Deutsche Bahn AG/Uwe Miethe

25.09.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Bahn, Voestalpine, Demire

Die Deutsche Bahn hat zum ersten Mal eine Anleihe in Australischen Dollar emittiert, Voestalpine platziert eine Benchmark-Anleihe und die Demire Deutsche Mittelstand Real Estate stockt einen Bond auf – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Bahn emittiert AUD-Anleihe

Die Deutsche Bahn hat zum ersten Mal über ihre Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance eine Australische-Dollar-Anleihe unter dem Kangaroo-Programm (AUD-Debt-Issuance-Programm) begeben. Der Bond teilt sich in zwei Tranchen auf und umfasst ein Gesamtvolumen von 600 Millionen Australischen Dollar (402 Millionen Euro). Die erste Tranche besitzt ein Volumen von 425 Millionen Australischen Dollar und einen Zinskupon von 3,5 Prozent. Die Laufzeit beträgt sieben Jahre.

Die zweite Tranche umfasst 175 Millionen Australische Dollar und wird mit 3,8 Prozent verzinst. Sie läuft zehn Jahre. Der Erlös wurde in Euro geswappt und soll die finanzielle Flexibilität der Deutschen Bahn erhöhen. Daiwa Securities und HSBC waren die Konsortialführer der Transaktion.

Voestalpine platziert Benchmark-Anleihe

Der österreichische Technologie- und Industriegüterkonzern Voestalpine hat einen Bond über 500 Millionen Euro platziert. Das Papier hat eine siebenjährige Laufzeit und wird mit 1,375 Prozent verzinst. Laut Voestalpine hatte das Orderbuch ein Volumen von 1,25 Milliarden Euro unter der Beteiligung von 220 Investoren. Mit dem Erlös soll eine im Februar 2018 auslaufende Anleihe refinanziert und allgemeine Unternehmenszwecke finanziert werden. 

Demire stockt Anleihe auf 400 Millionen Euro auf

Das Immobilienunternehmen Demire Deutsche Mittelstand Real Estate hat ihre im Juli begebene Unternehmensanleihe um 130 Millionen Euro aufgestockt, das Gesamtvolumen beläuft sich nun auf 400 Millionen Euro. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis 2022 und wird mit 2,875 Prozent verzinst. Mit dem Erlös will Demire unter anderem ausstehende Verbindlichkeiten ihrer indirekten Tochtergesellschaft Germavest refinanzieren. Darüber hinaus plant Demire, mit dem Erlös aus dem neu begebenen Bonds die Anleihe 2014/2019 zurückzuzahlen. Dies soll am 21. November zu 104 Prozent erfolgen. Die Deutsche Bank agierte gemeinsam mit Morgan Stanley als Joint Global Coordinator.

Peach Property Group will Wandelhybridanleihe begeben

Der Schweizer Immobilieninvestor Peach Property Group plant die Begebung einer nachrangigen Wandelhybridanleihe. Aufgrund der großen Nachfrage stockte das Unternehmen das Zielvolumen von ursprünglich 25 Millionen Schweizer Franken auf 59 Millionen Schweizer Franken (rund 51 Millionen Euro) auf. Bis zum 29. September können Aktionäre des Unternehmens die Wandelhybridanleihe zeichnen. Die restlichen Papiere werden weiteren interessierten Aktionären und Investoren angeboten.

Die Laufzeit des Bonds ist unbegrenzt, wobei die Peach Property Group ihn erstmalig Ende September 2022 kündigen kann. Bis dahin liegt der Zinskupon bei 3 Prozent. Danach wird die Anleihe mit 3-Monats-Libor zuzüglich 9,25 Prozent verzinst. Vom 16. Oktober 2017 bis zum 30. Dezember 2020 können Inhaber der Wandelhybridanleihe ihre Papiere zu einem Wandlungspreis von 29,50 Schweizer Franken gegen Namensaktien des Immobilieninvestors wandeln. Mit dem Erlös will die Peach Property Group unter anderem ihr Immobilienportfolio ausbauen.

Weitere Finanzierungen

Das Familienunternehmen Knorr-Bremse könnte nächstes Jahr den Schritt aufs Parkett wagen. Eigentümer Heinz Hermann Thiele sagte gegenüber dem „Handelsblatt“ ein IPO sei die „vorrangige Option“ für die Zukunft des Bremsenherstellers. Die Mehrheit soll aber bei der Familie bleiben.

