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Finanzierungen: Salzgitter, E.on, Tubulis

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Der Stahlkonzern Salzgitter will sich von Anteilen am Kupferhersteller Aurubis lösen. Foto: stockyes – stock.adobe.com
Der Stahlkonzern Salzgitter will sich von Anteilen am Kupferhersteller Aurubis lösen. Foto: stockyes – stock.adobe.com

Salzgitter platziert eine neue Wandelanleihe

Der Stahlkonzern Salzgitter hat eine Wandelanleihe in Höhe von 500 Millionen Euro platziert, um so einen Teil seiner Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis abzustoßen. Die Schuldverschreibungen laufen bis 2032 und werden mit 3,375 Prozent verzinst. Anleger können die Papiere unter bestimmten Bedingungen in Aurubis-Aktien umtauschen. Die Wandelanleihe ist mit 3,4 Millionen Aurubis-Aktien hinterlegt, was etwa 7,6 Prozent des ausgegebenen Grundkapitals entspricht, wie Salzgitter am Mittwoch mitteilte. Salzgitter ist mit knapp 30 Prozent größter Aktionär bei Aurubis.

Der Erlös der Schuldverschreibungen soll unter anderem in das Grünstahl-Projekt „Salcos“ sowie in Restrukturierungsmaßnahmen fließen. BNP Paribas, Commerzbank (in Kooperation mit Oddo BHF), Deutsche Bank und Unicredit fungierten im Zusammenhang mit der Transaktion als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Linklaters hat Salzgitter bei der Emission rechtlich beraten.

E.on erschließt sich den Kapitalmarkt „Down Under“

Der Energiekonzern E.on hat sich erstmals an den australischen Kapitalmarkt gewagt. Die Essener platzierten eine grüne Anleihe in Höhe von 500 Millionen Australischen Dollar (rund 276 Millionen Euro). Es ist die erste Emission des Konzerns unter dem neu aufgelegten Australian Dollar Medium Term Note Programm.

Die Debüt-Anleihe hat eine Laufzeit von zehn Jahren, wird mit 5,461 Prozent verzinst und wurde in Euro geswappt. Man plane nun, ein regelmäßiger Emittent am australischen Anleihemarkt zu werden, heißt es in einer Pressemitteilung von E.on zur Transaktion.

Die Erlöse aus der grünen Anleihe sollen zur Finanzierung grüner Projekte gemäß des Green Bond Framework des Konzerns verwendet werden. Mit der Transaktion seien nun über 70 Prozent des Finanzierungsbedarfs für 2025 durch grüne Anleihen gedeckt, teilt E.on mit. Damit sei der konzerneigene Zielwert von mehr als 50 Prozent deutlich übertroffen.

Deutsche Bank, SMBC und Westpac fungierten bei der Transaktion als Bookrunner.

Rekord-Finanzierungsrunde für Tubulis

Das Biotechnologieunternehmen Tubulis hat in einer Finanzierungsrunde umgerechnet rund 308 Millionen Euro (361 Millionen US-Dollar) eingesammelt. Nach Angaben der Beteiligten handelt es sich um die bislang größte Series-C-Finanzierung eines europäischen Biotech-Unternehmens. Die Finanzierungsrunde wurde von Venrock Healthcare Capital Partners angeführt. Außerdem beteiligten sich erstmals Wellington Management und Ascenta Capital an Tubulis.

Zu den bestehenden Investoren, die sich erneut engagierten, gehören Andera Partners, Nextech Invest, EQT Life Sciences, Frazier Life Sciences, Deep Track Capital, Bayern Kapital, Fund+, der High-Tech Gründerfonds, Occident und Seventure Partners. Tubulis entwickelt Antikörper-Wirkstoffe für die gezielte Krebstherapie. Mit dem frischen Kapital soll die klinische Entwicklung des führenden Wirkstoffs des Unternehmens vorangetrieben werden. CMS hat Tubulis im Rahmen der Finanzierungsrunde beraten.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Volkswagen Financial Services hat einen neuen Green Bond platziert. Die Anleihe hat ein Volumen von 500 Millionen Schwedischen Kronen (rund 45 Millionen Euro) und wird im April 2027 zur Rückzahlung fällig. Der Green Bond wird variabel verzinst. Der Zinssatz setzt sich dabei aus dem 3-Monats-Stibor und einer zuzüglichen Marge von 0,67 Prozent zusammen.

