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19.03.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Richemont, Vonovia, Siemens Healthineers

Richemont emittiert eine Anleihe in Milliardenhöhe, Vonovia begibt ebenfalls neue Bonds über 2,1 Milliarden Euro und Siemens Healthineers schafft den Sprung an die Börse – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Richemont platziert Milliardenanleihe

Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont hat eine Anleihe über 3,75 Milliarden Euro platziert. Der Bond teilt sich in drei Tranchen auf. Die erste Tranche umfasst 1,5 Milliarden Euro und wird mit 1 Prozent verzinst. Sie läuft acht Jahre. Die zweite Tranche besitzt ein Volumen von 1,25 Milliarden Euro, einen Zinskupon von 1,5 Prozent und eine Laufzeit bis 2030. Die dritte Tranche in Höhe von 1 Milliarde Euro läuft bis 2038. Der Zinskupon liegt bei 2 Prozent. Den Erlös der Transaktion will Richemont für allgemeine Unternehmenszwecke und zum Teil für die Übernahme der Online-Verkaufsplattform Yoox Net-A-Porter verwenden. 

Vonovia sammelt 2,1 Milliarden Euro ein

Der Immobilienkonzern Vonovia hat vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 2,1 Milliarden Euro platziert. Die drei festverzinsten Bonds haben Laufzeiten bis 2026, 2030 und sogar 2038. Die Kupons der Bonds, die alle ein Volumen von 500 Millionen Euro haben, betragen jeweils 1,5 Prozent, 2,125 Prozent und 2,75 Prozent. Darüber hinaus wurde ein Papier mit einem Volumen von 600 Millionen Euro platziert, das variabel verzinst wird. Der Kupon der Anleihe, die bis 2022 läuft, liegt bei Euribor plus 45 Basispunkte. Vonovia hat in der vergangenen Woche im Zuge des öffentlichen Übernahmeangebots für den österreichischen Konkurrenten Buwog die Mindestannahmeschwelle erreicht. Dem Unternehmen wurden 73,8 Prozent der Anteile angedient. 

Siemens Healthineers schafft Sprung an die Börse

Siemens Healthineers, die Medizintechniksparte des Technologiekonzern Siemens, ging am vergangenen Freitag mit Verspätung an die Börse. Aufgrund technischer Probleme mit dem elektronischen Handelssystem Xetra hatte sich der Börsengang verzögert.

Insgesamt platzierte Siemens Healthineers 150 Millionen Aktien bei Investoren einschließlich rund 19,57 Millionen Aktien zur Deckung von Mehrzuteilungsoptionen. Den Platzierungspreis hatte Siemens zuvor bei 28 Euro festgelegt. Einen Preis am oberen Ende der Preisspanne, die zwischen 26 und 31 Euro lag, konnte das Unternehmen also nicht erreichen. Insgesamt ergibt sich ein Platzierungsvolumen von 4,2 Milliarden Euro. Der Streubesitz liegt bei voller Ausübung der Greenshoe-Option bei 15 Prozent.

HNA treibt IPO von Gategroup voran

Der chinesische Mischkonzern HNA treibt den Börsengang der Schweizer Bordverpflegungsfirma Gategroup voran und legt die Preisspanne für den geplanten IPO bei 16 bis 21 Schweizer Franken fest. Damit würde sich eine Bewertung zwischen 2,1 Milliarden Schweizer Franken und 2,6 Milliarden Schweizer Franken (1,8 bis 2,2 Milliarden Euro) ergeben. HNA hatte das Unternehmen erst Ende 2016 übernommen und im Frühjahr 2017 von der Schweizer Börse genommen.

Geplant ist eine Kapitalerhöhung, durch die Gategroup 350 Millionen Schweizer Franken zufließen sollen. HNA wird durch die Transaktion bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option bis zu 1,3 Milliarden Schweizer Franken einnehmen. Der Mischkonzern dürfte nach dem IPO nur noch ein Drittel der Gategroup-Anteile halten. Der Handelsstart an der Schweizer Börse Six ist für den 27. März vorgesehen.

