13.10.14
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Wohnen, Tele Columbus, Vitol

Die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen refinanziert 1,76 Milliarden Euro vorzeitig. Tele Columbus erhält das erste Unternehmensrating und plant den Börsengang. Und der Energiekonzern Vitol erhält einen Kredit über 7,5 Milliarden US-Dollar. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Deutsche Wohnen refinanziert 1,76 Milliarden Euro

Die Deutsche Wohnen refinanziert Verbindlichkeiten in Höhe von 1,76 Milliarden Euro vorzeitig. Die Immobiliengesellschaft erhält ein Darlehen über 710 Millionen Euro von der Berlin Hyp und 650 Millionen Euro von der Landesbank Hesse-Thüringen (Helaba). Die Auszahlung der Kredite ist für Ende dieses Jahres geplant. Die Kredite haben eine Laufzeit von durchschnittlich acht Jahren und sind tilgungsfrei. Für etwa 70 Prozent der Kreditsumme wurde ein Zins von etwa 1,9 Prozent festgelegt. Die restlichen 30 Prozent sind variabel mit dem Euribor plus Marge verzinst.

Zusätzlich zu den 1,36 Milliarden Euro, die die Deutsche Wohnen durch die Bankkredite refinanziert, hat die Gesellschaft weitere 400 Millionen Euro durch die Begebung einer Wandelschuldverschreibung eingesammelt. Die Platzierung des Papiers erfolgte Anfang September dieses Jahres.

Die vorzeitige Refinanzierung bringt der Deutschen Wohnen nach eigenen Angaben eine Zinsersparnis von 39 Millionen Euro pro Jahr und die Tilgungsleistung des Konzerns reduziert sich um 23 Millionen Euro jährlich. Dass Unternehmen kündigt deshalb einen um 62 Millionen Euro gestiegenen freien Cash-Flow pro Jahr an.

Tele Columbus erhält erstes Unternehmensrating

Moody’s erteilt dem deutschen Kabelnetzbetreiber Tele Columbus das erste Unternehmensrating mit einer vorläufigen Note von B2. Ebenfalls mit vorläufig B2 bewertet die Agentur die Kreditfazilität über 500 Millionen Euro des Unternehmens. Der Ausblick ist bei beiden Ratings stabil.

Tele Columbus hat kürzlich seine Pläne für einen Börsengang noch in diesem Jahr bekannt geben. Das Unternehmen plant in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung über etwa 300 Millionen Euro. Darüber hinaus ist Tele Columbus derzeit im M&A-Bereich sehr aktiv und hat kürzlich alle Anteile am Kabelnetzbetreiber BMB übernommen und den Glasfaserspezialisten BIG Medienversorgung erworben.

Vitol schließt Kreditvereinbarung über 7,5 Milliarden US-Dollar ab

Der Energiekonzern Vitol vereinbart neue revolvierende Kreditfazilitäten über 7,5 Milliarden US-Dollar (etwa 5,9 Milliarden Euro). Die Kredite wurden unter 55 Banken syndiziert  Das Unternehmen mit Hauptsitzen in der Schweiz und den Niederlanden hat einen revolvierenden Kredit mit einer Laufzeit von drei Jahren über 6,45 Milliarden US-Dollar (etwa 5 Milliarden Euro) mit einer zwölfmonatigen Verlängerungsoption abgeschlossen. Weiterhin erhält Vitol eine 364-Tage-Tranche über 1,06 Milliarden US-Dollar mit zwei Verlängerungsoptionen über 364 Tage.

Weitere Finanzierungen

Unity Media hat eine Anleihe mit einem Volumen von 900 Millionen US-Dollar (etwa 711,6 Millionen Euro) und einer Laufzeit bis 2025 emittiert. Das Papier ist mit 6,125 Prozent verzinst. Als Bookrunner fungierten Royal Bank of Scotland, Barclays, Morgan Stanley, BNP Paribas, Société Générale, Credit Suisse, ING und Deutsche Bank.

