begleitet und Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Thorsten Kuthe) stand dem Unternehmen bei der Transaktion beratend zur Seite.

Das biopharmazeutische Unternehmen Heidelberg Pharma hat den Bezugspreis für die geplante Kapitalerhöhung auf 2,60 Euro je neuer Aktie festgesetzt. Außerdem legte das Unternehmen den Wandlungspreis der geplanten Wandelschuldverschreibungen auf 2,60 Euro je Aktie fest. Insgesamt will Heidelberg Pharma 7,5 Millionen neue Aktien sowie 15 Millionen Wandelschuldverschreibungen ausgeben.

Der österreichische Stromproduzent PV-Invest hat neue Unternehmensanleihe über insgesamt 15 Millionen Euro begeben. Die erste Anleihe hat ein Volumen von 7,5 Millionen Euro und eine Laufzeit von sieben Jahren. Sie wird mit 4,15 Prozent fest verzinst. Die zweite Anleihe umfasst ebenfalls 7,5 Millionen Euro. Sie besitzt eine Laufzeit von zehn Jahren und einen festen Zins von 4,5 Prozent. 

Ratingmeldungen

S&P bestätigt das Rating von RWE bei BBB-, der Ausblick ist stabil. Die Agentur begründet den Schritt unter anderem damit, dass die Ergebnisse zum dritten Quartal im Rahmen der Erwartungen lagen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.