Der Batteriehersteller Varta will offenbar im Herbst einen zweiten Versuch für einen Börsengang, wie die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Informationen aus Finanzkreisen berichtet. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen noch einen Rückzieher gemacht und den für Dezember geplanten Börsengang abgesagt. Grund für den damaligen Rückzieher war nach eigenen Angaben ein ungünstiges Marktumfeld.

Steico, ein Unternehmen für Bauprodukte aus nachwachsenden Rohstoffen, hat eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte abgeschlossen. Dabei wurden rund 1,28 Millionen Aktien an institutionelle Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung mittels eines beschleunigten Platzierungsverfahrens ausgegeben. Der Ausgabepreis lag bei 19,50 Euro, wodurch dem Unternehmen ein Bruttoemissionserlös von 25 Millionen Euro zufloss. Der Streubesitz hat sich von 32,8 Prozent auf 38,9 Prozent erhöht. Mit dem Geld will Steico unter anderem das weitere Unternehmenswachstum finanzieren. Commerzbank und Oddo-BHF waren die Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners bei der Transaktion.

Medios, ein Spezialist für Arzneimittel gegen seltene und chronische Erkrankungen, hat seine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Insgesamt platzierte das Unternehmen rund 1,2 Millionen Aktien bei institutionellen Investoren. Dabei lag der Platzierungspreis bei 12,30 Euro je Aktie, wodurch Medios finanzielle Mittel in Höhe von rund 15,3 Millionen Euro zuflossen. Nach eigenen Angaben war die Kapitalerhöhung mehr als zweifach überzeichnet. Mit dem Geld will Medios sein weiteres Wachstum finanzieren. M.M. Warburg begleitete die Transaktion als Sole Lead Manager und Sole Bookrunner.

Der Immobilienentwickler Eyemaxx Real Estate hat seine geplante Bezugsrechtskapitalerhöhung abgeschlossen. Nach eigenen Angaben war das Angebot mehr als doppelt überzeichnet. Insgesamt wurden 416.666 neuen Aktien zu einem Bezugspreis von 12 Euro platziert, wodurch dem Unternehmen ein Erlös von knapp 5 Millionen Euro zufloss. Mit dem Geld soll ein Großprojekt in Schönefeld finanziert werden. Nach der Kapitalerhöhung beläuft sich der Streubesitz nun auf 54,35 Prozent. Die Dero Bank begleitete die Transaktion.

Das Biotechnologieunternehmen Epigenomics hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös von rund 5,5 Millionen Euro abgeschlossen. Dabei wurden rund 1,28 Millionen Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung unter Ausschluss der Bezugsrechte bei institutionellen Investoren aus Deutschland und den USA platziert. Der Emissionspreis betrug 4,28 Euro. Den Erlös will Epigenomics unter anderem für den laufenden Geschäftsbetrieb nutzen. Das Bankhaus Neelmeyer hat die Transaktion begleitet.

Das bayerische Software-as-a-Service-Unternehmen Coredinate hat in einer Folgefinanzierungsrunde 1,9 Millionen Euro eingesammelt. Zu den Investoren gehörten der High-Tech-Gründerfonds, Bayern Kapital und MWN Equity Investment. Letzterer hat den Großteil der Finanzierungsrunde zur Verfügung gestellt. Mit dem Erlös beabsichtigt Coredinate die weitere Produktentwicklung zu finanzieren sowie Vertriebs- und Marketingmaßnahmen zu stärken.

Ratingmeldungen

Moody’s verändert den Ausblick für das Rating des Industriekonzerns ThyssenKrupp von stabil auf „Developing“. Außerdem bestätigt die Agentur das Rating des Unternehmens bei Ba2. In ihrer Begründung weist Moody’s auf die Unsicherheit hin, die mit der beschlossen Fusion der Stahlsparte mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel einhergehe. Es sei nicht sicher, welche Auswirkung das Gemeinschaftsunternehmen auf die Bonität habe.

Scope bestätigt das Rating der von der Immobilienprojektgesellschaft Ipsak begebenen 30 Millionen Euro Anleihe bei BBB. Die Ratingagentur begründet dies unter anderem mit der soliden Einkommensposition und den starken Finanzkennzahlen des Unternehmens. Der Ausblick ist stabil.

Weitere Meldungen

Der Münchener Investor Afinum Management hat einen neuen Fonds aufgelegt. Dabei hat der Finanzinvestor 410 Millionen Euro eingesammelt. Der Fonds ist auf Nachfolgesituationen im Mittelstand fokussiert. Afinum konzentriert sich dabei auf die DACH-Region.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.