Der Säureanschlag auf den Innogy-CFO Bernhard Günther aus dem Frühjahr 2018 könnte nun doch noch aufgeklärt werden. Die zuständigen Ermittler haben vergangenen Freitag einen Tatverdächtigen festgenommen, der nun in Untersuchungshaft sitzt, wie die Wuppertaler Staatsanwaltschaft auf Nachfrage bestätigte.
Eigentlich hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen und Suche nach den Tätern vor rund einem Jahr nach sieben Monaten ergebnislos eingestellt. Die Identität der Täter sowie die Motive für das Attentat hätten nicht geklärt werden können, teilte die Staatsanwaltschaft damals mit.
Wie die Staatsanwaltschaft nun bekanntgab, habe sie die Ermittlungen jedoch aufgrund anonymer Hinweise wieder aufgenommen. Am 18. Oktober sei daraufhin ein 32-jähriger Mann im Rahmen einer Sportveranstaltung in Köln festgenommen worden. Zudem seien in mehreren Städten Durchsuchungsmaßnahmen gegen weitere mutmaßlich an der Tat beteiligte Personen erfolgt. Die Ermittlungen dauern der Staatsanwaltschaft zufolge noch an.
Tatmotiv für Säureanschlag weiter unklar
Günther und Innogy hatten einem Bericht des Magazins „Focus“ zufolge einen Privatermittler mit der Aufklärung beauftragt und 80.000 Euro als Belohnung für wichtige Hinweise ausgelobt. Über einen Informanten, den Privatermittler und mithilfe weiterer Sicherheitsstellen sei der Tatverdächtige schließlich gefasst worden. Sein Komplize befinde sich dagegen weiter auf der Flucht.
Dem Focus-Bericht zufolge handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Kampfsportler aus Köln mit Verbindung ins kriminelle Milieu. Detaillierte, offizielle Informationen zum Tatverdächten liegen derzeit noch nicht vor.
Wie der Focus – allerdings bisher noch als einzige Quelle – weiter berichtet, soll der 32-Jährige im Auftrag eines mit Günther konkurrierenden Managers gehandelt haben. Die Staatsanwaltschaft machte zum Motiv des Tatverdächtigen bisher noch keine Angaben.
FINANCE-Köpfe
Bernhard Günther bleibt Innogy-CFO
Im März vergangenen Jahres wurde Günther beim Joggen in der Nähe seines Wohnhauses in Haan bei Düsseldorf von zwei Männern angegriffen und mit Säure übergossen. Er erlitt dabei schwere Verletzungen und schwebte zeitweise sogar in Lebensgefahr.
Bereits zwei Monate nach dem Anschlag nahm Günther seinen Job als Finanzchef wieder auf. Zunächst jedoch nur aus der Ferne, indem er an vielen Terminen telefonisch teilnahm, wie sein Aufsichtsratschef Erhard Schipporeit bei der Hauptversammlung des Essener Energiekonzerns berichtete.
Der Anschlag und die anschließenden Ermittlungen fielen inmitten des Zerschlagungsprozesses von Innogy. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Günther nach dem Verkauf von Innogy an den Energieriesen E.on CFO von Innogy bleiben wird. Das sorgte für einige Überraschung, da praktisch alle Schlüsselpositionen in dem neuen Konzern von E.on-Managern besetzt wurden.
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Lesen Sie mehr über den Innogy-CFO im FINANCE-Köpfe-Profil von Bernhard Günther.
