Deutsche Post AG

11.12.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Post, Delivery Hero, Sana Kliniken

Die Deutsche Post hat einen klassischen Bond und eine Wandelanleihe platziert, Delivery Hero hat seine erste Kapitalerhöhung nach dem Börsengang abgeschlossen und Sana Kliniken hat den fünften Schuldschein ausgegeben – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Post begibt Anleihen in Milliardenhöhe

Der Post- und Logistikkonzern Deutsche Post DHL Group hat eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Sie besitzt eine Laufzeit von zehn Jahren und wird mit 1 Prozent verzinst.

Zum anderen hat das Bonner Unternehmen eine Wandelanleihe begeben. Sie hat ein Volumen von 1 Milliarde Euro und besitzt eine Laufzeit von siebeneinhalb Jahren. Der Zinskupon liegt bei 0,05 Prozent. Die Wandelschuldverschreibungen sind anfänglich in rund 18 Millionen Deutsche-Post-Aktien wandelbar. Der Wandlungspreis liegt bei 55,69 Euro, was einer Wandlungsprämie von 40 Prozent über dem volumengewichteten Durchschnittskurs der Aktie entspricht. Das Bezugsrecht ist ausgeschlossen.

Mit dem Erlös will die Deutsche Post bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren sowie das Pensionsvermögen erhöhen. Merrill Lynch agierte bei beiden Transaktionen als Sole Global Coordinator. Citigroup, Société Générale und Unicredit begleiteten die Begebung der Wandelanleihe und Deutsche Bank, SEB und Standard Chartered die der klassischen Anleihe.

Delivery Hero mit erster Kapitalerhöhung nach IPO

Der Online-Essenslieferdienst Delivery Hero hat nur kurze Zeit nach seinem Börsengang im Sommer seine erste Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte abgeschlossen. Dabei platzierte das Berliner Start-up aus dem Rocket-Internet-Universum 10,5 Millionen neue Aktien zu einem Ausgabepreis von 34,50 Euro. Dadurch erreichte Delivery Hero einen Bruttoemissionserlös von 362,25 Millionen Euro. Nach eigenen Angaben will Delivery Hero den Erlös für M&A-Transaktionen nutzen. Darüber hinaus wurden 2 Millionen bestehende Aktien von Minderheitsaktionären des Unternehmens über ein beschleunigtes Platzierungsverfahren bei institutionellen Investoren platziert. Der Kernaktionär Naspers hat an der Kapitalerhöhung gemäß seiner aktuellen Aktienbeteiligung teilgenommen, teilte das Unternehmen zudem mit.

Sana Kliniken mit fünftem Schuldschein

Die private Klinikgruppe Sana Kliniken hat zum fünften Mal ein Schuldscheindarlehen platziert. Sana hatte anfänglich mit einem Volumen von 150 Millionen Euro geplant, aufgrund der großen Nachfrage wurde der Schuldschein jedoch auf 350 Millionen Euro aufgestockt. Somit ist es für die Klinikgruppe der größte bisher begebene Schuldschein.

Der Schuldschein teilt sich in fix und variabel verzinste Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren auf. Dabei wurden die Kreditmargen am unteren Ende der jeweiligen Vermarktungsspanne festgelegt. Die genauen Konditionen nennt das Unternehmen nicht. Mit dem Erlös beabsichtigt Sana, das weitere Wachstum zu finanzieren sowie bestehende Verbindlichkeiten abzulösen. Die DZ Bank und Unicredit haben die Transaktion begleitet.

Volkswagen Bank platziert drei Anleihen

Die Volkswagen Bank, eine Tochtergesellschaft des Autobauers Volkswagen, hat drei Anleihen über insgesamt 2 Milliarden Euro platziert. Die erste Anleihe besitzt ein Volumen von 750 Millionen Euro und eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren. Sie wird mit 0,42 Prozent über dem 3-Monats-Euribor verzinst. Die zweite Anleihe umfasst ebenfalls 750 Millionen Euro. Der Zinskupon liegt bei 0,75 Prozent und die Laufzeit beträgt fünfeinhalb Jahre. Der dritte Bond hat ein Volumen von 500 Millionen Euro, läuft acht Jahre und wird mit 1,25 Prozent verzinst. Für die Volkswagen Finanzdienstleistungen ist es laut einer Pressemitteilung die dritte Euro-Benchmark-Emission in diesem Jahr. Sie war nach eigenen Angaben überzeichnet. Commerzbank, Deutsche Bank, RBC Capital Markets und Banco Santander haben die Transaktion begleitet.

Phoenix Solar muss Insolvenz anmelden

Das Photovoltaikunternehmen Phoenix Solar ist zahlungsunfähig und muss Insolvenz anmelden. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervor. Demnach wird der Vorstand im Laufe der kommenden Woche beim zuständigen Amtsgericht München Insolvenz anmelden.

