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Bafin nimmt Hertha-Investor Lars Windhorst ins Visier

Hertha BSC hat die jüngste Tranche von Lars Windhorst verbucht. Doch dem Investor droht nun von anderer Seite Ärger.
Sergey Kohl - stock.adobe.com

Von Sommerloch ist bei Lars Windhorst nichts zu spüren: Der umtriebige Investor, seit rund zwei Jahren über seine Tennor-Holding Großinvestor des Berliner Fußballklubs Hertha BSC, hat Fans und Klubchefs in den zurückliegenden Tagen ordentlich in Atem gehalten. Der Grund war eine Zahlung über 35 Millionen Euro, die am vergangenen Freitag bei der Hertha hätte eingehen sollen, zunächst aber nicht kam.

Der Betrag bezieht sich auf eine Transaktion, mit der Windhorst sein Hertha-Investment im vergangenen Jahr auf 66,6 Prozent aufstockte. Die dafür fälligen 150 Millionen Euro flossen jedoch bislang nicht komplett, immer wieder gab es Verzögerungen. Ein Restbetrag von rund 65 Millionen Euro war daher in zwei Tranchen für den 1. Juli sowie 15. August vereinbart.

Inzwischen haben die Berliner die 35 Millionen Euro verbucht, der Zahlungseingang war an diesem Montag in den Systemen. „Die letzte Rate wird dann wie vereinbart auch kommen. Viel Lärm um nichts“, kommentierte Lars Windhorst das Thema auf Twitter. Er hat bislang insgesamt rund 345 Millionen Euro in die Hertha investiert. Auch deren Geschäftsführer Fredi Bobic gab sich betont gelassen und ließ sich mit der Aussage „Mich bewegt das nicht“ zitieren.

Neue Anschuldigungen gegen Lars Windhorst

Deutlich stärker bewegt zeigte sich Windhorst dann aber von einer schlechten Nachricht, die am gestrigen Montagabend die Runde machte: Laut „Financial Times“ soll die Bankenaufsicht Bafin Anzeige gegen den Investor gestellt haben, weil sie Unregelmäßigkeiten bei einem seiner Investmentvehikel vermutet. Die Berliner Behörden ermittelten nun gegen Windhorst. Die genauen Details zu den Anschuldigungen sind noch nicht bekannt.

Dem Bericht zufolge soll ein Investmentvehikel mit dem Namen Evergreen Funding, das Windhorst gehöre, im Fokus der Ermittlungen stehen. Evergreen Funding hat seinen Hauptsitz in Luxemburg. Laut „FT“ wird der Vorwurf geprüft, dass es zu illegalen Bankgeschäften gekommen sein könnte.

Lars Windhorst reagiert auf Twitter

Lars Windhorst selbst hatte bereits zu Beginn dieser Woche mit weiterem Ungemach gerechnet: „Aus Erfahrung weiß ich, dass die nächsten Angriffe nicht lange auf sich warten lassen werden“, twitterte er am Montag, kurz nachdem die Millionenzahlung bei der Hertha eingetroffen war. Wenige Stunden später folgte der Bericht der „Financial Times“, auf den Windhorst inzwischen ebenfalls per Kurznachrichtendienst reagierte. 

Dort machte er seinem Unmut in deutlichen Worten Luft: „That is old News“, twitterte er zunächst an die „FT“ gerichtet. Über die Bafin-Untersuchung sei er seit Mai informiert. Er sei nicht besorgt und unterstütze die behördlichen Ermittlungen, teilte der Investor mit. 

Für die Anschuldigungen sehe er keine Grundlage, schrieb Windhorst weiter. Weder Evergreen Funding noch andere Unternehmen der Gruppe seien regulierten Bankgeschäften nachgegangen. Dies habe man der Bafin auch erklärt und sei nun „perplexed and disappointed“, dass die Bafin die Anschuldigungen dennoch weiter verfolge.

Aus den Schlagzeilen dürfte Windhorsts Name auch in den kommenden Wochen nicht verschwinden. Für Hertha-Fans ist der 15. August das nächste spannende Datum: Dann soll noch einmal eine Tranche über rund 30 Millionen Euro bei dem Hauptstadtklub eingehen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Info

Wie sich die verschiedenen Klubs finanziell aufstellen, lesen Sie in unserem Fußball-Finanzen-Blog Dritte Halbzeit.

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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