Beate Uhse kommt mit dem Dessousverkauf nicht voran.

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29.10.15
Finanzierungen

Gewinnwarnung bei Beate Uhse

Schlechte Nachrichten für die Investoren: Der Erotikhändler Beate Uhse kassiert die bisherigen Prognosen, die an sich schon niedrig waren, und rechnet mit Verlust.

Beate Uhse kann nicht mehr an der Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2015 festhalten. Der Konzern teilte mit, dass man für das Gesamtjahr mit einem Verlust rechnet. Ursprünglich ging das Unternehmen von einem Umsatz zwischen 134 und 139 Mio. Euro aus. Der Gewinn sollte zwischen 2 und 5 Millionen Euro liegen. Auf eine neue Prognose will sich das Unternehmen derzeit noch nicht festlegen.

Einzelhandelsgeschäft bei Beate Uhse bleibt unter den Erwartungen

Für das 3. Quartal erwartet Beate Uhse ein negatives Ergebnis in Höhe von minus 7,2 Millionen Euro. Das Geschäft läuft nicht gut, räumt der Erotikhändler ein. Beate Uhse setzt auch nicht darauf, dass das Weihnachtsgeschäft diesen Trend noch einmal drehen kann. Auch das wird wohl unter den Erwartungen bleiben. Die schlechten Entwicklungen im Einzelhandelsgeschäft haben das Unternehmen jetzt dazu veranlasst eines seiner Projekte ganz aufzugeben: Beate Uhse wollte in ein Erotikmuseum investieren.

Ein weiterer Grund, den das Unternehmen für das schlechte Quartalsergebnis nennt: Schlechte Wechselkurse des Euros im Vergleich zum Schweizer Franken und zum US-Dollar hätten das Ergebnis belastet. Das habe zu Verlusten von 4 Millionen Euro geführt.

Finanzchef Kees Vlasblom, der nach dem Ausscheiden des langjährige CEO Serge van der Hooft das Unternehmen alleine führt,  muss jetzt gleichzeitig an vielen Baustellen arbeiten. Neben einer Strategie für eine Verbesserung des Geschäfts muss er gleichzeitig für Ruhe unter den Investoren sorgen.

Kurs der Beate-Uhse-Mittelstandsanleihe bricht ein

Die schlechten Nachrichten haben den Kurs des Minibonds heute von mehr als 98 auf unter 90 Prozent des Nennwerts absinken lassen. Die 30 Millionen Euro schwere Anleihe wird mit 7,75 Prozent verzinst. Der Bond wurde im Juni 2014 begeben und läuft über fünf Jahre. Wie FINANCE berichtete, war die Mittelstandsanleihe des Unternehmens schon zuvor zum Spielball für Spekulanten geworden.
 
antonia.koegler[at]finance-magazin.de