Ausgelöst wurde die Insolvenz dadurch, dass ein nicht namentlich genannten Kunde der US-Tochter von Phoenix Solar ein projektbezogenes Akkreditiv in Höhe von 8 Millionen US-Dollar gezogen hat. Offenbar gab es im Rahmen eines nicht näher genannten Projekts bestimmte Sicherheiten, die der Kunde nach Absprache erhalten sollte, falls das Projekt nicht finalisiert wird. Davon hat der unbekannte Kunde Gebrauch gemacht und die Summe von 8 Millionen US-Dollar von den ebenfalls unbekannten beteiligten Banken gezahlt bekommen. Diese fordern die 8 Millionen US-Dollar nun als Erstattung von der deutschen Muttergesellschaft Phoenix Solar ein. Das überstieg die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens und führte demnach zur Zahlungsunfähigkeit.

Weitere Finanzierungen

Der Energiekonzern E.on hat im November von einem Bankenkonsortium bestehend aus 18 Banken eine syndizierte Kreditlinie über 2,75 Milliarden Euro erhalten. Sie soll die bisherige Kreditlinie über 3,5 Milliarden Euro ablösen, die noch bis 2019 läuft. Nach eigenen Angaben konnte sich E.on den Kredit zu günstigeren Konditionen sichern. Die Laufzeit liegt bei fünf Jahren. Der Kredit kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert und um bis zu 0,5 Milliarden Euro aufgestockt werden. Laut einer Pressemitteilung der Essener war die Transaktion deutlich überzeichnet. Koordinatoren des Bankenkonsortiums waren die Commerzbank und Unicredit. Freshfields hat die Kreditgeber bei der Transaktion beraten. Im Zuge der Transaktion hat der Konzern die Anzahl der beteiligten Banken reduziert.

Der Spezialmaschinenhersteller Aumann, der im Frühjahr erst an die Börse gegangen ist, hat eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte abgeschlossen. 1,25 Millionen neue Aktien wurden ausgegeben, dem Unternehmen fließen dadurch brutto 80 Millionen Euro zu. Die Aktien wurden im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren mittels eines beschleunigten Platzierungsverfahrens platziert. Mit dem Erlös will der Spezialmaschinenhersteller unter anderem weitere Akquisitionen finanzieren. Berenberg und Citigroup agierten als Joint Global Coordinators und gemeinsam mit Hauck & Aufhäuser als Joint Bookrunners.

Der Spielhallenbetreiber Löwen Play, dessen Hauptgesellschafter die Private-Equity-Gesellschaft Ardian ist, hat einen Bond (Senior Secured Notes) in Höhe von 350 Millionen Euro begeben. Dieser ist in 2022 fällig und besitzt einen Zinskupon von 5,375 Prozent. Der Erlös soll zur Refinanzierung ausstehender Senior Secured Notes genutzt werden, die im Februar 2014 begeben wurden. JP Morgan war der Sole Lead Bookrunner der Transaktion, ING der Joint Bookrunner und die Bank of Ireland agierte als Lead Manager. Darüber hinaus hat Löwen Play von ING und der Bank of Ireland eine revolvierende Kreditfazilität (Super Senior Revolving Credit Facilitiy) über 40 Millionen Euro erhalten. Latham & Watkins (Federführung: Rüdiger Malaun) hat Löwen Play und Ardian bei der Transaktion beraten.

Das Wiener Immobilienunternehmen Euges hat Anleihen im Umfang von bis zu 40 Millionen Euro begeben. Nach eigenen Angaben ist es für Euges die Debüttransaktion am Kapitalmarkt. Die erste Anleihe hat ein Volumen von 25 Millionen Euro, einen Zins von 4,25 Prozent und eine Laufzeit von sieben Jahren. Der Erlös dieser Anleihe soll für den Erwerb bestehender Immobilien verwendet werden. Die zweite Anleihe läuft fünf Jahre und wird mit 5,5 Prozent verzinst. Euges beabsichtigt diese Mittel zur Projektentwicklung zu nutzen.

Die Tankstellenkette Tank & Rast hat zwei Bonds platziert. Die erste Tranche umfasst 300 Millionen Euro und läuft bis 2024. Sie wird mit 1,625 Prozent verzinst. Die zweite Tranche hat das gleiche Volumen, läuft aber bis 2027. Ihr Kupon liegt bei 2,375 Prozent. Bei beiden Laufzeiten ist laut Informationen von „Raiffeisen Resesarch“ eine Verlängerung um jeweils fünf Jahre möglich.

