Der Autobauer Volkswagen hat zwei Hybridanleihen über 2,75 Milliarden Euro begeben.

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25.06.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Volkswagen, Bayer, Nanogate

Volkswagen begibt zwei Hybridanleihen, Bayer schließt die Ausfinanzierung des Monsanto-Deals ab und Nanogate platziert einen neuen Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Volkswagen begibt milliardenschwere Hybridanleihen

Der Autokonzern Volkswagen hat zwei Hybridanleihen mit unbegrenzter Laufzeit über 2,75 Milliarden Euro begeben, wie die Nachrichtenagentur Dow Jones berichtet. Die Transaktion war deutlich überzeichnet, das Orderbuch lag bei über 8 Milliarden Euro, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf eine Mitteilung der Leadmanager der Transaktion, Barclays, BNP Paribas, Bank of America Merrill Lynch und Unicredit.

Die erste Tranche über 1,25 Milliarden Euro wird mit 3,375 Prozent verzinst. Sie ist erstmals im Juni 2024 und danach alle sechs Jahre kündbar. Die zweite Tranche über 1,5 Milliarden Euro hat einen Zinskupon von 4,625 Prozent und ist erstmals im Juni 2028 und danach alle zehn Jahre kündbar. Den Emissionserlös will Volkswagen für die Ablösung einer bestehenden Anleihe sowie für allgemeine Unternehmenszwecke nutzen.

Bayer schließt Ausfinanzierung des Monsanto-Deals ab

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer ist bei der Ausfinanzierung der 63 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto am Ziel. Die Kapitalerhöhung über 6 Milliarden Euro ist abgeschlossen. 98,3 Prozent der Bezugsrechte für neue Aktien seien ausgeübt worden, berichtete die Nachrichtenagentur dpa-AFX unter Berufung auf einen Firmensprecher. Zudem hat Bayer vergangene Woche Anleihen im Gesamtwert von rund 18 Milliarden Euro begeben. Zunächst platzierte der Konzern Dollar-Bonds über 15 Milliarden Dollar. Es folgten Euro-Bonds über 5 Milliarden Euro.

Nanogate sammelt mit Schuldschein 50 Millionen Euro ein

Der Oberflächenspezialist Nanogate hat ein Schuldscheindarlehen bei institutionellen Investoren platziert. Die Emission war deutlich überzeichnet, teilte das Unternehmen mit. Nanogate fließen neue Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro zu. Der Schuldschein teilt sich in Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren mit variabler und fester Verzinsung auf. Die LBBW begleitete die Transaktion als Sole Lead Manager. Die bestehenden Hausbanken Nanogates, BGL BNP Paribas (Luxemburg) und SaarLB (Saarland) beteiligten sich ebenfalls. Mit dem Erlös will Nanogate anstehende Verbindlichkeiten und das Wachstum finanzieren.

Zudem hat Nanogate einen neuen Konsortialkredit abgeschlossen, der unter anderem eine revolvierende Kreditlinie über 25 Millionen Euro mit einer Laufzeit von bis zu sieben Jahren umfasst. BGL BNP Paribas agierte als Lead Managern und zusammen mit der SaarLB als Co-Arranger. Die LBBW beteiligte sich ebenfalls.

Weitere Meldungen

Heidelberger Druckmaschinen beginnt mit der Rückzahlung seines High-Yield-Bonds, der eigentlich noch bis 2022 läuft. CFO Dirk Kaliebe will bis Mitte Juli eine Teilsumme von 55 Millionen Euro des 205 Millionen Euro schweren Bonds zurückzahlen. Auf den 2015 emittierten Bond muss Heideldruck einen Kupon von 8 Prozent zahlen. Die Teilrückzahlung spart dem Unternehmen damit mehr als 4 Millionen Euro an Zinsen. Der SDax-Konzern hatte im Frühjahr einen Konsortialkredit über 320 Millionen Euro abgeschlossen, der dem Konzern die notwendige Flexibilität für die Rückzahlung gibt. Ursprünglich stand sogar eine Reduzierung um 100 Millionen Euro im Raum.

Der geplante Börsengang des Schweizer Werkzeugmaschinenbauers Klingelnberg an der Schweizer Börse ist geglückt. 440.000 neue Aktien wurden zu einem Preis von 53 Schweizer Franken (rund 46 Euro) je Aktie platziert, berichtete die „Neue Zürcher Zeitung“. Damit lag der Ausgabepreis am oberen Ende der Preisspanne von 45 bis 54 Schweizer Franken. Klingelnberg fließen durch den Börsengang 20 Millionen Euro zu. Die Transaktion wurde von Credit Suisse und Berenberg begleitet.

