Rewe reagiert auf die Corona-Krise mit einer neuen Kreditlinie

REWE Group

14.04.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Rewe, Deutsche Bahn, EnBW

Rewe sichert sich eine neue Kreditline und die Deutsche Bahn und EnBW zapfen den Bondmarkt an – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Rewe schließt neue Kreditlinie ab

Der Handels- und Touristikkonzern Rewe Group hat aufgrund der Corona-Pandemie eine neue syndizierte Kreditlinie über 1 Milliarde Euro abgeschlossen. Das Bankenkonsortium besteht aus Commerzbank, DZ Bank, ING und SEB. „Diese Linie ergänzt als ungezogene Reservelinie eine bestehende Kreditlinie von 2 Milliarden Euro, die bis 2024 läuft“, sagte CFO Christian Mielsch. Die Liquiditätsreserve des Konzerns beläuft sich nun auf mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Deutsche Bahn platziert weitere Anleihe

Die Deutsche Bahn hat über ihre Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance die fünfte Anleihe in diesem Jahr emittiert. Der Euro-Benchmark-Bond hat ein Volumen von 750 Millionen Euro, eine Laufzeit von 20 Jahren und einen Zinskupon von 1,375 Prozent. Als Konsortialführer der Transaktion fungieren Barclays, BNP Paribas, Deutsche Bank und Mizuho. Die Emission soll der Erhöhung der finanziellen Flexibilität der Deutschen Bahn dienen. Erst vergangene Woche hatte das Unternehmen einen Bond über 900 Millionen Euro platziert.

EnBW begibt Bond über 500 Millionen Euro

Der Energiekonzern EnBW hat eine neue Unternehmensanleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Die Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren hat einen Zinskupon von 0,625 Prozent. Dem Unternehmen zufolge war die Emission bis zu neunfach überzeichnet. Das Bankenkonsortium bestand aus BNP Paribas, Commerzbank, Deutsche Bank, HSBC und Unicredit. 

Schaeffler gibt Debüt am Schuldscheinmarkt

Der Automobilzulieferer Schaeffler hat zum ersten Mal ein Schuldscheindarlehen platziert – und gleich ein grünes. Der Schuldschein hat ein Volumen von 350 Millionen Euro und läuft über drei, fünf und acht Jahre. 300 Millionen Euro davon sollen zur Refinanzierung eines Portfolios nachhaltiger Projekte genutzt werden. Die Konditionen, die das Unternehmen im aktuell schwierigen Marktumfeld erzielt hat, sind nicht bekannt.

„Der Schuldschein trägt zur Investorendiversifizierung bei und erweitert den aktuellen Mix an Finanzierungsinstrumenten. Zudem stärkt er die solide Liquiditätsposition der Schaeffler Gruppe zusätzlich“, sagte CFO Dietmar Heinrich zu der Transaktion. BayernLB, Helaba, ING sowie Unicredit haben die Transaktion arrangiert. Sie wurde über VC Trade vermarktet. Die ING war zudem Green Advisor. 

Weitere Meldungen

Das österreichische Öl- und Gasunternehmen OMV hat Anleihen in Höhe von 1,75 Milliarden Euro begeben. Die Bonds sind in drei Tranchen unterteilt. Die erste Tranche über 500 Millionen Euro hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird mit 1,5 Prozent verzinst. Die zweite Tranche über 500 Millionen Euro läuft über acht Jahre und hat einen Zinskupon von 2 Prozent. Die dritte mit 2,375 Prozent verzinste Tranche hat ein Volumen von 750 Millionen Euro und eine Laufzeit von 12 Jahren. Als Konsortialführer der Transaktion fungierten Barclays Bank Ireland, Crédit Agricole CIB, MUFG Securities, Société Générale und Unicredit Austria. Das Bankenkonsortium wurde rechtlich von der Kanzlei White & Case (Federführung: Karsten Wöckener) beraten.

Der Arzneimittelversandhändler Shop Apotheke Europe hat eine Kapitalerhöhung über 65 Millionen Euro abgeschlossen. Insgesamt rund 1,12 Millionen neue Aktien wurden im Rahmen eines beschleunigten Bookbuildings zu einem Preis von 58 Euro je Aktie platziert worden. Ursprünglich war nur ein Volumen von 55 Millionen Euro geplant gewesen. Die Online-Apotheke will den Nettoerlös aus der Kapitalerhöhung zur Unterstützung und Finanzierung des weiteren Wachstums verwenden.

Die Gläubiger der Wandelanleihe 2015/2020 des Pflegeimmobilienentwicklers Senivita haben der geplanten Änderung der Anleihebedingungen zugestimmt. Auf der Versammlung in der vergangenen Woche haben sich mehr als 95 Prozent der Gläubiger dafür ausgesprochen, die Laufzeit und den Zinssatz des Bonds zu verändern, wie Senivita mitteilt. Die am 12. Mai dieses Jahres fällige Anleihe wurde nun um fünf Jahre bis zum 11. Mai 2025 verlängert. Zudem wurde der Zinssatz von derzeit 6,5 Prozent auf 8,5 Prozent erhöht. Dabei soll nach einem jährlichen Stufenplan nur ein Teil des Zinses ausgezahlt werden. Der nicht ausgezahlte Zinsanteil wird dem Unternehmen zufolge am Ende der Laufzeit als einmalige Zusatzzahlung geleistet. Rechtlich wurde Senivita bei der Transaktion von der Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek beraten.

Das Bergisch Gladbacher Biotechnologieunternehmen Miltenyi Biotech hat einen Schuldschein über 150 Millionen Euro platziert. Das Darlehen umfasst vier Tranchen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren mit fixer und variabler Verzinsung. Als Co-Arrangeur der Transkation fungierte dabei die Kreissparkasse Köln, Lead-Arrangeure waren LBBW und Helaba. Zudem wurde die Emission parallel zum klassischen Prozess auch über die digitalen Plattformen VC Trade und Debtvision vermarktet. Mit den frischen Mitteln will Miltenyi Biotech unter anderem in die Erweiterung und Ausstattung von Gebäuden sowie in die Erhöhung von Produktionskapazitäten investieren.

Die Schweizer Leasinggesellschaft Amag Leasing hat einen neuen Konsortialkredit über 1,9 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,8 Milliarden Euro) mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Ein entsprechender Vertrag sei mit der führenden Bank Credit Suisse sowie 24 weiteren Schweizer und einer Liechtensteiner Bank vergangene Woche unterschrieben worden, teilte Amag mit.

Das Software-Start-up Dataguard hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Der Finanzinvestor One Peak investiert im Rahmen dieser Transaktion 20 Millionen Dollar (rund 18,4 Millionen Euro) in das Münchener Unternehmen. Mit dem neu erworbenen Kapital will Dataguard das weitere Wachstum finanzieren. Hogan Lovells (Federführung: Volker Geyrhalter) hat das Start-Up bei der Finanzierungsrunde rechtlich beraten. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating des Frankfurter Kunststoffverarbeiters Ineos Styrolution bei Ba2 bestätigt. Gleichzeitig änderte die Agentur den Ausblick von stabil auf negativ.

Moody’s senkt das Rating des Schweizer Konzerns ABB von A2 auf A3. Der Ausblick ist stabil.

Die Agentur Moody's hat das langfristige Rating des Elektronikhändlers Ceconomy von Baa3 auf Ba1 herabgestuft. Der Ausblick ist negativ.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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