Finanzierungen: Flink, Vincorion, Neura Robotics

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Flink kann mit frischem Kapital seine Flotte ausbauen. Foto: Louis Beauchet - stock.adobe.com
Flink kann mit frischem Kapital seine Flotte ausbauen. Foto: Louis Beauchet - stock.adobe.com

Flink sichert sich Finanzspritze

Der Lieferdienst Flink konnte sich 100 Millionen US-Dollar (rund 86 Millionen Euro) von Investoren sichern. Das frische Kapital stammt von den Bestandsinvestoren Prosus und Doordash. Neu eingestiegen ist zudem das Investmentvehikel des Tabakkonzerns British Tobacco. Nicht beteiligt an der Runde war indes der bislang größte Anteilseigner Rewe, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet.

Das neue Kapital will Flink nun dafür nutzen, um die Eröffnung weiterer Standorte zu finanzieren. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, kommt der Lieferdienst mit der Finanzierungsrunde auch einem anderen Ziel wieder näher. Mehreren mit den Verhandlungen vertrauten Insidern zufolge, soll sich Flink wieder einer Milliardenbewertung nähern, heißt es in dem Bericht. Den Status als Einhorn hatten die Berliner schon einmal inne, mussten ihn jedoch 2024 einbüßen, als das Geschäft nach der Corona-Pandemie schwächelte.

Vincorion strebt an die Börse

Noch ein Rüstungs-IPO? Wenn es nach Vincorion, einem Entwickler und Hersteller von Energie- und Mechatroniklösungen für Verteidigungsplattformen und Luftfahrtsysteme, geht, ja. Denn für das Unternehmen aus Wedel soll es vorbehaltlich der Marktbedingungen noch im ersten Halbjahr 2026 an die Frankfurter Börse gehen. Das teilte Vincorion am vergangenen Freitag mit.

Das Angebot für den Börsengang soll ausschließlich aus bestehenden Aktien des Hauptaktionärs Star Capital kommen. Der angestrebte Streubesitz solle einen liquiden Markt für die Vincorion-Aktien sicherstellen, heißt es in der Ankündigung des IPO. Vincorion habe zudem bereits neue Kernaktionäre gewonnen, die sich verpflichtet haben, für insgesamt etwa 105 Millionen Euro Aktien zu kaufen. Dazu zählen die Finanzinvestoren Fidelity International und Invesco Asset Management.

Milliarden-Coup für Neura Robotics?

Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Bloomberg vom vergangenen Donnerstag soll das schwäbische Robotics-Startup Neura Robotics vor dem Abschluss einer Finanzierungsrunde im Volumen von 1 Milliarde Euro stehen. Zu den Investoren soll auch Tether Holdings gehören, der Herausgeber des weltweit größten Stablecoins. Die Bewertung des Metzinger Unternehmens soll demnach auf etwa 4 Milliarden Euro steigen.

Neura Robotics entwickelt sowohl kollaborative als auch menschenähnliche Roboter, die vor allem in der Industrie eingesetzt werden. Das Besondere an den schwäbischen Maschinen: Nicht nur die Hardware der Roboter stellt Neura nach eigenen Angaben komplett selbst her, sie verfügen mit dem „Neuraverse“ zudem über eine eigene IT-Plattform zur Steuerung, über die mithilfe von Apps neue Tätigkeiten an die Roboter ausgespielt werden können.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Der Marinetechnikspezialist Gabler hat am vergangenen Mittwoch den Angebotspreis für seinen geplanten Börsengang festgelegt, der am heutigen Montag stattfinden soll. Der Preis pro Aktie beläuft sich auf 44 Euro und liegt damit in der oberen Hälfte der Angebotsspanne von 37 bis 47 Euro. Insgesamt wurden laut Gabler 3,02 Millionen Aktien platziert. Davon stammen 1,05 Millionen Papiere aus einer Kapitalerhöhung – der Rest vom bisherigen Mehrheitsaktionär Possehl. Inklusive der Mehrzuteilungsoption liegt das Platzierungsvolumen damit bei 132,8 Millionen Euro. Die Marktkapitalisierung beläuft sich zum Angebotspreis auf rund 266 Millionen Euro, der Streubesitz wird bei 49,9 Prozent erwartet.

Um einen Teil des Erwerbs der 27-Prozent-Beteiligung an der Fashionmarke Missoni zu finanzieren, hat Katjes seine als Nordic Bond begebene Unternehmensanleihe aus dem Jahr 2023 um 15 Millionen Euro aufgestockt. Insgesamt beträgt das Anleihevolumen nun 200 Millionen Euro. Der Nordic Bond läuft noch bis Mitte September 2028 und wird mit 6,75 Prozent verzinst. Er war bereits im Sommer 2025 um 70 Millionen Euro aufgestockt worden, um den damaligen Einstieg des Süßwarenherstellers bei dem Luxus- und Sportmodelabel Willy Bogner zu finanzieren. Hogan Lovells hat Katjes bei der erneuten Aufstockung beraten.

Nach Informationen von „Global Capital“ hat der Baumaschinenhersteller Liebherr eine neue Schuldschein-Emission im Volumen von 200 Millionen Euro aufgelegt. Das Schuldscheindarlehen ist dem Bericht zufolge aufgeteilt in Tranchen mit fünf- und siebenjähriger Laufzeit, sowie fester und variabler Verzinsung. Arrangiert wurde die Finanzierung von Commerzbank, LBBW und Unicredit. Zuletzt hatte Liebherr den Schuldscheinmarkt 2024 mit einem Schuldschein im Volumen von 400 Millionen Euro angezapft.

Das Bau-Start-up Gropyus aus dem baden-württembergischen Richen hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 100 Millionen Euro von Investoren erhalten. Gropyus errichtet und betreibt vollautomatisierte Produktionsanlagen für den Bau von Häusern in Holzbauweise, in denen Wand- und Deckenelemente von Robotern vorproduziert werden. Auf den Baustellen können die einzelnen Teile dann zusammengebaut werden. Die neuen Mittel sollen nun in den weiteren Ausbau der digitalen und automatisierten Planungs- und Bauprozesse sowie in die technologische Weiterentwicklung fließen.

Bei der jüngsten Indexüberprüfung der deutschen Leitindizes durch den Indexanbieter Stoxx gab es im Dax zwar keine Bewegung, dafür aber im MDax und SDax. Zum 23. März steigen der Motorenhersteller Deutz, der Stahlkonzern Salzgitter sowie der Technologiekonzern Jenoptik in den MDax auf. Dafür müssen Teamviewer, Fielmann und Carl Zeiss Meditec in den SDax wechseln. In den SDax rückt zudem Init auf und verdrängt damit PSI Software.

Aber schon am heutigen Montag gibt es weitere Veränderungen in den Indizes. Schaeffler wechselt vom SDax in den MDax auf, Deutsche Wohnen muss dafür weichen. Der Immobilienkonzern werde aufgrund der Verletzung grundlegender Kriterien aus dem MDax gestrichen, heißt es in einer Mitteilung von Stoxx. Konkret geht es um die Verfehlung des erforderlichen Mindest-Streubesitz-Anteils von 10 Prozent.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.