Das Immobilienunternehmen Alstria hat eine neue Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro platziert. Das Papier wird mit 4,25 Prozent verzinst und ist 2029 zur Rückzahlung fällig. Das Volumen des finalen Orderbuchs der Emission lag bei 650 Millionen Euro. Die Emissionserlöse sollen neben einem bereits erfolgten Rückkauf ausstehender Unternehmensanleihen auch für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Im Rahmen eines Rückkaufangebots hat Alstria ausstehende Anleihen im Gesamtnennbetrag von rund 109 Millionen Euro zurückgekauft. Die zurückgekauften Anleihen des Immobilienunternehmens wären in den Jahren 2026 und 2027 fällig geworden. A&O Shearman hat Alstria bei der Neuemission und dem Rückkaufangebot rechtlich beraten.

Das Immobilienunternehmen Pandion aus Köln hat eine Finanzierungsvereinbarung mit einem Investor über 100 Millionen Euro abgeschlossen. Die Mittel sind laut Angaben des Unternehmens für bestehende Projekte vorgesehen und Teil eines Konzepts zur Neuausrichtung der Finanzierungsstruktur. Ihre Auszahlung stelle zudem eine „wichtige Voraussetzung für die Gewährleistung der Liquidität“ von Pandion dar, heißt es in einer Pressemitteilung der Kölner. Die Auszahlung der Mittel steht unter verschiedenen aufschiebenden Bedingungen, darunter die Verlängerung oder Refinanzierung wesentlicher bestehender Verbindlichkeiten. Pandion prüfe daher mögliche Auswirkungen auf die Unternehmensanleihe 2021/2026.

Das Energiewendeunternehmen E-Regio hat erstmals ein Schuldscheindarlehen platziert. Der Schuldschein im Volumen von 80 Millionen Euro war bei seiner Platzierung deutlich überzeichnet gewesen, teilt das Euskirchener Unternehmen mit. Bei einer ursprünglichen Anfrage von 50 Millionen Euro hätten letztendlich Investorenangebote in Höhe von über 150 Millionen Euro vorgelegen. Beteiligt an der Transaktion waren 22 Investoren, darunter Banken und Sparkassen sowie Pensionskassen aus Deutschland und Österreich. Angesichts des eigenen Kapitalbedarfs für den Transformationsprozess sowie eines hohen Investoreninteresses befindet sich E-Regio nach eigener Aussage bereits in weiteren Gesprächen mit potentiellen Finanzierungspartnern und strebt nächste Finanzierungsschritte an.

Das Heilbronner Raketen-Start-up Hyimpulse hat von Investoren 15 Millionen Euro zur Weiterentwicklung seiner Miniträgerraketen erhalten. Die erste Finanzierungsrunde des Unternehmens wurde von Campus Founders Ventures, der Wagniskapitalfirma des Lidl-Eigners Dieter Schwarz, angeführt. Auch die Risikokapitalgeber Helantic und Gimic beteiligten sich. Zusätzlich zum Kapital der Investoren erhielt das Start-up 30 Millionen Euro an frischen Fördergeldern von europäischen Institutionen. Hyimpulse entwickelt Trägerraketen für den Transport kleiner Satelliten ins Weltall. Beim Antrieb setzten die Heilbronner dabei auf eine Kombination aus flüssigem Sauerstoff und Paraffin, also Kerzenwachs. Mit den neuen Geldern will Hyimpulse die Entwicklung seiner Raketen vorantreiben. Für 2027 ist ein erster Weltraumflug geplant.

Rating-Meldungen

Moody’s hat das „Baa1“-Rating von Volkswagen Financial Services bestätigt. Der Ausblick ist stabil.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.