Rheinmetall plant 500 Millionen Euro Anleihe
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall bereitet nach einem Bericht von Bloomberg seine erste öffentliche Anleihe seit fast 16 Jahren vor. So soll das Unternehmen die Platzierung einer Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren planen.
Rheinmetall äußerte sich dazu laut Bloomberg zunächst nicht offiziell. Allerdings gibt es eine Mitteilung von Moody’s, aus der hervorgeht, dass die Ratingagentur die geplante Emission mit einem Rating von „Baa1“ versehen hat. Die Erlöse sollen nach Einschätzung von Moody‘s für allgemeine Unternehmenszwecke sowie zur Refinanzierung anstehender Fälligkeiten verwendet werden. Begleitet wird die geplante Emission unter anderem von Unicredit, Commerzbank, Deutsche Bank und Société Générale.
AMS-Osram platziert Anleihe von 1 Milliarde Euro
Der Halbleiterkonzern AMS-Osram hat eine vorrangige unbesicherte Anleihe nach New Yorker Recht im Gesamtbetrag von 1 Milliarde Euro begeben. Wie das Unternehmen vergangene Woche mitteilte, läuft der Bond bis Mai 2023 und ist mit einem Kupon von 7,25 Prozent pro Jahr ausgestattet. Aufgrund der starken Nachfrage wurde das ursprünglich geplante Emissionsvolumen von 700 Millionen Euro aufgestockt. Der Vollzug der Transaktion ist für den 1. Juni 2026 vorgesehen.
Die Erlöse sollen zur vollständigen Rückzahlung der ausstehenden 750 Millionen US-Dollar schweren 12,25-Prozent-Anleihe sowie zur teilweisen Rückzahlung der 1,025 Milliarden Euro schweren 10,5-Prozent-Anleihe verwendet werden. Beide sind 2029 fällig. Nach Unternehmensangaben sinken die jährlichen Zinsaufwendungen durch die Transaktion um rund 40 Millionen Euro. Die Emission ist Teil des im April 2025 angekündigten Bilanzentschuldungsplans. Das Bankenkonsortium unter Führung von Deutsche Bank, HSBC und Morgan Stanley wurde von Skadden beraten.
Neben der Anleiheemission hat AMS-Osram zudem die bestehende revolvierende Kreditfazilität des Konzerns in Höhe von 600 Millionen Euro bis September 2028 verlängert. Die Linie enthält eine weitere Verlängerungsoption bis September 2030 vorbehaltlich bestimmter einzuhaltender Bedingungen.
Vonovia platziert Anleihen in Großbritannien und Australien
Der Bochumer Immobilienkonzern Vonovia hat zwei neue Anleihen an gleich zwei internationalen Kapitalmärkten platziert. Das gab das Unternehmen vergangene Woche bekannt. Es handelt sich um einen Bond über 400 Millionen britische Pfund (umgerechnet rund 460 Millionen Euro) sowie eine Anleihe mit einem Volumen von 300 Millionen australischen Dollar (185 Millionen Euro). Der GBP-Bond läuft zwölf Jahre und ist mit 6,375 Prozent verzinst, der „Kangaroo Bond“ hat eine Laufzeit von sieben Jahren. Nach Unternehmensangaben waren die Anleihen rund 1,9- beziehungsweise 1,8-fach überzeichnet und sind gegen Währungsrisiken abgesichert. Der gewichtete Durchschnittszins liegt laut Vonovia bei 4,4 Prozent in Euro.
Für den Immobilienkonzern war es jeweils erst die zweite Anleiheemission im britischen und australischen Kapitalmarkt. Die Erlöse aus den beiden Emissionen sollen insbesondere für Refinanzierungen verwendet werden. Mit den Emissionen baut Vonovia die internationale Investorenbasis weiter aus: Zu den in den vergangenen Jahren neu erschlossenen Kapitalmärkten zählen neben Großbritannien und Australien auch die Schweiz und Norwegen. White & Case beriet das Bankenkonsortium bei der GBP-Emission.
Baker Tilly: Finanzierungsumfeld bleibt angespannt
Das Finanzierungsmarktumfeld hat sich für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im ersten Quartal 2026 kaum verbessert. Das zeigt der aktuelle Finanzierungskompass von Baker Tilly. Die KfW-Ifo-Kredithürde liegt demnach für KMU und Großunternehmen weiterhin nur geringfügig unter ihren Höchststanden aus 2025 und 2024. Eine Kreditnachfrage auf unterdurchschnittlichem Niveau treffe weiter auf hohe Anforderungen der Banken. Während bei KMU nahezu alle Branchen von hohen Kredithürden betroffen sind, ist die Lage bei Großunternehmen vor allem im Einzelhandel, im verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe angespannt.
