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PwC plant Einsparungen von 50 Millionen Euro pro Jahr

Mitarbeiter müssen umziehen, Standorte werden geschlossen. PwC schaut auf seine Kosten und plant jährlich mit Einsparungen in Höhe von 50 Millionen Euro.
Rawpixel Ltd / iStock / Thinkstock / GettyImages

Das größte deutsche Prüfungs- und Beratungsunternehmen PwC plant, durch Umstrukturierungen jährlich 50 Millionen Euro zu sparen. Wie FINANCE am Mittwoch exklusiv berichtete, sollen allein über die Schließung von insgesamt sieben Standorten und die Verlagerung der Verwaltung von Frankfurt nach Düsseldorf 25 Millionen Euro pro Jahr an Kosten wegfallen.

Mit Hilfe neuer Technologien wollen die Wirtschaftsprüfer und Berater weitere 25 Millionen Euro pro Jahr sparen. So soll etwa eine neue Analyse-Software dabei helfen, große Datenmengen zu verarbeiten, wenn die Jahresabschlüsse für Kunden erstellt werden ein Beispiel dafür, wie PwC über alle Geschäftsbereiche hinweg Technik einsetzt, um letztlich weniger für das eigene Personal auszugeben.

PwC will die 50 Millionen Euro gleich wieder investieren

Wo die freigeschaufelten 50 Millionen Euro hinfließen sollen, weiß PwC auch schon. Das Geld soll in neue Technologien und weitere Zukäufe fließen. „Der Fokus liegt in erster Linie auf Technologieanbietern. Es ist vorstellbar, dass wir sowohl ein spezielles Mitarbeiterteam übernehmen, als auch ein Technologieunternehmen erwerben oder uns daran beteiligen“, sagte ein PwC-Sprecher gegenüber FINANCE.

Das Thema Digitalisierung ist derzeit ganz oben auf der Agenda in der Wirtschaftsprüfungsbranche. Um nicht den Anschluss zu verlieren, müssen die Gesellschaften viel Geld in die Hand nehmen. Gleichzeitig ist die Digitalisierung auch ein Umsatztreiber im Bereich Consulting, da die Beratungsnachfrage der Unternehmen in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist.

PwC verhandelt mit Mitarbeitern über Umzug

Ein PwC-Sprecher betont, dass durch die Standortverlagerungen keine Kündigungen ausgesprochen werden. „Unser Ziel ist es, alle betroffenen Mitarbeiter auf umliegende Standorte zu verteilen“, sagt der Sprecher und ergänzt: „Derzeit sind wir in Gesprächen darüber, unter welchen Rahmenbedingungen dies geschehen kann.“

Doch ob wirklich alle der rund 800 Mitarbeiter so einen Umzug antreten werden, ist fraglich. Immerhin: Freigewordene Stellen sollen durch Neueinstellungen ersetzt werden, heißt es. Insgesamt hat PwC im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr Mitarbeiter eingestellt als im Vorjahr. Nach eigenen Angaben stellte das Unternehmen an den 30 Standorten (vor den Schließungen) 1.721 Mitarbeiter ein und damit 221 mehr als im Vorjahr.

PwC rechnet mit zweistelligem Umsatzwachstum

Die Umsätze für das Deutschlandgeschäft kletterten im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 überraschend stark um 6,3 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro. Im Vorjahr lag das Wachstum noch bei rund 3 Prozent. Noch stärker als PwC ist im Geschäftsjahr 2014/2015 allerdings Deloitte gewachsen: Laut den heute vorgelegten Zahlen um 8 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr 2015/2016, das am 30. Juni endet, peilt PwC ein zweistelliges Wachstum an. Davon sollen 6 bis 8 Prozent organisch sein, der Rest erschließt sich aus den neu konsolidierten Bereichen, so PwC. Dazu gehört insbesondere die im April 2014 übernommene Unternehmensberatung Booz & Co.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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