Grüne Hybridanleihen von RWE
Zuletzt hatte RWE den Markt für Hybridbonds vor zehn Jahren angezapft. Nun kehrt der Essener Energiekonzern mit zwei neuen grünen Hybridanleihen im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro zurück. Beide Tranchen haben ein Volumen von 500 Millionen Euro und eine Laufzeit von dreißig Jahren. Der erste Rückzahlungstermin steht für die erste Tranche 5,25 und für die zweite Tranche nach acht Jahren an. Verzinst werden die Tranchen mit 4,125 Prozent beziehungsweise 4,625 Prozent pro Jahr.
Nach Angaben des Energiekonzerns war die Transaktion bei Investoren sehr beliebt. Die Orderbücher der Hybridbonds beliefen sich demnach auf insgesamt 10,5 Milliarden Euro und waren damit mehr als zehnfach überzeichnet. Der Ausgabepreis der ersten Tranche lag bei 99,653 Prozent, bei der zweiten waren es 99,509 Prozent. Der Erlös wird gemäß dem Green Finance Framework des Konzerns eingesetzt. RWE investiert massiv in die Energiewende.
Strabag erweitert Kreditrahmen um 600 Millionen Euro
Der Technologiekonzern für Baudienstleistungen Strabag hat seine Kreditlinien vorzeitig refinanziert und erweitert. Konkret wurde ein syndizierter Avalkredit des Unternehmens von 2 Milliarden Euro auf 2,5 Milliarden Euro und ein Barkredit von 400 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro aufgestockt. Die beiden Kredite haben eine Laufzeit von fünf Jahren mit der Option auf zweimalige Verlängerung um jeweils ein Jahr. Das Konsortium für die Transaktion bestand aus elf internationalen Banken. Angeführt wurde es von der Deutschen Bank und der Raiffeisen Bank.
Die neuen Kredite sollen die finanzielle Stabilität und das geplante Wachstum des Unternehmens im Rahmen der Strategie 2030 absichern. Strabag rechnet für das Geschäftsjahr 2025 mit einer Leistung von rund 21 Milliarden Euro, was einem Wachstum von über 25 Prozent seit der letzten Refinanzierung im Jahr 2019 entspricht.
Brainlab traut sich an einen Börsengang
Das Medizintechnikunternehmen Brainlab wagt den Gang auf das Börsenparkett. Wie die Münchener am vergangenen Donnerstag mitteilten, soll die Notierung der Aktien des Unternehmens schon in den kommenden Wochen am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgen. Durch eine Kapitalerhöhung sollen Brainlab dabei rund 200 Millionen Euro zufließen. Zudem soll eine bisher nicht genau benannte Zahl an Sekundäraktien platziert werden. Gründer Stefan Vilsmeier wird die Münchener auch nach dem Börsengang weiter als langfristiger Investor unterstützen, heißt es vonseiten des Unternehmens.
Brainlab bietet Medizintechnik-Software für Operationen und Tumor-Strahlentherapien an, mit der Operationen beispielsweise am Gehirn oder an der Wirbelsäule exakt geplant und gesteuert werden können. Mit den Erlösen aus dem IPO will Brainlab nun in weitere Anwendungsfelder expandieren. Zu möglichen Märkten zählen demnach zum Beispiel die Orthopädie oder die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Der Gang an die Börse soll jedoch auch die Bilanz der Münchener stärken, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.
Berenberg und Deutsche Bank agieren bei dem Börsengang als Joint Global Coordinators. Commerzbank, in Kooperation mit Oddo BHF, Jefferies und Unicredit sind als Joint Bookrunners tätig. Evercore fungierte als Finanzberater für Brainlab.
Weitere Finanzierungsmeldungen
ZF Friedrichshafen hat einen neuen Bond im Volumen von 1,25 Milliarden Euro am Markt platziert. Der Bond wird mit 7 Prozent verzinst und läuft fünf Jahre. Das Orderbuch für die neue Anleihe belief sich auf 4,5 Milliarden Euro und war damit fast vierfach überzeichnet. Clifford Chance hat ZF Friedrichshafen bei der Emission rechtlich beraten. Das Bankenkonsortium für diese Transaktion bestand aus Barclays, BNP Paribas, Citi, Commerzbank, Deutsche Bank, J.P. Morgan und Unicredit.
Der Immobilienkonzern Vonovia hat zwei neue Anleihe-Tranchen im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Schwedischen Kronen (rund 91,6 Millionen Euro) am Kapitalmarkt platziert. Die erste Tranche in Höhe von 500 Millionen Schwedischen Kronen wird fest mit 3,308 Prozent verzinst und in drei Jahren zur Rückzahlung fällig. Die zweite Tranche, ebenfalls im Volumen von 500 Millionen Schwedischen Kronen, wird auch 2028 fällig, ist jedoch variabel verzinst. Der Kupon richtet sich nach dem schwedischen Referenzzins Stibor. Hinzu kommt eine Marge von jährlich 1,2 Prozent.
Der Fußball-Zweitligist Hertha BSC hat die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit von seinen Anleihegläubigern erhalten, um die Laufzeit seines Nordic Bond in Höhe von 40 Millionen Euro zu verlängern. Ursprünglich war der Bond 2018 mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Kupon von 6,5 Prozent begeben worden. Im Juni 2023 folgte eine erste Verlängerung der Anleihe bis November 2025 und eine Heraufsetzung des Zinssatzes auf 10,5 Prozent. Nun konnte sich Hertha mit seinen Anleihegläubigern auf eine weitere Verlängerung bis 2028 verständigen. Der Kupon soll dabei wieder auf 6,5 Prozent herabgesetzt werden. Dank der nun erfüllten finanziellen Kriterien erhielt Hertha zudem die Spiellizenz für die 2. Bundesliga für die Saison 2025/26.
Proxima Fusion, ein Fusionsenergie-Startup aus München, hat in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 130 Millionen Euro eingesammelt. Die Investoren Cherry Ventures und Balderton Capital führten die Runde an. Zudem beteiligten sich UVC Partners, der Deeptech & Climate Fonds, Plural, Leitmotif, Lightspeed, Bayern Kapital, Club degli Investitori, Omnes Capital, Elaia Partners, Visionaries Tomorrow, Wilbe und Redalpinean dem Start-up. Insgesamt verfügt Proxima Fusion damit nun nach eigenen Angaben über 185 Millionen Euro an öffentlichen und privaten Mitteln. Mit dem Kapital planen die Münchener, das weltweit erste kommerzielle Fusionskraftwerk auf Basis eines Stellarator-Designs zu bauen. Orrick hat Proxima Fusion bei der Finanzierungsrunde beraten.
Rating-Meldungen
S&P hat das Rating von Wepa Hygieneprodukte von „BB-“ auf „BB“ angehoben. Der Ausblick ist stabil.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
