Schalke 04

30.05.16
Finanzierungen

Schalke 04 bringt tatsächlich neue Anleihe

Der Fußball-Bundesligist Schalke 04 konkretisiert seine Pläne zur frühzeitigen Rückzahlung der Anleihe. Künftig werden die Knappen wohl sogar mit zwei Papieren am Bondmarkt vertreten sein.

Der FC Schalke 04 präzisiert seine Pläne zur vorzeitigen Rückzahlung der erst 2019 auslaufenden Mittelstandsanleihe. Damit hatte der Fußballverein vor knapp zwei Wochen den Kapitalmarkt überrascht. Wie der Fußball-Bundesligist heute mitteilte, sollen für den Rückkauf des alten Papiers zwei neue Anleihen begeben werden. Diese sollen erneut ein Volumen von 50 Millionen Euro haben, aber in zwei Tranchen begeben werden – eine mit fünf und eine mit sieben Jahren Laufzeit. Zur Refinanzierung der aktuellen Anleihe hat Schalke eigenen Angaben zufolge auch einen Bankkredit und die Ausgabe eines Schuldscheins geprüft.

Die neu begebenen Anleihen sollen allein die Rückzahlung des bestehenden Bonds finanzieren, der mit  6,75 Prozent verzinst wird. Den Anleihebedingungen entsprechend hat Schalke-CFO Peter Peters in diesem Sommer erstmals die Möglichkeit, das Papier vorzeitig zu kündigen. Der Rückzahlungspreis beträgt 103 Prozent vom Nennwert. Den bestehenden Bondholdern will Schalke  das Angebot machen, anstelle der Barrückzahlung ihre Anleihen in die neuen Papiere umzutauschen. Schalke hatte 2012 als erster Bundesligaclub eine Mittelstandsanleihe begeben und damit damals viel Skepsis ausgelöst – zu Unrecht, wie man heute weiß.

Schalke-CFO Peter Peters festigt seine Position

Wann genau die neuen Anleihen begeben werden und zu welchen Konditionen, steht noch nicht fest. Da Schalke die laufende Anleihe schon drei Jahre vor Fälligkeit zurückzahlen will, ist davon auszugehen, dass Peters bei den neuen Papieren deutlich bessere Zinskonditionen erwartet. Außerdem würden die Kapitalmarktverbindlichkeiten bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein verlängert werden. Schalke hätte damit freie Bahn, den eingeschlagenen Entschuldungskurs in Ruhe fortzusetzen und trotzdem noch nennenswerte Investitionen in die Infrastruktur zu tätigen. Aktuell errichtet der Klub für mehr als 20 Millionen Euro ein neues Trainingsgelände.

Gleichzeitig festigt Peters mit der gelungenen Kreditverlängerung seine Position, denn bei Schalke stehen in Kürze wichtige personelle Weichenstellungen an. In Kürze endet die Amtszeit von Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies. Ob er sich im Amt halten kann, ist noch nicht sicher – Tönnies hat vereinsintern eine Menge Kritiker. Auch ein Trainerwechsel steht bevor, und als mächtiger neuer Sportchef wurde Christian Heidel verpflichtet, der Mainz 05 vom Provinzverein zum Europacupteilnehmer geformt und auch wirtschaftlich weit nach vorne gebracht hat.

tim.grossheimann[at]finance-magazin.de

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