CPI Property Group, ein Investor und Betreiber unter anderem von Gewerbeimmobilien, hat Regulation S Notes über insgesamt 225 Millionen Euro ausgegeben. Sie besitzen eine Laufzeit bis Oktober 2024 und sind mit 2,125 Prozent verzinst. Die Bonds wurden im Rahmen des EMTN-Programms des Unternehmens emittiert und an der irischen Börse gelistet. Die Deutsche Bank begleitete die Transaktion. Baker & McKenzie stand CPI Property Group beratend zur Seite, während die Deutsche Bank von Allen & Overy beraten wurde.

Das Factoring-Start-up Billie hat offenbar in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 10 Millionen Euro eingesammelt, wie das Online-Magazin „Gründerszene“ berichtet. Zu den Investoren gehörten dem Bericht zufolge Creandum, Speedinvest, Rocket Internet und Picus Capital. Mit dem Geld wolle das Unternehmen sein Produkt weiterentwickeln, heißt es weiter.

Das Maschinenbauunternehmen Singulus Technologies hat seine geplante Kapitalerhöhung abgeschlossen. Rund 810.000 neue Aktien konnte das Unternehmen im Rahmen einer Privatplatzierung zu einem Preis von 13 Euro je Aktie platzieren. Dabei war das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen. Singulus Technologies floss durch die Transaktion brutto ein Emissionserlös von 10,51 Millionen Euro zu. Nach eigenen Angaben war das Orderbuch mehr als doppelt überzeichnet. Mit dem Erlös will das Unternehmen sein Wachstum finanzieren.

Der Technologieanbieter EQS Group hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Insgesamt 126.000 neue Aktien hat das Münchener Unternehmen zu einem Preis von 62,50 Euro je Aktie bei institutionellen Anlegern platziert. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen.

Das Biotech-Unternehmen Biosilu Healthcare hat eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte beschlossen. 225.500 neue Aktien wird das Frankfurter Unternehmen zu einem Platzierungspreis von 2,52 Euro je Aktie ausgeben.

Der Textilkonzern Smart Solutions Holding hat offenbar eine Insolvenz abwenden können, wie aus einer Pressemitteilung von One Square Advisory Services hervorgeht. Demnach habe die Anleihegläubigerversammlung der vorgeschlagenen Restrukturierung des Münchener Unternehmens mit über 90 Prozent zugestimmt. Diese sieht der Mitteilung nach vor, dass die Anleihegläubiger eine einmalige Abfindung über 10 Prozent erhalten. Im Gegenzug werden sie auf Tilgungs- und Zinsansprüche verzichten. Geplant ist, die Smart Solutions Holding an einen Investor zu verkaufen.

Das Immobilienunternehmen Deutsche Konsum hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Rund 2,48 Millionen neue Aktien platzierte das Unternehmen zu einem Preis von 10 Euro je Aktie. Dadurch erzielte das Unternehmen einen Bruttoemissionserlös von rund 24,8 Millionen Euro.

Ratingmeldungen

Moody’s senkt das Rating des deutsch-südafrikanischen Möbelkonzerns Steinhoff von Baa3 auf B1. Die Bewertung steht zudem unter Beobachtung für eine weitere Herabstufung. Grund für die Entscheidung sei die Unsicherheit rund um die Liquidität und die Fremdkapitalstruktur, nachdem das Unternehmen über Unregelmäßigkeiten in den Jahreszahlen berichtet hat.

Fitch bewertet CTC Bondco, die Holding des Keramikherstellers Ceramtec, vorläufig mit einem Ausfallrating von B. Der Ausblick ist stabil. In ihrer Begründung verweist die Ratingagentur auf die aggressive Fremdkapitalstrategie des Unternehmens, die durch das hoch profitable und wenig kapitalintensive Geschäft zum Teil ausgeglichen wird. Der PE-Investor BC Partners hat das Unternehmen Ceramtec im Herbst von Cinven übernommen. Moody’s hatte CTC Bondco zuletzt mit B3 bewertet.

Moody’s bewertet Platin 1425, eine Zwischenholding des Messtechnikspezialisten Schenck Process, mit B3. Die Ratingagentur begründet diesen Schritt nach der Übernahme von Schenck Process durch Blackstone unter anderem mit der relativ kleinen Größe und der guten Endverbraucher-Diversifikation des Unternehmens. Der Ausblick ist positiv.

Moody’s hat den Ausblick des Ratings von Parkplatzbetreiber Apcoa auf negativ verschlechtert, nachdem das Unternehmen einen Dividend Recap durchgeführt hat. Das Rating wurde bei B1 bestätigt. Das Unternehmen wird den Erlös eines Term Loan Add on und vorgehaltenen Cash nutzen, um eine Auszahlung von 52 Millionen Euro an seine Anteilseigner vorzunehmen. Zu den Eigentümern gehört auch der PE-Investor Centerbridge.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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