Der Börsengang der Lkw-Sparte von VW, die künftig unter dem Namen Traton auftreten wird, soll einem Bericht des „Manager-Magazins“ zufolge mehr als 6 Milliarden Euro einbringen. Volkswagens Truck-Vorstand Andreas Renschler habe gegenüber dem Magazin gesagt, es dürfte gern ein bisschen mehr sein. Der Börsengang sei derzeit für Sommer 2019 geplant, etwa 25 Prozent der Anteile sollen verkauft werden, berichtet das Magazin weiterhin aus dem Gespräch.  

Talentry, ein Anbieter cloudbasierter Recruiting-Lösungen, hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 6 Millionen Euro eingesammelt. Angeführt wurde die Runde durch Nauta Capital, das eigenen Angaben zufolge erstmals in Deutschland investierte. Neben dem Venture-Capital-Unternehmen haben sich unter anderem auch Global Founders Capital und Allgeier an der Finanzierungsrunde beteiligt. Nauta Capital wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Taylor Wessing (Federführung: Norman Röchert) beraten.

Das Fintech Cashpresso hat in einer Finanzierungsrunde 3,5 Millionen Euro eingesammelt. Als neuer Großinvestor steigt Hevella Capital ein. Altinvestoren haben sich ebenfalls erneut an der Kapitalerhöhung beteiligt. Die frischen Mittel will das Wiener Start-Up für den Ausbau des E-Commerce-Geschäfts verwenden.

Capsensixx, eine Tochter der Beteiligungsgesellschaft PEH Wertpapier, hat den Sprung an die Börse geschafft. Der Platzierungspreis lag bei 16 Euro je Aktie und damit am unteren Ende der Preisspanne. Der erste Handelstag war der 21. Juni.

Der Uhrenhersteller Uhr.de hat eine Erhöhung des Grundkapitals um bis zu 6,75 Millionen Euro beschlossen. Die neuen Aktien werden den Aktionären zu einem Bezugspreis von 1,05 Euro je Aktie und im Verhältnis 1:6 angeboten.

Der Deutsche Bildung Studienfonds hat eine Unternehmensanleihe in Höhe von 10 Millionen Euro begeben. Neben einer ersten Tranche über 5 Millionen Euro, die bereits im Juli 2017 platziert wurde, hat der Deutsche Bildung Studienfonds nun eine zweite Tranche über ebenfalls 5 Millionen Euro begeben. Die Anleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren bis Juli 2027 und wird mit 4 Prozent verzinst. Die Platzierung bei institutionellen Investoren wurde von der Equinet Bank begleitet. Der Emissionserlös soll der Finanzierung und Förderung von Studenten dienen.

Das Photovoltaikunternehmen 7C Solarparken hat seine geplante Kapitalerhöhung abgeschlossen. Die neuen Aktien wurden institutionellen Investoren in Deutschland und im europäischen Ausland unter Ausschluss des Bezugsrechts zu einem Ausgabepreis von 2,55  Euro je Aktie angeboten. Die Transaktion wurde von der MM Warburg begleitet.

Das Specialty-Pharma-Unternehmen Paion gibt 2,6 Millionen neue Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre aus. Sämtliche Aktien wurden bei Financière Arbevel, einem französischen institutionellen Investor, zu einem Preis von 2 Euro je Aktie platziert. Paion wird den Erlös laut eigener Aussage zur Vorbereitung der notwendigen Arbeiten für die Einreichung des Marktzulassungsdossiers des Wirkstoffs Remimazolam in der EU nutzen. Die Transaktion wird von der Baader Bank begleitet.

Ratingmeldungen

Moody’s hat den Rating-Ausblick des Hygienepapierproduzenten Wepa von stabil zu negativ verschlechtert. Gleichzeitig bestätigt die Agentur das Rating bei Ba3. In der Begründung verweist Moody’s auf kommende Herausforderungen für Wepa aufgrund steigender Papierpreise.

Moody's hat das Rating des Baustoffkonzerns Heidelberg Cement bei Baa3 bestätigt. Gleichzeitig verbessert die Ratingagentur den Ausblick von stabil auf positiv. Moody's begründet seine Entscheidung mit Heidelberg Cements Ankündigung, ihre Nettoverschuldung in den kommenden drei Jahren um rund 1,5 Milliarden auf 7 Milliarden Euro zu verringern.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Die KfW und der Finanzdienstleister Grenke haben ein Globaldarlehen über 120 Millionen Euro zur Förderung kleinerer und mittlerer Unternehmen unterzeichnet. Es handelt sich bei der Vereinbarung um einen Folgevertrag eines ersten Globaldarlehens aus dem Jahr 2016. Die Mittel sind für Leasingfinanzierungen im KMU-Segment vorgesehen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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