Weitere Finanzierungen

Die VW-Finanzsparte Volkswagen Financial Services hat Auto-Asset-Backed-Securities im Umfang von rund 1,5 Milliarden Euro platziert. Die Transaktion besteht aus verbrieften Leasingverträgen von Volkswagen Leasing und teilt sich in zwei Tranchen auf. Tranche A hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro und wurde zu einem Preis von 1-Monats-Euribor plus 12 Basispunkte platziert. Tranche B umfasst 33,5 Millionen Euro und kam zu plus 40 Basispunkte. Nach eigenen Angaben war Tranche A 1,4-fach und Tranche B 1,2-fach überzeichnet. Bank of America Merrill Lynch sowie die Commerzbank agierten als Joint Lead Manager.

VW Immobilien
soll Berichten zufolge dabei sein, einen Grünen Schuldschein zu platzieren. ING und LBBW sollen die Transaktion begleiten, heißt es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Das Zielvolumen soll bei 100 Millionen Euro liegen. Es wäre der erste grüne Schuldschein in diesem Jahr.

Der Münchener Baumaschinenhersteller Wacker Neuson hat über seine US-amerikanische Tochtergesellschaft Wacker Neuson Corporation einen Schuldschein über 100 Millionen US-Dollar begeben. Für die Tochtergesellschaft ist es die erste Schuldscheinemission. Die Muttergesellschaft hatte zuvor bereits zwei Schuldscheindarlehen aufgenommen. Das nun emittierte Papier besitzt Laufzeiten von fünf und sieben Jahren. Arrangeur der Transaktion war die Helaba. Gleichzeitig mit der Emission des Schuldscheins verkündete Wacker Neuson, dass es seine bisherigen kurzfristigen Kreditlinien mit Banken durch drei mittelfristige Bankkreditlinien ersetzen konnte.

Das Social-Media-Unternehmen Asmallworld hat weitere Details zu seinem geplanten Börsengang an der Schweizer Börse Six bekannt gegeben. Im Zuge des IPOs sollen rund 8,14 Millionen Aktien gelistet werden. Neue Aktien sollen nicht ausgegeben werden. Nach eigenen Angaben liegt die Unternehmensbewertung im Rahmen des IPOs bei 79,3 Millionen Euro. Das Listing ist für den 20. März geplant. Der Free Float soll 40 Prozent betragen.

Die Gerüchte um einen möglichen Börsengang des Möbel-Start-ups Home 24 werden immer konkreter. Wie die „Börsen-Zeitung“ unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, soll der IPO in den kommenden drei Monaten vollzogen werden. Dem Bericht zufolge strebe die Rocket-Internet-Beteiligung ein Emissionsvolumen von 100 bis 200 Millionen Euro an. Die Bewertung könne bei 500 Millionen Euro bis 600 Millionen Euro liegen, heißt es weiter. Laut der „Börsen-Zeitung“ sind Morgan Stanley, Citigroup und die Berenberg Bank mit dem IPO mandatiert worden. Gerüchte über einen IPO im Sommer waren bereits Anfang des Jahres aufgekommen. Im vergangenen Jahr sind bereits die Rocket-Internet-Beteiligungen Hello Fresh und Delivery Hero an die Börse gegangen.

Das Berliner Fintech Solarisbank hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Dabei sammelte das Unternehmen rund 56,6 Millionen Euro ein. Zu den Investoren gehörten BBVA, Visa, Lakestar und ABN Amro. Auch die Bestandsinvestoren Arvato Financial Solutions und die japanische SBI Group beteiligten sich an der Finanzierungsrunde. Pöllath + Partners stand Solarisbank bei der Transaktion beratend zur Seite.

Die Baumot Group, ein Anbieter im Bereich der Abgasnachrüstung, hat eine Kapitalerhöhung beschlossen. Dabei sollen rund 1,52 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 3,30 Euro je Aktie bei qualifizierten Anlegern in Deutschland und der Schweiz platziert werden. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Den Erlös in Höhe von bis zu 5 Millionen Euro will das Unternehmen für eine Hardware-Nachrüstlösung für die meistverkauften Dieselfahrzeuge verwenden.

