Klinik der Golden Gate in Leipzig. Der insolvente Immobilienentwickler kann seine Mittelstandsanleihe nicht bedienen.

Golden Gate

14.10.14
Finanzierungen

Golden Gate: Große Zweifel an Patronatserklärung

Ex- Golden-Gate-Geschäftsführer Uwe Rampold schuldet seinen Gläubigern knapp 32 Millionen Euro. Die Zahlungsfrist ließ er nun ungenutzt verstreichen. Nun fordert Insolvenzverwalter Axel Bierbach das Geld ein.

Zahltag für Uwe Rampold: Der vorläufige Insolvenzverwalter Axel Bierbach fordert die Rückzahlung der Mittelstandsanleihe der insolventen Golden Gate ein, plus die aufgelaufenen Zinsen. Der ehemalige Geschäftsführer des Immobilienentwicklers hatte im März 2011 im Zuge der Emission ein Patronat abgegeben, im Falle der Zahlungsunfähigkeit die fehlenden liquiden Mittel zur Verfügung zu stellen – notfalls auch aus eigener Tasche.

Doch wie werthaltig dieses Versprechen ist, ist unklar. Die Rückzahlung der Mittelstandsanleihe wäre zum 11. Oktober fällig gewesen, doch Rampold hat seine Patronatserklärung noch nicht eingelöst, wie der Insolvenzverwalter mitteilte. Bierbach formulierte große Zweifel, dass Rampold seiner Verpflichtung aus dem Patronat „vollumfänglich“ nachkommen könne. Auf FINANCE-Anfrage konnte Golden Gate zunächst keine Auskunft erteilen, ob Rampold seinen Verpflichtungen zeitnah wird nachkommen können.

Golden Gate: Geschäftsführer kann Anleihe nicht bedienen

Bereits Anfang Oktober hatte Golden Gate Insolvenz anmelden müssen und war damit der 20. ausgefallene Emittent einer Mittelstandsanleihe. Parallel zur Insolvenz hatte Rampold seinen Rücktritt erklärt. Der frühere IVG-CFO Hans Volkert Volckens übernahm die Nachfolge und kündigte an, gemeinsam mit Rechtsanwalt Bierbach einen Insolvenzplan erstellen zu wollen. Ob und wie dieser durch Rampolds Zahlungsverzug beeinflusst wird, ist derzeit unklar. Schon vor der Insolvenz zweifelten Anleger an Rampolds Möglichkeiten, seiner Patronatszusage nachzukommen, wie sich in der Kursentwicklung ablesen ließ.

Ausschlaggebend für die Insolvenz ist die gescheiterte Veräußerung von Immobilien der Golden Gate in Leipzig und Amberg. Die für die Rückzahlung der Anleihe erforderlichen Mittel sollten durch den Verkauf von zwei ehemaligen Bundeswehrkrankenhäusern erwirtschaftet werden. Bislang wurden jedoch keine Käufer gefunden.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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