Erste maßgebliche Transaktion als First-Sensor-CFO: Mathias Gollwitzer platziert einen Schuldschein über 28 Millionen Euro.

First Sensor

27.11.15
Finanzierungen

First Sensor platziert erneut einen Schuldschein

Der Messtechnikspezialist First Sensor hat einen auslaufenden Schuldschein erfolgreich refinanziert – mit einem neuen kleinvolumigen Schuldschein. Das bringt den Berlinern auch zusätzliches Cash für ihr geplantes Wachstum.

Der Schuldscheinboom geht weiter – jetzt auch bei kleinen Emittenten: Der Messtechnikspezialist First Sensor hat erneut einen Schuldschein platziert. Wie das Berliner Unternehmen mitteilt, hat das neue Papier ein Volumen von 28 Millionen Euro.

Mit der Transaktion refinanziert der seit August dieses Jahres amtierende CFO Mathias Gollwitzer eine seit 2013 bestehende 3-Jahres-Tranche über 19 Millionen Euro, die ebenfalls als Schuldschein strukturiert war. Die Neuemission wird mit Valuta zum 21. Dezember durchgeführt. Die HSH Nordbank hat die Transaktion begleitet.

Auch First Sensor hat den großen Appetit der Investoren nach Schuldscheinen zu spüren bekommen und ein höheres Volumen als geplant platziert: Ursprünglich waren 25 Millionen Euro anvisiert. Aufgrund der hohen Nachfrage seitens der deutschen institutionellen Investoren stockte das Unternehmen das Volumen aber um 3 auf 28 Millionen Euro auf. Insgesamt standen Zeichnungsaufträge über 29,5 Millionen Euro in den Büchern.

Damit folgt auch diese Emission einem Trend: Auch der Roboterhersteller Kuka, der MDax-Konzern Symrise und der Autozulieferer Mann+Hummel hatten bei ihren Schuldschein-Emissionen zuletzt deutlich mehr eingenommen als zunächst anvisiert. Allerdings waren diese großvolumigen Schuldscheine deutlich stärker überzeichnet als das kleine Papier des Berliner Technologieunternehmens.

Schuldschein von First Sensor hat drei Tranchen

Der neue First-Sensor-Schuldschein unterteilt sich in drei Tranchen: Die größte Tranche über 18 Millionen Euro läuft über fünf Jahre und ist variabel mit einer nicht näher bezifferten Marge auf den 6-Monats-Euribor verzinst. Eine weitere fünfjährige Tranche im Wert von 7 Millionen Euro trägt einen fixen Kupon, ebenso wie eine sieben Jahre laufende Tranche, die die restlichen 3 Millionen Euro ausmacht.

Nähere Informationen zu den preislichen Konditionen wollte First Sensor auf FINANCE-Anfrage nicht mitteilen. Die variablen  Zinssätze seien aber durch Zinsswaps abgesichert und die Konditionen generell deutlich günstiger als noch 2013, als das Unternehmen erstmals einen Schuldschein begab. Der Verschuldungsgrad und das Eigenkapital dienen als „Finanzrelation“ des Schuldscheins. Ob sich dahinter harte Covenants verbergen, gibt First Sensor nicht an.

First-Sensor-CFO Mathias Gollwitzer will in den USA wachsen

„Mit dieser Maßnahme verbessern wir unsere Zinsstruktur, gleichzeitig gewinnen wir durch die zusätzlichen liquiden Mittel mehr unternehmerische Handlungsfreiheit, um die für unser Wachstum notwendigen Investitionen zu tätigen", sagt CFO Mathias Gollwitzer zu der Transaktion.

Das zusätzliche Kapital will Gollwitzer nutzen, um die vor wenigen Wochen vorgestellt, aber noch nicht näher spezifizierte „Strategie 2020“ zu finanzieren. First Sensor will sich in deren Rahmen verstärkt auf das Geschäft in den Vereinigten Staaten und China konzentrieren. Der Fokus soll mehr auf einer Ausweitung der Profitabilität als auf Umsatzwachstum liegen.

First Sensor: PE-Investoren DPE und Daniel Hopp sind Großaktionäre

In den ersten neun Monaten 2015 setzten die Berliner knapp über 100 Millionen Euro um und verfügten über eine Eigenkapitalquote von knapp 50 Prozent. Die Ebit-Marge beläuft sich im Jahresverlauf bislang auf 2,1 Prozent. First Sensor ist börsennotiert, befindet sich teilweise aber im Besitz von PE-Investoren. Großaktionäre sind eine Investorengruppe um den Finanzinvestor DPE Deutsche Private Equity (36 Prozent) und die DAH Beteiligungsgesellschaft von Daniel Hopp mit 9,9 Prozent.

jakob.eich[at]finance-magazin.de