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16.04.19
Banking & Berater

Barclays wirbt PE-Chef von Morgan Stanley ab

Kabir Chhatwani, der bei Morgan Stanley das Geschäft mit Finanzinvestoren in der DACH-Region leitete, wechselt in gleicher Funktion zu Barclays. Und die Briten holen noch einen zweiten Top-Banker von Morgan Stanley.

Barclays stellt für sein deutsches Team zwei neue Banker ein: Zum einen wird Kabir Chhatwani bei der britischen Bank künftig als Managing Director das Sponsorengeschäft im deutschsprachigen Raum verantworten. Zum anderen stößt Arthur Schuetz als Managing Director dazu. Er soll sich auf „die Entwicklung von Industriekunden im deutschsprachigen Raum konzentrieren“. Das geht aus einer internen Meldung von Barclays hervor, die FINANCE vorliegt.

Damit wächst das Team um den Deutschlandchef Peter Kimpel, der ebenfalls erst im vergangenen Oktober zu Barclays wechselte. Zuvor war der langjährige Goldman-Sachs-Banker gut vier Jahre lang Finanzchef der Start-up-Schmiede Rocket Internet. Er bezeichnete die Ernennung der beiden Banker als „ein Zeichen dafür, dass wir in den deutschsprachigen Markt investieren und das Wachstum weiter vorantreiben“. Die britischen Bank bemüht sich, im Zuge des Brexit ihre deutsche Einheit aufzustocken.

Kabir Chhatwani verlässt Morgan Stanley nach 13 Jahren

Allerdings handelt es sich bei der Verpflichtung des neuen PE-Chefs – anders als bei Schuetz – nicht um einen neu geschaffenen Posten: Als Leiter des Geschäfts mit Finanzinvestoren in der DACH-Region folgt Kabir Chhatwani auf Ulrich Böckmann, der die Bank verlassen hat, wie Barclays auf Nachfrage erklärte. FINANCE-Informationen zufolge wechselt Böckmann zum Investmenthaus Jefferies. Chhatwani wird bei Barclays neben Kimpel auch an Ken McGrath, den Leiter der Financial Sponsors Group für die Region Europa und Mittleren Osten, berichten.

Sowohl Chhatwani als auch der zweite Neuzugang Arthur Schuetz wechseln von dem US-Rivalen Morgan Stanley zu Barclays. Chhatwani verantwortete bei Morgan Stanley zuletzt das Sponsorengeschäft im deutschsprachigen Raum. Insgesamt war er 13 Jahre lang für die US-Amerikaner tätig, davon längere Zeit im M&A-Department der Bank.

Barclays will in Deutschland wachsen

Arthur Schuetz war mit zwölf Jahren fast genauso lange für Morgan Stanley tätig. Zuletzt leitete er dort aus Hong Kong heraus das Geschäft mit Industriekunden in der Region Asien-Pazifik. Bevor Schuetz zu Morgan Stanley kam, war er sechs Jahre im Corporate-Finance- und M&A-Team von JP Morgan in London tätig. Begonnen hat der Banker seine Karriere Ende der 1990er Jahre bei der Europa-Tochter des japanischen Investmenthaus Daiwa Capital Markets in London.

Für Barclays soll Schuetz, dessen internationale Berichtslinie an den Co-Chef der Global Industrial Group Thierry Le Palud geht, nun große deutsche Industrieunternehmen als Kunden gewinnen. In diesem Bereich zählt die Bank nach eigenen Angaben etwa BMW und Bayer zu seinen Kunden. Für die Leverkusener fungierte Barclays als Joint Bookrunner bei der Kapitalerhöhung über 6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Im vergangenen Jahr haben es die Briten allerdings nur im Debt-Capital-Markets-Geschäft in die Top-10 der League Tables im deutschsprachigen Raum geschafft. Das zeigen Daten des Dienstleisters Dealogic. Mit 20 begleiteten Anleihetransaktionen im Investment-Grade-Segment schaffte es Barclays hier auf Platz 4. In den Bereichen Equity Capital Markets, Syndicated Loans sowie M&A-Deals mit Zielunternehmen im deutschsprachigen Raum reichte es dagegen nicht für die Top-10.

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