An Umbauten sind die Firmenkunden der Deutschen Bank inzwischen gewöhnt. Nun drückt Neu-Chef Marcus Schenck dem Investmentbanking seinen Stempel auf.

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16.06.17
Banking & Berater

Marcus Schenck richtet Investmentbanking der Deutschen Bank neu aus

Die neuen Leiter des Corporate- und Investmentbanking der Deutschen Bank bauen ihren Bereich nochmals um: Marcus Schenck und Garth Ritchie wollen die neue Sparte Global Capital Markets etablieren. Die Verantwortlichkeiten werden wieder neu verteilt.

Die Deutsche Bank wird zum 1. Juli ihr Investmentbanking ein weiteres Mal neu ausrichten. Das geht aus einem internen Schreiben an die Mitarbeiter hervor, über das der Finanznachrichtendienst Bloomberg zuerst berichtet hatte. Der Umbau trägt die Handschrift des ehemaligen Deutsche-Bank-CFOs Marcus Schenck, der zum 1. Juli gemeinsam mit Garth Ritchie die Leitung des Investmentbankings übernehmen wird.

Der Bereich Corporate- und Investmentbanking der Deutschen Bank wurde erst im März in der derzeitigen Form vorgestellt. Seitdem sind dort die zuvor getrennten Bereiche Investmentbanking (Global Markets), Corporate Finance (inklusive M&A-Beratung) sowie Global Transaction Banking gemeinsam angesiedelt. 

Alexander von zur Mühlen wird Co-Head Global Capital Markets

Künftig soll das Corporate- und Investmentbanking (CIB) sich stärker an Produkten und Kunden als an Regionen orientieren. Die größte Veränderung gibt es im Kapitalmarktgeschäft: Dort will Schenck eine neue Sparte Global Capital Markets (GCM) etablieren, in der das Geschäft mit Kapitalmarkt- und Emissionsdienstleistungen gebündelt werden soll.

Die neue Sparte soll künftig die vier Bereiche Equity Capital Markets, Debt Capital Markets, Leveraged Debt Capital Markets sowie die Financing and Solutions Group umfassen. Im Firmenkundengeschäft, so die Idee dahinter, könnten Unternehmen dann über einen Zugang zur Bank verschiedene Produkte wie beispielsweise Eigen- oder Fremdkapitalfinanzierungen, aber auch Hedging-Produkte beziehen.

Neuer Co-Head der Sparte GCM wird Alexander von zur Mühlen. Der 41-Jährige war zuletzt Chef-Treasurer der Bank und einer der wichtigsten Köpfe hinter der 8 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung der Deutschen Bank im April. Während von zur Mühlen von Frankfurt aus das Europa-Geschäft verantworten soll, managt der zweite Co-Head Mark Fedorcik von New York aus das US-Geschäft.

Drei Deutsche im Führungsgremium der Investmentbank

Den Bereich Corporate Finance will die Deutsche Bank ebenfalls umbauen und künftig nicht mehr nach Regionen, sondern nach Branchen strukturieren. Hierzu sollen die globalen Branchen-Teams in Europa, den USA und dem Asien-Pazifik-Raum mit den Länderteams vor Ort zusammenarbeiten. Die Leitung des Corporate-Finance-Bereichs übernehmen die bisherigen Regionalleiter Mark Fedorcik, James McMurdo und Alasdair Warren.

Auch das Führungsgremium der Investmentbank soll künftig nicht mehr die regionalen Chefs, sondern die Leiter der Produktbereiche versammeln. Aus Deutschland werden dort neben Alexander von zur Mühlen auch Stefan Hoops als Leiter des deutschen Kapitalmarktgeschäfts sowie Michael Spiegel, Leiter der Transaktionsbank in Deutschland und Global Head of Corporate Cash Management, vertreten sein.

Zwei Bereiche sollen Investmentbanking auf Effizienz trimmen

Die CIB-Chefs Schenck und Ritchie haben sich offenbar ebenfalls auf eine Arbeitsteilung geeinigt: Demnach soll Schenck künftig den Bereich Corporate Finance, die neue Sparte GCM und die Institutional Clients Group verantworten, während Ritchie in erster Linie die Bereiche Equities, Fixed Income & Currencies, Global Transaction Banking sowie den elektronischen Handel, den Bereich Derivate und Clearing sowie den Research-Bereich übernimmt.

Zwei Bereiche, die für Effizienz in den neuen Strukturen sorgen sollen, wollen die Co-Heads gemeinsam verantworten: Der Bereich CIB Central soll für schlanke Verwaltungsstrukturen im Backoffice sorgen, der Bereich Financial Resource Management soll entscheiden, in welchen Bereichen des Investmentbankings wie viel Kapital eingesetzt wird. Die Deutsche Bank hat im Investmentbanking bereits deutliche Sparmaßnahmen auf den Weg gebracht.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Ein Gespräch mit Alexander von zur Mühlen über seine Rolle bei der milliardenschweren Kapitalerhöhung der Deutschen Bank finden Sie in der FINANCE-Printausgabe Mai/Juni 2017.

Mehr Infos über den Mann hinter den Umbauplänen lesen Sie im FINANCE-Köpfe-Profil zu Marcus Schenck.

Wie sich die Banken in Deutschland im Firmenkunden- und Kapitalmarktgeschäft aufstellen, zeigt unsere FINANCE-Themenseite zum Firmenkundengeschäft.