Die Deutsche Bank holt mit André Bajorat, Rafael Otero und Fabian Mansfeld drei Zahlungsverkehrsspezialisten, die dem Global Transaction Banking der blauen Bank weiter Aufwind bescheren sollen.

Deutsche Bank

22.01.20
Banking & Berater

Deutsche Bank holt Fintech-Pioniere fürs Firmenkundengeschäft

André Bajorat, einer der bekanntesten deutschen Fintech-Gründer, heuert bei der Deutschen Bank an. Damit lässt das Geldhaus seiner Ankündigung, den Zahlungsverkehr künftig in den Fokus zu stellen, erste Taten folgen.

Die Deutsche Bank rüstet ihr Firmenkundengeschäft in Sachen Digitalkompetenz auf: Zum Jahresbeginn hat das Geldhaus den Fintech-Gründer André Bajorat als Managing Director an Bord geholt. In dieser Funktion berichtet der 48-Jährige an Stefan Hoops, Leiter des Global Transaction Banking (GTB) und der Unternehmensbank. Zunächst hatte das Portal „Finanz-Szene“ über die Personalie berichtet.

Bajorat soll der im Umbruch befindlichen Bank helfen, ihr Geschäft mit Fintechs sowie dem B2B-Zahlungsverkehr auszuweiten. Genau definiert ist sein Aufgabenfeld derzeit dem Vernehmen nach allerdings noch nicht. Die Deutsche Bank hatte sich im Juli vergangenen Jahres im Zuge der von CEO Christian Sewing verordneten Radikalkur auf die Fahnen geschrieben, ihr Global Transaction Banking auszubauen. Die dort angesiedelten Zahlungsverkehrsexperten erhielten im Zuge einer Neuordnung mehr Kompetenzen.

Deutsche Bank setzt auf Zahlungsverkehrsexperten

Neu-Deutsch-Banker Bajorat ist Mitgründer und ehemaliger CEO des Fintechs Figo, das sich auf die Entwicklung sogenannter offener Schnittstellen (API) spezialisiert hat. Seinen neuen Arbeitgeber kennt er gut: Gemeinsam mit der Deutschen Bank hat er „Finanz-Szene“ zufolge bereits deren Multibanking-Tool entwickelt. Mittlerweile ist Figo von dem Berliner Start-Up-Inkubator Finleap gekauft worden und Teil dessen neuer Einheit Finleap Connect.

Mit diesem Hintergrund dürfte Bajorat eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der Plattform-Strategie zukommen. Wie viele andere Banken will die Deutsche Bank die regulatorisch erzwungene Öffnung gegenüber Wettbewerbern, Fintechs und Tech-Riesen („Open Banking“) nutzen, um für Firmenkunden neue, digitale Angebote zu entwickeln. Bis dato konzentrieren sich die Entwicklungen allerdings auf das Privatkundengeschäft, für Unternehmen gibt es noch kaum konkrete Anwendungen

Payleven-Mitgründer geht auch zur Deutschen Bank

Neben Bajorat engagiert die Deutsche Bank mit Rafael Otero noch einen zweiten Fintech-Pionier. Otero gehört zur Gründergruppe des Berliner Fintechs Payleven, das Mini-Kartenterminals für Kleinhändler vertrieb. Nach seinem Ausstieg aus dem Fintech gründete er mit Voice First eine Beratung für Sprachassistenzsysteme für die Finanzwirtschaft. Auch Otero wird, wie Bajorat, an Stefan Hoops berichten.

Außerdem engagierte die Bank zum 1. Januar Fabian Mansfeld, der ebenfalls ein ausgewiesener Zahlungsverkehrsprofi ist: Laut LinkedIn-Profil war er von August 2015 bis Januar 2019 Senior Director Damage Management & Payments des Autovermieters Sixt und davor viereinhalb Jahre Zahlungsverkehrschef des Onlinehändlers Zalando. Im Gegensatz zu Bajorat und Otero berichtet Mansfeld allerdings an Cash-Management-Chef Ole Matthiessen.

dominik.ploner[at]finance-magazin.de

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