Die Deutsche Bank legt zum ersten Mal Zahlen für den neuen Geschäftsbereich "Corporate & Investment Bank" vor. Das Ergebnis enttäuscht die Aktionäre.

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27.07.17
Banking & Berater

Das Investmentbanking der Deutschen Bank schwächelt

Der Sparkurs der Deutschen Bank wirkt. Doch die Erträge im Corporate- und Investmentbanking sind zum Vorjahreszeitraum um 1 Milliarde Euro zurückgegangen.

Das erste Halbjahr der Deutschen Bank im Firmenkunden- und Investmentbanking verlief ernüchternd. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sanken die Erträge im Geschäftsbereich „Corporate & Investment Bank“ (CIB) von rund 9 Milliarden auf 8 Milliarden Euro, teilte die Bank mit.  

Im CIB bündelt Deutschlands größte Bank die ehemaligen Bereiche Global Markets, Corporate Finance und das Global Transaction Banking. Verantwortet wird der Bereich seit Anfang Juli von dem früheren CFO Marcus Schenck sowie von Garth Ritchie.

Dass im CIB unter dem Strich mit 1,2 Milliarden Euro ein um 6,8 Prozent höherer Vorsteuergewinn steht, liegt daran, dass das erste Halbjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitrum nicht so stark durch Abschreibungen auf den Firmenwert und Restrukturierungsaufwendungen belastet war. Bereinigt um diese Effekte, läge der Vorsteuergewinn im CIB nur bei rund 830 Millionen Euro.

Deutsche Bank macht weniger Emissionsgeschäft mit Anleihen

Die rückläufigen Erträge im ersten Halbjahr sind vor allem dem zweiten Quartal und dem nachlassenden Handel geschuldet. Die Erträge im Segment Sales & Trading sanken im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum von rund 2 Milliarden auf rund 1,6 Milliarden Euro. 

In der Sparte Transaction Banking litt vor allem das Debt-Emissionsgeschäft, dessen Erträge um 100 Millionen auf 311 Millionen Euro schrumpften. Schuld daran sei der Abschwung im Anleiheemissionsgeschäft und die geringere Kundenaktivität in den USA  Faktoren, unter denen aktuell die gesamte Bankenbranche leidet. Die um rund 90 Prozent auf 137 Millionen Euro gestiegenen Erträge im Beratungsgeschäft, konnten die übrigen Rückgänge im CIB nicht kompensieren.

Positiv ist, dass die Deutsche Bank im ersten Halbjahr im CIB um 192 Millionen Euro (63 Prozent) weniger Kredite abschreiben musste. Das liege hauptsächlich an verbesserten Ausblicken, sehe man von den weiterhin schwierigen Schiffsfinanzierungen ab, heißt es im Halbjahresbericht. Die Deutsche Bank sitzt noch immer auf Schiffskrediten im Wert von 5 Milliarden Euro. Die Cost-Income-Ratio im CIB sank im ersten Halbjahr leicht von 83,3 auf 82,8 Prozent. Die deutsche Bank muss in dem Bereich folglich rund 83 Cent aufbringen, um 1 Euro zu verdienen.

Deutsche Bank polstert Eigenkapital auf und baut Stellen ab

Betrachtet man die gesamte Bank, sanken die Erträge im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 9,7 Prozent von 15,5 auf rund 14 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand mit rund 1,7 Milliarden Euro ein um rund 70 Prozent höherer Vorsteuergewinn als im Vorjahreszeitraum. 

Durch die 8 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung im April stieg die harte Kernkapitalquote nach vollständiger Umsetzung von Basel III von 10,8 auf 14,1 Prozent. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich um 4 Basispunkte auf 86,3 Prozent.

Der Halbjahresbericht zeigt auch, dass die Deutsche Bank mit dem Stellenabbau voran kommt. Die Zahl der Mitarbeiter ist in den vergangenen zwölf Monaten um 4.656 Vollzeitkräfte gesunken. Bis 2018 will die Deutsche Bank weltweit 9.000 Arbeitsplätze abbauen, 4.000 davon in Deutschland.

Dass allein reicht aber offenbar nicht, um die Erwartungen der Investoren zu erfüllen: Die Aktie gab im Laufe des Donnerstagvormittags um fast 4 Prozent auf rund 16 Euro nach.

Der deutsche Firmenkundenmarkt ist hart umkämpft. Wie sich die Banken dort aufstellen, erfahren Sie auf der FINANCE-Themenseite zum Firmenkundengeschäft.