Kann der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin sich bald wieder aufs Kerngeschäft konzentrieren? Beim Tauziehen zwischen Eigentümer Blackstone und den Fremdkapitalgebern zeichnet sich offenbar eine Einigung ab.

Moritz Attenberger/Jack Wolfskin

11.04.17
Finanzierungen

Jack Wolfskin dürfte an Hedgefonds gehen

Bei Jack Wolfskin zeichnet sich ein Eigentümerwechsel ab: Blackstone dürfte die Mehrheit an die Fremdkapitalgeber des hochverschuldeten Outdoor-Ausrüsters verlieren.

Der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin geht aller Voraussicht nach an eine Gruppe von Hedgefonds. Der bisherige Eigentümer Blackstone muss die Mehrheit an dem Unternehmen wahrscheinlich an die Fremdkapitalgeber um HIG Capital, CQS und Sankaty abgeben, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Im Gegenzug für die Übernahme wollen die Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und frisches Kapital in das Unternehmen schießen. Die Schuldenlast von Jack Wolfskin soll sich dem Bericht zufolge dadurch von bisher rund 350 Millionen Euro um die Hälfte reduzieren.

Noch ist der Deal nicht ganz in trockenen Tüchern, schreibt Reuters weiter. Demnach könne es noch Wochen dauern, bis die Einigung final ist. Blackstone stehe der Einigung aber grundsätzlich nicht im Wege, zitiert Reuters einen Insider.

Blackstone-Angebot für Jack-Wolfskin-Gläubiger nicht ausreichend

Blackstone hatte den Gläubigern im Februar ein Angebot gemacht. Der Private-Equity-Investor soll vorgeschlagen haben, 25 Millionen Euro neues Eigenkapital in das Unternehmen zu stecken, mit dem Ziel, die Mehrheit zu behalten. Die Hedgefonds soll Blackstone aufgefordert haben, auf rund die Hälfte ihrer Schulden zu verzichten und ebenfalls 25 Millionen Euro Eigenkapital beizusteuern.

Bei Bekanntwerden des Angebots hatte sich bereits abgezeichnet, dass dieser Vorschlag wohl nicht zu einer Einigung führen würde. Dafür war das Angebot aus Sicht der Gläubiger schlicht zu schlecht. Bei derartigen Verhandlungen haben die Fremdkapitalgeber die stärkere Verhandlungsposition.

Wenn der Deal in dieser Form umgesetzt wird, wäre es nicht das erste Mal, dass Blackstone sich verspekuliert und eine Beteiligung abgeben muss. 2012 musste der Investor die Anteile an dem Folienhersteller Klöckner Pentaplast abgeben. Im Fall von Jack Wolfskin müsste Blackstone Reuters-Berechnungen zufolge rund 300 Millionen Euro abschreiben. 2012 hatte Blackstone das hessische Unternehmen zu einer Bewertung von 700 Millionen Euro gekauft. Vor eineinhalb Jahren hatte Blackstone 75 Millionen Euro nachgeschossen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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