Finanzierungen: Der Technologiekonzern Norma hat einen Schuldschein mit einem Volumen von 150 Millionen Euro begeben.

Norma Group

08.08.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Norma Group, Helma Eigenheimbau, Otto Group

Die Norma Group hat einen Schuldschein in zwei Währungen platziert, Helma Eigenbau refinanziert einen Mini-Bond vorzeitig und die Otto Group begibt einen zweiten Bond mit kurzer Laufzeit – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Norma begibt Schuldschein über 150 Millionen Euro

Die Norma Group, die Verbindungstechnologie entwickelt, hat einen 150 Millionen Euro schweren Schuldschein begeben. Die Transaktion war mehrfach überzeichnet, teilte das Unternehmen mit. Das Papier umfasst vier Euro-Tranchen sowie vier Tranchen in US-Dollar, die sowohl mit festen als auch variablen Zinsen ausgestattet sind. Zu den genauen Konditionen macht das Maintaler Unternehmen keine Angaben. Die Tranchen laufen über fünf, sieben und zehn Jahre. Die Platzierung begleiteten die Helaba sowie die ING.

Mit dem Erlös will Finanzchef Michael Schneider zum einen Teile des 2013 begebenen Schuldscheins zurückzahlen. Zum anderen will Norma mit den Mitteln die geplante Übernahme des Autoline-Geschäfts für Steckverbinder vom Technologieunternehmen Parker finanzieren. Der Deal soll im Laufe des Jahres abgeschlossen werden.

Helma Eigenheimbau will Mini-Bond vorzeitig zurückzahlen

Helma Eigenheimbau, ein Anbieter von Massivhäusern, hat seine 2013 begebene Anleihe vorzeitig refinanziert. Zum einen hat das Tochterunternehmen Helma Wohnungsbau ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 25,5 Millionen Euro begeben, das Helma Eigenheimbau garantiert. Das Schuldscheindarlehen besteht aus zwei festverzinslichen Tranchen, die fünf und sieben Jahre laufen. Die Transaktion wurde von der Sparkasse Hannover und Berenberg begleitet. Außerdem hat Helma eine fünfjährige, festverzinsliche Finanzierung der KfW über 10 Millionen Euro erhalten.

Mit den 35,5 Millionen Euro an unbesicherten Mitteln, die Helma Eigenheimbau nach Abschluss dieser Transaktionen zur Verfügung stehen, will das Unternehmen seinen Mini-Bond im September vorzeitig kündigen – und damit Zinsen sparen. Der durchschnittliche Zins der neuen Finanzierung liegt pro Jahr bei 2,5 Prozent. Die 2013 begebene Mittelstandsanleihe hat einen Kupon von 5,875 Prozent. Mit der vorzeitigen Refinanzierung sorgt das Unternehmen, das nach einem Upgrade von Creditreform mit BBB+ bewertet wird, für gute Nachrichten am angeschlagenen Markt für Mittelstandsanleihen.

Otto Group begibt zweite Kurzläufer-Anleihe

Der Handelskonzern Otto Group hat im Rahmen seines EMTN-Programms erneut eine Kurzläufer-Anleihe begeben. Der Bond mit einem Volumen von 10 Millionen Euro und einer Verzinsung von 0,09 Prozent läuft zwei Monate. Die DZ Bank hat die Emission begleitet. Der Versandhändler hatte bereits kürzlich einen Bond mit kurzer Laufzeit platziert und angekündigt, auch über ein eigenes Commercial Paper Programm nachzudenken.

Weitere Finanzierungen

Die Wiener Feinbäckerei Heberer hat die 2011 begebene Mittelstandsanleihe mit einem Volumen von 8,5 Millionen Euro und einem Zins von 7 Prozent planmäßig zurückgezahlt. Für die Refinanzierung hatte die Bäckerei die Emission von zwei neuen Bonds gestartet. Die Anleiheeigner hatten bereits die Möglichkeit eine Anschlussanleihe zu zeichnen, ihr Volumen liegt bei 5,4 Millionen Euro. Neuanleger können ebenfalls einen Bond zeichnen, der fünf Jahre läuft und mit 5 Prozent verzinst wird. Das Gesamtvolumen beider Bonds soll 7,5 Millionen nicht überschreiten. Die Zeichnungsfrist dafür, die eigentlich noch bis Ende März 2017 läuft, wird wohl verkürzt werden.

Das Fintech Clark, das eine App zur Verwaltung von Versicherungen anbietet, hat eine Serie-A-Finanzierungsrunde mit einem Volumen von 13,2 Millionen Euro abgeschlossen. Dabei hat sich unter anderem der bestehende Investor FinLeap beteiligt. Zudem stellen die Medienunternehmen SevenVentures und Axel Springer Medienvolumen bereit. Neu eingestiegen sind Yabeo Capital, Kulczyk Investments, Hitfox, TA Ventures, Tenderloin Ventures und GMPVC.

Der PE-Investor Adcuram hat eine Finanzierung in Höhe von 62 Millionen Euro von einem Bankenkonsortium aus IKB und Berenberg erhalten. Mit den Mitteln rekapitalisiert Adcuram die Fertighaus-Gruppe, zu der Bien-Zenker und die Hanse Haus Gruppe gehören. Bei der Finanzierung wurde Adcuram durch die Kanzlei Gütt Olk Feldhaus unter Leitung von Tilmann Gütt beraten. Für die Banken war die Wirtschaftskanzlei Noerr unter Federführung von Tom Beckerhoff beratend tätig.

Der Automobilzulieferer Borgers hat eine Kreditlinie erneuert und geändert, um die langfristige Finanzierung zu sichern. Das Volumen der Vereinbarung ist nicht bekannt. Sicherheitentreuhänder und Coordinator ist bei der Transaktion die Commerzbank, als Konsortialführer agiert die Commerzbank Finance & Covered Bond. Die Commerzbank wurde bei der Refinanzierung durch die Kanzlei White & Case unter Federführung von Sibylle Münch beraten

Die Banken IKB und SEB stellen dem PE-Investor Waterland eine Finanzierung für die Übernahme der AHG Allgemeinen Hospitalgesellschaft bereit. Der Kredit wird nicht syndiziert. Details der Finanzierung sind nicht bekannt.

Das Biotechnologieunternehmen Bio-Gate hat eine Barkapitalerhöhung ohne Bezugsrecht abgeschlossen. Der Erlös beläuft sich auf rund 0,69 Millionen Euro. Bio-Gate hat 494.832 neue Aktien zu einem Preis von 1,40 Euro ausgegeben. Die Dero Bank hat die Transaktion begleitet.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Fitch hat die Bonitätsnote des Gesundheitskonzerns Fresenius und des Tochterunternehmens Fresenius Medical Care von BB+ auf BBB- mit stabilem Ausblick hochgestuft. Die Ratingagentur stuft Fresenius inzwischen als profitabler ein. Grund ist laut Fitch das bessere Risikoprofil, das sich aus einer stärkeren Diversifizierung und  aus Größenvorteilen ergibt.

Euler Hermes hat das Rating der EOS Holding bei A bestätigt, der Ausblick ist stabil. Der Inkassodienstleister hat laut der Ratingagentur eine führende Marktposition in Deutschland. Allerdings betont Euler Hermes unter anderem den zunehmenden Wettbewerb sowie die große Bedeutung der Erträge aus dem Forderungskauf. Das Geschäftsrisiko beurteilt Euler Hermes insgesamt als moderat.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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