Metro

03.11.17
Wirtschaft

Hausdurchsuchung bei Metro

Die Staatsanwaltschaft hat heute Morgen die Metro-Zentrale durchsucht. Anlass ist der Verdacht des Insiderhandels gegen Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinmann und einen Vorstand im Zuge der Aufspaltung des Handelsriesen.

Dem Handelskonzern Metro droht Ärger mit den Behörden. Laut eines Berichts des Magazins „Der Spiegel“ prüft die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft den Verdacht auf Insiderhandel, da führende Mitarbeiter gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen haben könnten. Ein Unternehmenssprecher der Metro bestätigte gegenüber dem „Spiegel“, dass die Staatsanwaltschaft am Freitagmorgen die Räumlichkeiten in der Metro-Straße 1 durchsucht hätte. Er gab an, dass Metro mit den Behörden vollumfänglich kooperiere wolle.

Der Verdacht bezieht sich auf die Aufspaltung des MDax-Konzerns Metro in ein Großhandels- und ein Elektronikhandelsunternehmen („Ceconomy“). Laut des Spiegel-Berichts untersucht die Staatsanwaltschaft vor der Aufspaltung getätigte Aktienkäufe von Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinmann und eines bislang noch nicht namentlich bekannten Vorstandsmitglieds. 

Metro-Aufsichtsratschef Steinmann im Fokus

Laut des Berichts hat Steinmann am 22. Februar 2016 für rund 1 Million Euro 43.000 Metro-Aktien gekauft. Als der Konzern dann Ende März 2016 bekannt gab, sich aufzuspalten zu wollen, regierte die Metro-Aktie mit einem Kurssprung. Nach Berechnung des „Spiegels“ habe Steinmann „bis zum Abend des 30. März auf dem Papier 172.250 Euro Gewinn“ gemacht.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hegt demnach außerdem Zweifel, dass die Investoren rechtzeitig über die Aufspaltungspläne informiert worden seien. Auch dieses mögliche Vergehen prüft die Staatsanwaltschaft jetzt . Die Metro-Aktie regierte auf diese Nachricht am heutigen Freitag mit einem leichten Rückgang von knapp 1 Prozent auf 16,50 Euro, während der breite Markt heute seitwärts tendiert.

Verdacht auf Insiderhandel kostete Kengeter den Job

Die Wertpapieraufsicht schaut bei Aktienkäufen von handelnden Personen bei Fusionen und Übernahmen oder ähnlichen Kapitalmarkttransaktionen genau hin. Erst vor wenigen Tagen trat Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter zurück, da sich der Verdacht des Insiderhandels im Zusammenhang mit dem geplanten Merger mit der London Stock Exchange bislang nicht außergerichtlich aus dem Weg schaffen ließ. 

Kengeter trat zurück, „um es der Gesellschaft zu ermöglichen, ihre Energie wieder voll auf ihre Kunden, das Geschäft und Wachstum zu fokussieren und sie nicht weiter Belastungen durch das laufende Ermittlungsverfahren auszusetzen.“

philipp.habdank[at]finance-magazin.de