Bertelsmann hat eine Anleihe über 500 Millionen Euro begeben. Das Papier ist mit 1,75 Prozent verzinst und hat eine zehnjährige Laufzeit. Barclays, Commerzbank, JP Morgan waren Bookrunner bei der Transaktion.

Der Stahlkonzern Voestalpine platziert eine Anleihe über 400 Millionen Euro. Das Papier mit siebenjähriger Laufzeit und einem Kupon von 2,25 Prozent war deutlich überzeichnet. Das gezeichnete Volumen lag bei 800 Millionen Euro. Der Emissionserlös soll allgemeinen Unternehmenszwecken und der teilweisen Refinanzierung einer Hybridanleihe dienen, die das Unternehmen 2007 begeben hat.

Adidas hat wie angekündigt zwei Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro platziert. Eine Anleihe mit siebenjähriger Laufzeit hat einen Kupon von 1,25 Prozent und ein Volumen von 600 Millionen Euro. Der zweite Bond mit einem Volumen von 400 Millionen hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und ist mit 2,25 Prozent verzinst. Ein Bankenkonsortium aus BayernLB, Deutsche Bank, J.P. Morgan, Mizuho und Unicredit hat die Transaktion begleitet. White & Case hat das Konsortium beraten. Laut der Kanzlei ist Adidas der erste Emittent ohne Rating, der eine Anleihe mit einer Laufzeit von zwölf Jahren platziert hat.

Der österreichische Baukonzern Porr bietet zum Umtausch der 2009 und 2010 begebenen Anleihen eine Senior-Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren oder eine neue Hybridanleihe mit unbegrenzter Laufzeit an. Das Emissionsvolumen soll bei bis zu 225 Millionen Euro liegen. Durch den Umtausch soll die Finanzierungssituation des Unternehmens verbessert werden.

Der Elektrogroßhandel Penell platziert eine Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 5 Millionen Euro. Das Papier hat einen Kupon von 7,75 Prozent und eine knapp fünfjährige Laufzeit. Diacama begleitete die Transaktion als Lead Arranger und Financial Advisor.

Acron Helvetia VII Immobilien konnte bessere Zinskonditionen bei der Verlängerung einer Festhypothek über 28,5 Millionen Schweizer Franken erreichen. Der neue Zinssatz liegt für die fünfjährige Laufzeit bei 0,2353 Prozent, neben einer Marge von 1 Prozent pro Jahr. Damit sinken die Kosten der Finanzierung für die Immobiliengesellschaft um 645.000 Schweizer Franken.

LEG Immobilien hat mit einer Kapitalerhöhung einen Bruttoerlös von 205 Millionen Euro eingesammelt. Die Immobiliengesellschaft platzierte 4,1 Millionen neue Aktien zu einem Preis von je 50 Euro. Die Aktien wurden bei internationalen institutionellen Anlegern platziert. Deutsche Bank und Goldman Sachs International fungierten als Joint Bookrunner.

Alphaform
schließt eine Kapitalerhöhung ab und sammelt mit der Platzierung von 1.334.877 neuen Aktien 3,67 Millionen Euro ein. Das Unternehmen konnte 74,2 Prozent der angebotenen Aktien platzieren. Das Grundkapital der Gesellschaft erhöht sich damit auf 7,18 Millionen Euro. Die Ankeraktionäre Aphaform, LHUM Vermögensverwaltung, Falk Strascheg Holding und Renate Strascheg Holding haben ihre Bezugsrechte vollständig genutzt.

Ratingmeldungen

Moody’s bewertet einen neuen Kredit der Styrolution Gruppe über 1,05 Milliarden Euro vorläufig mit B2. Die Ratingagentur bestätigt außerdem das Unternehmensrating bei B2. Bei beiden Bonitätsnoten ist der Ausblick stabil.

Moody’s erteilt der unbesicherten Anleihe, die E.on Beteiligungen, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von E.on, mit einem Volumen von 113 Millionen Euro emittiert hat, ein A3-Rating mit negativem Ausblick. Die Anleihe wird von E.on garantiert.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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