WTS kooperiert mit Raquest und verliert Vorstandssprecher
Die Steuer- und Unternehmensberatung WTS kooperiert künftig mit Raquest, einem Anbieter von Software zur Quellensteuerabwicklung. Beide Unternehmen wollen mit ihrer Kooperation der Finanzwirtschaft einen umfassenden und digitalen Quellensteuer-Service bieten. „Mit unserer neuen Partnerschaft setzen wir einen neuen Standard […]. Diese Kooperation markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer digitalen Zukunft“, erklärt Robert Welzel, Partner im Bereich Financial Services bei WTS in Frankfurt.
Derweil musste WTS Advisory einen kleinen Aderlass auf der Führungsebene verkraften. Dieter Becker hat WTS Advisory Ende Juli ebenso verlassen wie Christian Herold und Ulrich Sommer. Während die ehemaligen Partner Herold und Sommer bei der Next-Six-Gesellschaft Forvis Mazars als Partner eingestiegen sind, ist die nächste Station des ehemaligen Sprechers des WTS-Advisory-Vorstands Becker noch unklar.
Bei Forvis Mazars sollen Herold und Sommer vor allem zu Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsthemen beraten. Sie bringen ein Team mit. Neben den beiden kann die Nummer 8 im Markt zudem noch die Zugänge der beiden Wirtschaftsprüferinnen, Steuerberaterinnen und ESG-Expertinnen Bahar Fischer und Annette Johne sowie des Wirtschaftsprüfers und Rechtsanwalts Jens Nußbauer samt dreiköpfigem Team vermelden.
KPMG baut Transformationsberatung aus
KPMG baut die Beratung aus und gründet zu Beginn des Anfang Oktober beginnenden Geschäftsjahrs einen neuen Bereich für Business-Performance-Beratung. Außerdem schafft das Big-Four-Haus die Position des Chief Technology Officers (CTO) neu. Damit reagiert KPMG auf den zunehmenden Bedarf seiner Kunden.
In dem neuen Bereich Performance & Strategy führt KPMG die auf Business-Performance-Beratung spezialisierten Kompetenzen zusammen. Bereichsvorstand von Performance & Strategy wird Meino Müller, der seit 2018 Partner bei der Big-Four-Gesellschaft ist. Zum CTO ernannt wurde Ashish Madan, der seit 2016 Partner bei KPMG ist und in neuer Rolle die nationale und globale Technologiestrategie von KPMG fortentwickeln soll. Die Position des CTO wird auf Ebene der Bereichsvorstände angesiedelt.
Neue Standorte von BDO, DHPG und Rödl & Partner
BDO hat Anfang Juli ein neues Büro in Nürnberg eröffnet und gleichzeitig zwei neue Zugänge und vier neue Partner bekannt gegeben. Peter Kalb verstärkt den Bereich Tax Accounting, er kommt von KPMG. Holger Obst soll das National Office Audit & Assurance in Berlin verstärken, er war zuvor Senior Manager bei EY. Dazu wurden noch Folke Bundtzen, Markus Leuchter, Marion Linnenbäumer und Michal Mikolajsczyk zu Partnern ernannt.
Die mittelständische Prüfgesellschaft DHPG hat ein neues Büro in München eröffnet. Damit ist die Nummer 11 im deutschen Wirtschaftsprüfungsmarkt mit nun insgesamt 18 Standorten und rund 900 Mitarbeiter bundesweit präsent. Das Münchener Team startet zunächst mit fünf Experten, soll bis Ende 2025 aber auf zehn anwachsen. Die Leitung übernimmt Senior-Partner Patrick Erlenkamp.
Während DHPG mit dem Büro in München eine Lücke im Süden der Republik geschlossen hat, erweitert Rödl & Partner die Präsenz in Norddeutschland. Ein neues Transaktionsteam unter der Leitung von Felix Lecher soll das dortige Valuation-Team verstärken. Der Associate Partner war zuvor mehr als zehn Jahre für EY tätig, zuletzt als Senior Manager.
Rödl & Partner wächst schwächer als die Konkurrenz
Rödl & Partner ist 2023 erneut zweistellig gewachsen, konnte dabei aber weniger zulegen als die direkte Konkurrenz von BDO, RSM Ebner Stolz und Forvis Mazars. Bleibt Rödl & Partner die Nummer 7 im Markt? Wie sich das Next-Six-Haus im abgelaufenen Geschäftsjahr geschlagen hat, können Sie hier nachlesen.
Umsatz der Wirtschaftsprüfer wächst auf 20 Milliarden Euro an
Allen Krisen zum Trotz: Die Wirtschaftsprüferbranche blickt auf ein gutes Jahr zurück. Mit einem Umsatzplus von insgesamt 8,8 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro legte sie 2023 erneut überdurchschnittlich zu. Innerhalb der Top Ten gab es dabei keine Überraschungen: PwC bleibt weiterhin die größte deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft – gefolgt von EY, KPMG und Deloitte. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Studie „Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung in Deutschland“ des Beratungshauses Lünendonk & Hossenfelder.
Hat BDO Austria schlampig geprüft?
Die Aufarbeitung der Signa-Pleite wird noch einige Jahre dauern und nicht nur Insolvenzgerichte beschäftigen. Nun wird auch die Rolle der Wirtschaftsprüfer der jeweiligen Signa-Gesellschaften kritisch betrachtet. Gegen die österreichische BDO, die als Abschlussprüfer der Signa Holding tätig waren, hat nun der Sonderverwalter Raoul Wagner eine Anfechtungs- und Haftungsklage eingereicht. Der Insolvenzverwalter der Signa Prime Selection, Norbert Abel, soll einen ähnlichen Schritt bei KPMG Austria prüfen, die die Abschlüsse der wichtigsten Signa-Tochter prüften. Was BDO Austria vorgeworfen wird und welche Strafe bei einer Verurteilung drohen würde, können Sie hier nachlesen.
Hat 7C Solarparken Probleme bei der Prüfersuche?
7C Solarparken schrieb am 26. Juni das Mandat zur Prüfung des Jahresabschlusses (HGB) und des Konzernabschlusses (IFRS) sowie des Lageberichts und Konzernlageberichts für das Geschäftsjahr 2025 aus. Interessierte Wirtschaftsprüfer sollten bis zum 5. Juli ihr Interesse hinterlegen. Am 9. Juli veröffentlichte 7C Solarparken eine neue Mitteilung im Bundesanzeiger, in der die Frist zur Interessenbekundung auf den 12. Juli verlängert wurde.
Haben keine Wirtschaftsprüfer – oder zu wenige – ihr Interesse bekundet? Oder meldeten sich nur Wirtschaftsprüfer, die 7C Solarparken nicht mandatieren will? Wir wissen es nicht. 7C Solarparken beantwortete eine entsprechende FINANCE-Anfrage nicht. Zuletzt prüfte Baker Tilly das Unternehmen und bekam dafür 210.000 Euro Honorar. Das Next-Six-Haus prüft seit 2015 die Abschlüsse von 7C Solarparken.
Info
Sie haben Neuigkeiten zu Personalien oder sonstigen spannenden Entwicklungen aus der deutschen Wirtschaftsprüfungsbranche? Dann schreiben Sie mir gerne an falk.sinss@finance-magazin.de
Falk Sinß ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Soziologie, Politologie und Neuere und Mittlere Geschichte in Frankfurt am Main sowie in Mainz Journalismus studiert, wo er auch einen Lehrauftrag inne hatte. Vor seiner Zeit bei FINANCE war Falk Sinß drei Jahre Redakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft und zehn Jahre für verschiedene Medien des Universum Verlags tätig.