Die Erwin Hymer Group, ein Hersteller von Wohnwagen und Wohnmobilien, überlegt, an die Börse zu gehen. Eine weitere Option für das Familienunternehmen könnte die Beteiligung eines strategischen Partners sein, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärte. Die Familie Hymer beabsichtig demnach, eine bedeutende Minderheitsbeteiligung abzugeben. Macquarie Capital begleitet das Unternehmen während dieses Entscheidungsprozesses.

Auch bei dem Textildiscounter Takko könnte ein Börsengang als eine von mehreren Optionen anstehen. Die Ausgangslage der beiden Unternehmen – Takko und Erwin Hymer – ist allerdings sehr unterschiedlich.

Serviceware will den Sprung an die Börse wagen. Das Unternehmen ist ein Anbieter von Softwarelösungen, mit denen Serviceprozesse innerhalb eines Unternehmens digitalisiert werden können. Geplant ist ein Listing im Prime Standard der Frankfurter Börse. Das Angebot wird aus neu ausgegebenen Aktien aus einer Kapitalerhöhung im Umfang von rund 60 Millionen Euro bestehen. Auch Altaktionäre planen, Aktien zu veräußern. Eine mögliche Mehrzuteilungsoption könnte 15 Prozent des Angebots umfassen. Den Erlös aus dem IPO will Serviceware für das weitere Wachstum nutzen. Commerzbank und Hauck & Aufhäuser sind die Joint Global Coordinators und Joint Bookrunner der Transaktion.

Der Essenslieferdienst Delivery Hero wird rund 1,37 neue Aktien im Rahmen eines Aktienoptionsprogramms ausgeben. Die neuen Aktien, die rund 0,75 Prozent des Grundkapitals entsprechen, konnten von Bezugsberechtigten des Aktienoptionsprogramms gezeichnet werden. Zu diesen gehörten unter anderem gegenwärtige und frühere Mitarbeiter sowie Geschäftsführungsmitglieder. Von den neu ausgegebenen Aktien wurden rund 1,26 Millionen Aktien auf Weisung der Optionsberechtigten institutionellen Investoren zum Kauf angeboten. Der Platzierungspreis lag dabei bei 38,50 Euro. Die Unicredit Bank war der Sole Bookrunner der Transaktion.

B2X Care Solutions, ein Anbieter von Customer-Care-Lösungen im Smartphonebereich, hat in einer Finanzierungsrunde 6,25 Millionen Euro eingesammelt. Investor war die Private-Equity-Gesellschaft Cipio Partners. Mit dem Geld will B2X Care Solutions seinen Customer-Care-Bereich ausbauen. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat sowohl die Ratings der Energiekonzerns RWE, E.on und Innogy unter Beobachtung für eine möglicher Herabstufung gestellt. Grund ist die Ankündigung von RWE und E.on, Innogy zwischen sich aufteilen zu wollen.

Moody’s bestätigt das Emittentenrating des Flugzeugmotorenherstellers MTU Aero Engines bei Baa3. Gleichzeitig verbesserte die Ratingagentur den Ausblick von negativ auf stabil. Grund für den verbesserten Ausblick sei laut Moody’ unter anderem das Wachstum und die Entschuldung des Unternehmens im vergangenen Jahr. Darüber hinaus verwies die Ratingagentur auf den verbesserten Free-Cash-Flow von MTU Aero Engines.

Der Papierhersteller Progroup erhält von der Ratingagentur Moody’s ein Unternehmensrating von Ba3. Der Ausblick ist stabil. Moody’s begründet das Rating unter anderem mit der Anleihe über 450 Millionen Euro, die Progroup begeben hat. Das Papier läuft bis 2026 und wird mit 3 Prozent verzinst. Mit diesen Mitteln könne die 345 Millionen Euro schwere Anleihe des Unternehmens sowie ausstehende PIK Toggle Notes der JH-Holding zurückgezahlt werden. Die JH-Holding ist Eigentümer der Progroup.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.