Newsletter

Abonnements

Ex-Conti-CFO Katja Garcia Vila heuert bei MTU Aero Engines an 

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken
Nach 27 Jahren bei Continental wird Katja Garcia Vila im Juli CFO beim Triebwerksbauer MTU Aero Engines. Foto: MTU Aero Engines
Nach 27 Jahren bei Continental wird Katja Garcia Vila im Juli CFO beim Triebwerksbauer MTU Aero Engines. Foto: MTU Aero Engines

Katja Garcia Vila hat einen neuen Job. Im April startet die ehemalige Finanzvorständin des Automobilzulieferers Continental bei dem Münchener Triebwerksbauer MTU Aero Engines, ab Juli als CFO. Ihr Vertrag ist auf drei Jahre angesetzt.

Bereits im März 2024 hatte Garcia Vila verkündet, aufgrund „eigener Karriereplanung“ ihren Vertrag als Finanzvorständin bei Continental nicht zu verlängern. Ihr Nachfolger, Olaf Schick, war Mitte 2024 angetreten, wird Continental allerdings im September gen Mercedes-Benz verlassen. Wer ihm nachfolgt, ist noch nicht bekannt.

Bei MTU folgt die Finanzerin auf Peter Kameritsch, der seinen Ende 2025 auslaufenden Vertrag nach sieben Jahren nicht verlängern will, um künftig verstärkt als Aufsichtsrat tätig zu sein, teilt das Unternehmen mit.

CFO Garcia Vila war 27 Jahre bei Continental

Für Katja Garcia Vila beginnt bei MTU Aero Engines eine neue Ära. Sie war 27 Jahre lang in verschiedenen Positionen beim Automobilzulieferer Continental tätig. So bekleidete sie etwa Positionen in den Bereichen IT, Marketing, Vertrieb, Logistik, Revision und Einkauf.

2008 übernahm sie in der Konzernfinanzabteilung die Leitung des Bereichs „Systems & Standards“, ab 2013 leitete sie die weltweite Konzernrevision. Von 2018 an zeichnete sie als Finanzchefin der Tochter Contitech für Finanzen, Controlling und IT verantwortlich. Schließlich wurde sie von 2021 bis 2024 zur Vorständin für Finanzen, Controlling und IT berufen.

MTU schaffte es mit CFO Peter Kameritsch in den Dax

Die Fußstapfen, in die die ehemalige Conti-CFO tritt, sind groß. Kameritsch, so hebt das Unternehmen es in seiner Mitteilung hervor, hat den profitablen Wachstumspfad von MTU viele Jahre mitgestaltet und entscheidend zur Bewältigung der finanziellen Herausforderungen während der Corona-Krise beigetragen. In seiner Amtszeit ist das Unternehmen etwa in den Dax aufgestiegen.

Während es für MTU im vergangenen Jahr am Aktienmarkt deutlich bergauf ging und der Triebwerkshersteller erst in der vergangenen Woche sein Allzeithoch von 350,2 Euro je Aktie feierte, waren für Continental die vergangenen Monate durchwachsen. Seit 2022 erfährt die Aktie des Automobilzulieferers ein stetiges Auf und Ab und musste sich insbesondere in der ersten Jahreshälfte von 2024 nach einem Kursverlust von über 30 Prozent auf knapp 52 Euro je Aktie wieder erholen. Derzeit steht die Aktie bei 68 Euro.

Katja Garcia Vila hatte bei Continental viele Baustellen

Die schlechte Aktienkursperformance von Conti hat mehrere Gründe. Einer davon: Der Automobilzulieferer steckt wie so viele seiner Mitstreiter tief in der Krise, insbesondere die größte Conti-Sparte Automotive. Durch diese musste Garcia Vila den Konzern durchmanövrieren. Dabei habe sie nicht immer eine gute Figur gemacht, auch in ihrem Finanzressort habe sich während ihrer Amtszeit wenig getan, lautet die durchwachsene Bilanz von Unternehmenskennern. Die Automotive-Sparte soll nun an die Börse gebracht werden, mit dem Projekt wurde die Ex-Hornbach-CFO Karin Dohm beauftragt.

Auch bei MTU steht in diesem Jahr ein Umbruch an, zumindest in der Vorstandsetage: Der Triebwerksbauer bekommt gegen Ende des Jahres einen neuen CEO. Lars Wagner hat seinen Vertrag ebenfalls nicht verlängert und wechselt zur Verkehrsflugzeugsparte von Airbus. Sein Amt soll Johannes Bussmann übernehmen. Er ist derzeit noch Vorstandsvorsitzender von Tüv Süd, sitzt aber bereits im Aufsichtsrat von MTU.

Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.