Steil nach oben: Nach einem ruhigen Jahresbeginn am Schuldscheinmarkt stieg die Zahl der Transaktionen im April deutlich.

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25.04.19
Finanzierungen

Verhaltener Auftakt am Schuldscheinmarkt

Nach einem starken Jahresende lässt es der Schuldscheinmarkt 2019 erstmal ruhiger angehen. Die ersten Transaktionen im April zeigen allerdings deutlich, dass von einer Flaute nicht die Rede sein kann.

Nur 26 Transaktionen wurden im ersten Quartal 2019 am Schuldscheinmarkt abgeschlossen. Zum Jahresauftakt 2018 waren es dagegen 35. Die geringere Aktivität zeigt sich auch am Volumen. Papiere über lediglich 3,73 Milliarden Euro wurden zum Jahresauftakt in dem verschwiegenen Markt platziert – ein Rückgang um rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt das aktuelle FINANCE-Schuldschein-Update, das der Datenanbieter Refinitiv (früher Thomson Reuters LPC) exklusiv für FINANCE aufbereitet hat und das MeinFINANCE-Nutzer hier kostenlos herunterladen können.

Der deutliche Rückgang beim Volumen lässt sich auch darauf zurückführen, dass der Markt keine Jumbo-Transaktionen zu verzeichnen hatte, die die Milliardenmarke erreichten. Die größte Transaktion des ersten Quartals war der Schuldschein des Schweizer Schokoladenherstellers Barry Callebaut über 600 Millionen Euro. Es war nicht nur die erste Schuldscheintransaktion des Unternehmens überhaupt, sondern auch eine grüne. Der Konzern will zwei Drittel des Erlöses für nachhaltige Projekte einsetzen.

Aktiver Schuldscheinmarkt im April

Während vergangenes Jahr der Handelskonzern Rewe gleich zum Jahresbeginn mit einem milliardenschweren Schuldschein ein Zeichen setzte, ist Barry Callebaut in diesem Jahr im ersten Quartal überhaupt das einzige Unternehmen, das die 500-Millionen-Euro-Marke reißt. Refinitiv hat diese Transaktion aus technischen Gründen (fehlende Daten) aber noch nicht in seine Top 10 der größten Schuldscheine aufnehmen können. Alle weiteren Schuldscheine, die zu den größten Transaktionen der ersten drei Monaten zählen, weisen Volumina zwischen 140 und 375 Millionen Euro auf.

Dass der Markt aber dennoch weiterhin aufnahmefähig für große Platzierungen ist, haben die ersten Platzierungen im April bereits gezeigt. Lufthansa emittierte einen Schuldschein über 800 Millionen Euro – bis dato wohl die größte Transaktion des Jahres. Die Fluggesellschaft nutzte die digitale Emissionsplattform VC Trade für die Platzierung.

Der Automobilzulieferer Continental zapfte den Markt ebenfalls an und platzierte laut Informationen von „Global Capital“ einen Schuldschein über 500 Millionen Euro. Sowohl das Papier von Lufthansa als auch das von Continental sollen dem Bericht zufolge deutlich überzeichnet gewesen sein. Das führt laut „Global Capital“ dazu, dass über ein weiteres Absinken des Preisniveaus bei Transaktionen großer Namen spekuliert wird.

BayernLB und Unicredit tauschen die Plätze

Die League Tables speisen sich durch den ruhigen Jahresauftakt in den ersten drei Monaten aus einer geringen Anzahl an Transaktionen. Auf den vordersten Plätzen ändert das nichts. Die LBBW verteidigt mit einem Marktanteil von knapp 29 Prozent und neun begleiteten Deals eisern ihre Position als Platzhirsch. Ihr folgt wie gehabt die Helaba, die auf 23 Prozent Marktanteil und acht Transaktionen kommt.

Mit deutlichem Abstand folgen Unicredit und BayernLB, die im Vergleich zu den League Tables des vergangenen Gesamtjahres die Plätze tauschen, was allerdings nur auf marginalen Unterschieden basiert. Die Unicredit kommt auf einen Marktanteil von 9,29 Prozent bei drei begleiteten Deals. Bei der BayernLB sind es 9,25 Prozent und vier Transaktionen. Auf den hinteren Plätzen gibt es zum Teil deutlichere Verschiebungen, die allerdings aufgrund der geringen Zahl der Transaktionen noch wenig aussagekräftig sind.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de