Underberg begibt neue Mittelstandsanleihe über 20 Millionen Euro.

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08.12.15
Finanzierungen

Zweite Mittelstandsanleihe für Underberg in diesem Jahr

Underberg geht kurz nach der letzten Emission wieder an den Kapitalmarkt. Der Erlös der Mittelstandsanleihe soll unter anderem einen exotischen Likör bekannt machen.

Der Spirituosenhersteller Underberg hat eine Mittelstandsanleihe über 20 Millionen Euro platziert. Das Papier hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird jährlich mit 5 Prozent verzinst. Damit ist es die Anleihe mit der kürzesten Laufzeit, die Underberg bisher begeben hat. Oddo Seydler begleitete die Transaktion als Sole Global Coordinator und Bookrunner. Conpair agierte als Financial Advisor für Underberg.

Erst im Juli hatte das Unternehmen eine Mittelstandsanleihe über 30 Millionen Euro platziert. Der Bond läuft über sechs Jahre und der Kupon lag mit 5,375 Prozent  nur leicht über dem der neuen Emission.

Wie bei der Anleihe im Sommer konnte Underberg das Papier bei vielen Investoren platzieren, die schon vorher Anleihegläubiger des Unternehmens waren. Die institutionellen Investoren stammen hauptsächlich aus der Deutschland, Luxemburg, der Schweiz und Skandinavien. Laut Unterberg konnte die Platzierung wie auch beim letzten Bond vorzeitig abgeschlossen werden, weil das Investoreninteresse sehr groß war.

Stabile Kurse bei den Mittelstandsanleihen von Underberg

Underberg scheint die Erwartungen seiner Investoren in der Vergangenheit nicht enttäuscht zu haben. Das zeigen auch die stabilen Kurse der Mini-Bonds, die alle über die gesamte bisherige Laufzeit über 100 notierten. Damit wirkt Underberg wie eine Ausnahmeerscheinung im angeschlagenen Segment der Mittelstandsanleihen, das eher durch negative Schlagzeilen auffällt.

Das gilt auch für die erste Mittelstandsanleihe des Unternehmens, die 2011 mit einem Volumen von 70 Millionen Euro begeben wurde. Der Bond wird im Frühjahr 2016 fällig, der Erlös der im Sommer 2015 und im Vorjahr platzierten Anleihe dienen zur Refinanzierung.

Underberg investiert in brasilianischen Schnaps

Die neuen Mittel sollen dagegen für andere Dinge verwendet werden. Underberg plant ins eigene Wachstum zu investieren. Zum einen sollen die Marken „Underberg“ und „Brasilberg“ – letzterer ist ein Kräuterschnaps aus Brasilien, den Underberg 2014 nach Deutschland brachte – hierzulande weiter vorangetrieben werden und die Vertriebskonzepte verbessert werden. Der Spirituosenhersteller hat aber auch internationale Ambitionen. Die Marken sollen in den nordischen Ländern und in China ausgebaut werden.

Underberg nennt parallel zur neuen Bond-Emission die vorläufigen Zahlen für den Halbjahresabschluss zum Ende September. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen hat sich von 3,6 Millionen auf 5,3 Millionen Euro erhöht. Auch die Ebitda-Marge ist von 6,9 auf 10,9 Prozent gewachsen. Grund für die Verbesserung seien das Ergebnis der Neustrukturierung und einer Verbesserung der Geschäftsabläufe und Prozesse. Bei den Umsätzen zeigte sich bisher ein Abwärtstrend. Im Geschäftsjahr 2014/2015 erwirtschaftete Underberg einen Umsatz von 110 Millionen Euro nach 119,4 Millionen Euro im Vorjahr. Die Umsatzzahlen für den Zeitraum von März bis September 2015 liegen noch nicht vor.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de