Die Finanzen sind bei HSBC Deutschland bald wieder Vorstandssache: Die Bank siedelt das CFO-Amt wieder im obersten Führungsgremium an.

HSBC Deutschland

12.01.21
Banking & Berater

HSBC holt CFO-Posten in den Vorstand zurück

Vor fast zwei Jahren hat die HSBC Deutschland das Finanzressort aus dem Vorstand genommen, nun rückt mit Andreas Kamp wieder ein CFO in die erste Führungsebene auf. An anderer Stelle gibt es einen Wechsel.

Finanzvorstand Andreas Kamp rückt bei der HSBC Deutschland vom Bereichsvorstand in den Vorstand auf. Zum 1. März dieses Jahres wird der CFO ordentliches Mitglied des Gremiums, teilte die Bank am heutigen Dienstag mit.

Kamp leitet das Finanzressort seit Juni 2019, bislang war er jedoch auf der Ebene unterhalb des Vorstands tätig. Die Entscheidung, das Finanzressort anstatt im Vorstand nur noch im Bereichsvorstand abzubilden, hatte die Bank im Frühjahr 2019 im Zuge des Abgangs von Kamps Vorgänger Paul Hagen getroffen. Hagen sitzt heute dem Aufsichtsrat von HSBC Deutschland vor.

Andreas Kamp kommt aus dem HSBC-Controlling

Die HSBC Deutschland sowie der gesamte Finanzsektor stünden „vor großen Herausforderungen“, mahnte Aufsichtsratschef und Ex-CFO Hagen. Kamp kenne die Bank schon lange und leiste „hervorragende Arbeit“, um die anstehenden Veränderungen zu meistern, lobte der Vorgänger.

Kamp arbeitet bereits seit 2006 für die Düsseldorfer und war in der Finanzabteilung sowie dem Bereich Global Markets tätig, unter anderem leitete er das Liquiditätsmanagement. 2017 stieg Kamp zum Leiter Controlling bei HSBC Deutschland auf. 

HSBC baut Vorstand wieder aus

Noch im vergangenen Jahr veränderte sich der Vorstand der Düsseldorfer zunächst durch den Rückzug von Kapitalmarktchef Jan Wilmanns, dessen Zuständigkeiten nicht eins zu eins nachbesetzt wurden. Dafür erhob die Bank im vergangenen Sommer ihren COO Thomas Runge vom Bereichsvorstand zum Vorstand – ein Vorgang, der nun bei CFO Kamp wiederholt wird. Der 44-jährige Finanzvorstand berichtete bislang an den Risikovorstand Fredun Mazaheri.

CRO Mazaheri, der im Mai 2017 zu der Bank kam, wird seinen Posten Ende Februar abgeben. Er verlasse die HSBC Deutschland „auf eigenen Wunsch“, heißt es in einer Mitteilung. Sein Nachfolger wird Nikolas Speer, der seit 2018 den Bereich Wholesale Credit and Market Risk leitet. Er übernimmt vom 1. März an die Ressorts Risk und Compliance.

Speer kam 2018 von der Commerzbank, wo er zuletzt als Managing Director im Credit Risk Management tätig war. Er soll die HSBC Deutschland „sicher durch das turbulente Umfeld“ steuern, sagte Aufsichtsratschef Paul Hagen.

Weitere Personalie steht bevor

Zum Führungskreis der Düsseldorfer gehören derzeit neben CEO Carola von Schmettow und dem scheidenden CRO Mazaheri noch Vorstand Rudolf Apenbrink (Global Private Banking und Asset Management), der im letzten Jahr aufgestiegene COO Thomas Runge sowie der seit Herbst 2018 für Corporate and Institutional Banking zuständige Nicolo Salsano.

Ein weiterer Wechsel steht jedoch bereits kurz bevor: Als Bereichsvorstand ist neben CFO Andreas Kamp derzeit noch Christian Kolb angesiedelt, der innerhalb des Ressorts Corporate and Institutional Banking das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen verantwortet. Kolb will sich zum Ende des ersten Halbjahres in den Ruhestand verabschieden.

Für ihn übernimmt dann Michael Schleef, der seit Jahresanfang als Co-Head Commercial Banking der HSBC firmiert und den Bereich nach Kolbs Rückzug als Bereichsvorstand allein verantworten soll. Auch er wird wie bislang Kolb an Vorstand Nicolo Salsano berichten.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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