Neue Hoffnung für Scholz: Die Banken stützen die Investorensuche des angeschlagenen Schrottrecyclers mit bis zu 50 Millionen Euro an neuen Krediten.

Scholz

09.12.15
Finanzierungen

Neuer Kredit: Banken stützen Scholz

Die Banken greifen Scholz noch einmal unter die Arme. Mit einer neuen Kreditlinie über 50 Millionen Euro flankieren sie die Investorensuche. Sie schützen damit ein viel größeres Investment, das sie bei Scholz im Feuer haben.

Entlastung für das angeschlagene Familienunternehmen Scholz: Der Schrottrecycler hat von seinen bestehenden Finanzierungspartnern eine neue Kreditlinie in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro bekommen. Laut Scholz „ist die Finanzierung der Gruppe für das kommende Jahr und damit auch für den laufenden Investorenprozess gesichert“.

Dort tut Unterstützung auch Not, denn die im Spätsommer gestartete Investorensuche kommt nur schleppend voran. Zwar liegen dem Unternehmen eigenen Angaben zufolge „mehrere indikative Angebote“ vor, doch dass die Gespräche mit den potentiellen neuen Geldgebern auf die Zielgerade gehen, ist nicht zu vernehmen.

Scholz-Anleihe erholt sich von schwarzem Montag

Auch der Kapitalmarkt sieht bei dem mit mehr als 9x Ebitda verschuldeten Unternehmen eine zunehmende Insolvenzgefahr. Erst vor zwei Wochen erlebte Scholz einen schwarzen Montag: Binnen weniger Stunden rauschte der mit 8,5 Prozent verzinste, 182,5 Millionen Euro schwere Bond, von 55 auf 35 Prozent in die Tiefe. In den Tagen danach hatte sich die Talfahrt noch verstärkt, in dieser Woche fiel das Papier zeitweise unter 25 Prozent vom Nennwert. Doch die neue Kreditlinie lässt die Bondinvestoren wieder Morgenluft wittern. Binnen weniger Minuten gewann das Papier mehr als zwei Drittel an Wert und sprang auf Kurse von fast 50 Prozent. So hoch stand die Anleihe zuletzt Mitte November.

Scholz-CEO Oliver Scholz wertet die neue Kreditlinie als „Vertrauensbeweis unserer Finanzierungspartner“. Diese schützen damit allerdings in erster Linie ihr noch deutlich größeres Investment, denn insgesamt steht Scholz bei den Banken mit über 700 Millionen Euro in der Kreide. Im Januar 2017 werden rund 500 Millionen Euro davon fällig. Ohne eine kräftige Eigenkapitalspritze ist eine planmäßige Ablösung dieser Finanzierung nur schwer vorstellbar. Den Investorenprozess will Scholz nun „zügig, aber mit der gebotenen Sorgfalt weiterführen“.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

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