Die Unternehmenskreditzinsen sind laut Baker Tilly zum Ende des ersten Quartals 2026 über alle Laufzeitbänder infolge des Iran-Kriegs deutlich angestiegen. Entgegen dem Trend der Vorquartale sei der Anstieg im kurz- und mittelfristigen Laufzeitband (≤ 3 Jahre) höher als im langfristigen Laufzeitband (> 5 Jahre). Insgesamt erwartet Baker Tilly auch für 2026 kurzfristig stabile Referenzzinssätze sowie stabile Kreditmargen für gute Bonitäten (Investment Grade). Für schwächere Bonitäten (Non-Investment Grade) rechnet das Beratungshaus mit leicht steigenden Kreditmargen und somit Unternehmenskreditzinssätzen.
Weitere Finanzierungsmeldungen
E.on hat zwei neue grüne Anleihetranchen im Gesamtvolumen von 1,3 Milliarden Euro platziert. Die erste Tranche in Höhe von 650 Millionen Euro wird mit 3,475 Prozent verzinst und läuft bis Mai 2031. Die zweite Tranche hat ein Volumen von ebenfalls 650 Millionen Euro und wird bei einer Laufzeit bis Mai 2036 mit 4,053 Prozent verzinst. Commerzbank, Crédit Agricole, Goldman Sachs und JP Morgan bildeten das Bankenkonsortium bei der Transaktion.
Das Oldenburger Energie- und Telekommunikationsunternehmen EWE hat einen neuen Green Bond mit einem Volumen von 500 Millionen Euro platziert. Die Laufzeit beträgt acht Jahre, der Zinssatz liegt bei 3,875 Prozent. Es ist die zweite Green-Bond-Emission nach dem Debüt im Jahr 2021. Grundlage der Emission ist das im April 2026 aktualisierte Green Finance Framework von EWE. Die Mittel aus den Anleihen fließen laut EWE gezielt in EU-taxonomiekonforme Investitionen: in Stromverteilnetze, die Wasserstoffproduktion und -speicherung, Nah- und Fernwärmenetze sowie die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität. An der Emission waren die Banken ABN Amro, BNP Paribas, Commerzbank, DZ Bank und Unicredit beteiligt.
Der Automobilkonzern BMW war ebenfalls am Kapitalmarkt aktiv und hat drei neue Anleihetranchen im Gesamtvolumen von 2,2 Milliarden Euro platziert. Die erste Tranche in Höhe von 900 Millionen Euro wird mit 3,25 Prozent verzinst und läuft bis Mai 2029. Die zweite Tranche hat ein Volumen von 650 Millionen Euro und ist bei einer Laufzeit bis Mai 2032 mit einem Zinssatz von 3,625 Prozent versehen. Die dritte Tranche hat ebenfalls ein Volumen von 650 Millionen Euro, wird mit 4 Prozent verzinst und läuft bis Mai 2036.
Adidas hat eine Anleihe in Höhe von 500 Millionen Euro mit Fälligkeit im Mai 2031 und einem Kupon von 3,5 Prozent platziert. Das Orderbuch war nach Angaben des Unternehmens in der Spitze mehr als vierfach überzeichnet. JP Morgan hat die Transaktion als Global Coordinator begleitet, zusammen mit BBVA, HSBC und Standard Chartered als Joint Active Bookrunners. Citigroup, DZ Bank und Unicredit waren als Passive Bookrunners beteiligt. Die Erlöse aus der Emission werden für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet, einschließlich der Refinanzierung bevorstehender Fälligkeiten, insbesondere einer Anleihe im Volumen von 400 Millionen Euro und mit einer Laufzeit bis Oktober 2026. Linklaters hat Adidas bei der Anleihe beraten.
Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) hat zum ersten Mal den Schuldscheinmarkt betreten. Der Debüt-Schuldschein des Flughafenbetreibers hat ein Volumen von 300 Millionen Euro. Den Technical Lead bei der Transaktion und die Rolle als orderbuchführende Plattform übernahm Finpair. Als Co-MLAs waren BNP Paribas, DZ Bank sowie LBBW beteiligt. NordLB agiert als erster Darlehensgeber und Zahlstelle.
Rating-Meldungen
Moody’s hat das „A2“-Rating von Henkel bestätigt. Der Ausblick bleibt stabil.
Fitch hat das „B“-Rating von AMS-Osram bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf positiv geändert.
S&P hat das „BBB-“-Rating von Südzucker bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf negativ geändert.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
