Newsletter

Abonnements

Bund beteiligt sich zu 99 Prozent an Uniper

Uniper ist in finalen Gesprächen über die Verstaatlichung. Foto Uniper.
Uniper ist in finalen Gesprächen über die Verstaatlichung. Foto Uniper.

Nach wochenlangen Verhandlungen ist nun klar: Uniper wird verstaatlicht. Das Gashändler befindet sich in „abschließenden Gesprächen“ mit dem Bund und Fortum über eine Änderung des Stabilisierungspakets, das im Juli geschlossen worden, teilte Uniper am gestrigen Dienstagnachmittag mit.

Wie hoch die Beteiligung ausfallen soll, teilte Uniper zu dem Zeitpunkt nicht mit. Aber: Der neue Rettungsplan für Uniper sieht vor, dass der bisherige Mehrheitseigner Fortum seine Uniper-Anteile an den Bund verkauft. Die Finnen halten derzeit fast 78 Prozent der Anteile an Uniper.

Zusätzlich soll Uniper von der Bundesregierung eine Kapitalspritze in Höhe von 8 Milliarden Euro erhalten. Mit diesem Geld sollen einem Bloomberg-Bericht zufolge von Fortum gewährte Darlehen zurückgezahlt werden.

Info

Situation bei Uniper drastisch verschlechtert

Schon vergangene Woche war durchgesickert, dass Uniper eine Mehrheitsbeteiligung des Bundes bevorstehen könnte. Der Agentur Reuters zufolge sei die Verstaatlichung die einzige verbliebene Möglichkeit gewesen.

Bereits im Juli hatten sich der Bund, Uniper und Fortum auf ein Milliarden-Rettungspaket für den kriselnden Energiekonzern geeinigt. Dieses sah jedoch eine Staatsbeteiligung in Höhe von 30 Prozent vor. In der Zwischenzeit verschlechterte sich die Situation des Gaskonzerns drastisch, was unter anderem daran liegt, dass Russland die Gaslieferungen über Nord Stream 1 erst reduzierte und schließlich vollständig einstellte.

Um die gestiegenen Kosten – in Folge der ausbleibenden Gaslieferungen – zu kompensieren, hatte Uniper bereits einen Kredit in Höhe von 9 Milliarden Euro komplett gezogen. Eine Erhöhung des Kredits um 4 Milliarden Euro war kürzlich bewilligt worden. Schon bevor die Gaslieferungen vollständig eingestellt wurden, meldete der Düsseldorfer Konzern zum ersten Halbjahr 2022 einen Verlust von mehr als 12 Milliarden Euro.

eva.brendel@finance-magazin.de | + posts

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.

Unternehmen
Augenöffner für Finanzentscheider
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022
Jetzt Insights sichern »
Jetzt lesen »
Inside Corporate Banking: Die Serie zum Banken-Survey 2022