Erstmals grüne Hybridanleihen von Amprion
Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat erstmals zwei grüne Hybridanleihen im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro am Kapitalmarkt platziert. Die Emissionserlöse der Debüttransaktion soll der Finanzierung von nachhaltigen Projekten zum Aus- und Umbau des Übertragungsnetzes dienen.
Die nachrangigen Anleihen wurden in zwei Tranchen zu je 500 Millionen Euro mit einer Laufzeit von je 30 Jahren emittiert. Die erste Tranche wird mit 4,25 verzinst. Erstmalig zurückgezahlt werden kann die Tranche im Jahr 2031. Die zweite Tranche hat einen Kupon von 4,75 Prozent mit einer ersten Rückzahlungsoption im Jahr 2034.
Nach Angaben von Amprion stießen die Debütanleihen auf eine sehr hohe Nachfrage bei einer breit gestreuten Zahl internationaler Investoren. Zusammen mit der Anleiheemission im Januar in Höhe von 2,6 Milliarden Euro habe Amprion nun bereits einen Großteil des diesjährigen über den Kapitalmarkt zu bedienenden Finanzierungsbedarfs gedeckt, heißt es in einer Mitteilung von Amprion. ING und Unicredit fungierten bei der Transaktion als globale Koordinatoren. Commerzbank, LBBW, Morgan Stanley und SEB agierten als Active Bookrunner. Linklaters hat Amprion bei der Transaktion beraten.
Freenet platziert neuen Schuldschein
Freenet hat ein Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro platziert. Das Schuldscheindarlehen dient im Wesentlichen zur Ablösung einer Brückenfinanzierung, die das Unternehmen für den Erwerb von Mobilezone Deutschland aufgenommen hatte. Nach Angaben von Freenet war das Orderbuch des Schuldscheins mehrfach überzeichnet.
Das neue Schuldscheindarlehen besteht aus drei Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren. Die dreijährige Tranche über 104 Millionen Euro wird mit einer Marge von 1 Prozent verzinst, während die fünfjährige Tranche über 221 Millionen Euro mit einer Marge von 1,2 Prozent versehen ist. Die siebenjährige Tranche über 25 Millionen Euro wird mit 1,4 Prozent verzinst. Die Tranchenstruktur weist nach Angaben von Freenet eine annähernd hälftige Aufteilung zwischen fixer und variabler Verzinsung auf. Joint Lead Arrangeure der Transaktion waren BayernLB, LBBW und Unicredit.
Vonovia mit Social Bond und Schwedischen Kronen
Der Immobilienkonzern Vonovia hat zwei neue Anleihen am Kapitalmarkt platziert. Die Bochumer platzierten unter anderem einen neuen Social Bond in Höhe von 1 Milliarde Euro mit zweijähriger Laufzeit. Die Anleihe wird variabel verzinst. Die Emissionserlöse sollen in geeignete soziale Vermögenswerte gemäß des Sustainable Finance Framework von Vonovia fließen.
Darüber hinaus platzierte der Konzern eine Anleihe in Höhe von 750 Millionen Schwedischen Kronen (rund 69 Millionen Euro). Die Schuldverschreibungen werden ebenfalls variabel verzinst und werden so wie der Social Bond im Jahr 2028 zur Rückzahlung fällig.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Die IHO Verwaltungs GmbH, eine Tochtergesellschaft der IHO Holding, hat neue auf Euro und US-Dollar lautende Anleihen im Gegenwert von 1 Milliarde Euro platziert. Die IHO Holding ist die strategische Beteiligungsholding der IHO Gruppe, deren operatives Geschäft von Schaeffler, Continental, Aumovio und Atesteo betrieben wird. Die Emission umfasst eine Euro-Tranche mit einer Laufzeit von fünf Jahren und eine US-Dollar-Tranche mit einer Laufzeit von sieben Jahren. Die Euro-Tranche hat ein Volumen von 600 Millionen Euro und wird mit 5,625 Prozent verzinst. Die US-Dollar-Tranche in Höhe von 500 Millionen US-Dollar (rund 427 Millionen Euro) wird mit 7,375 Prozent verzinst. Die Nettoerlöse aus der Emission der neuen Anleihen sollen zur Rückzahlung bestehender Anleihen der Gesellschaft verwendet werden.
Die Industrieholding KAP hat sich mit ihren Kreditinstituten auf ein Refinanzierungskonzept geeinigt und den bestehenden Konsortialkredit verlängert. Die Vereinbarung hat ein Gesamtvolumen von 96 Millionen Euro und eine Laufzeit bis März 2029. Die Verzinsung des Kredits erfolgt auf Basis des Euribor zuzüglich einer Marge von 4,5 Prozent. Die Inanspruchnahme des Darlehens ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Dazu zählen insbesondere die Umsetzung der im IDW‑S6‑Gutachten benannten Maßnahmen, die Aufrechterhaltung bestehender Finanzierungsbausteine sowie die Ernennung eines Chief Restructuring Officer und eines Lenkungsausschusses. Zudem sei ein M&A-Prozess vorgesehen, mit dem Ziel, Vermögenswerte von KAP zu veräußern, um den Verkaufserlös als Pflichtsondertilgung des Konsortialkredites zu nutzen, heißt es in einer Mittteilung der Industrieholding. Im Rahmen der Verhandlungen wurde KAP von Herter & Co. als Debt Advisor sowie von Noerr beraten.
Das deutsch-französische Raumfahrtunternehmen Atmos Space Cargo hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 25,7 Millionen Euro eingesammelt. Die Runde wurde von Balnord und Expansion angeführt. Der Europäische Innovationsrat beteiligte sich über sein Accelerator-Programm mittels einer Mischfinanzierung, die Zuschüsse und Eigenkapitalkomponenten kombiniert. Zu den weiteren Investoren zählen Keen Defence and Security, OTB Ventures, der High-Tech Gründerfonds, Apex Ventures, Seraphim, Faber, E2MC, Kirch Ventures, Lennertz & Co., Mätch VC, MBG Baden-Württemberg und Tech Horizons. Das Start-up entwickelt wiederverwendbare Rückkehrkapseln mit innovativer aufblasbarer Hitzeschild-Technologie, die Fracht aus dem All zurück auf die Erde bringen kann.
Münch Energie hat die Gesamtfinanzierung für ein Batteriespeicherprojekt mit einer Leistung von 250 MW und einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 215 Millionen Euro abgeschlossen. Dicama, ein Investmenthaus für Mittelstands- und Projektfinanzierung, hat die Gesamtfinanzierung als Sole Lead Arranger strukturiert. Die Finanzierung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Drei Banken stellten Senior-Darlehen in Höhe von insgesamt 115 Millionen Euro bereit. Ergänzend dazu brachte Dicama ein strukturell nachrangiges Darlehen in Höhe von 79 Millionen Euro ein.
Rating-Meldungen
Moody’s hat das „B1“-Rating von Grünenthal bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf positiv angehoben.
Moody’s hat das „Baa2“-Rating von Continental bestätigt. Der Ausblick ist stabil.
Fitch hat das „BBB+“-Rating von Holcim bestätigt. Der Ausblick ist stabil.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
