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27.02.18
Banking & Berater

Investmentbank Pareto übernimmt Equinet

Die norwegische Investmentbank Pareto Securities übernimmt das Frankfurter Brokerhaus Equinet. Die deutsche Marke soll vom Markt verschwinden.

Das Frankfurter Brokerhaus Equinet wird norwegisch. Wie die Bank bekannt gab, hat sich die in Oslo ansässige Investmentbank Pareto Securities bereits über die Hälfte der Equinet-Aktien gesichert. Die Mindestannahmeschwelle haben die Norweger auf 95 Prozent gesetzt.

Die Gesellschafterstruktur besteht laut Equinet aus über 100 Aktionären, die überwiegend aktive oder ehemalige Fach- und Führungskräfte sowie Organmitglieder sind. Größter Einzelaktionär ist die DAH Beteiligungs GmbH von Daniel Hopp, die rund 15 Prozent an Equinet hält. Über den Kaufpreis machten die beiden Banken keine Angaben. Die Europäische Zentralbank muss der Transaktion noch zustimmen.

Pareto Securities ist Teil des Pareto-Konzerns, der auch Bankdienstleistungen, Projektfinanzierungen und Asset Management anbietet. Die mittelständisch geprägte Investmentbank ist als einer der Pioniere am skandinavischen Markt für Hochzinsanleihen bekannt, der einen guten Ruf genießt. Die Norweger beschäftigen weltweit rund 400 Mitarbeiter und gehören vor allem in Skandinavien zu den führenden Corporate-Finance-Spezialisten. 

Die Logik hinter dem Pareto-Equinet-Deal

Pareto Securities hat bereits eine Niederlassung in Frankfurt. Diese soll nun mit Equinet zusammengelegt werden und künftig unter „Pareto Securities AG“ firmieren. Der Name Equinet würde nach Vollzug der Fusion verschwinden. Unter der neuen Flagge soll sich Equinet weiterhin auf den deutschen Small- und Midcap-Markt konzentrieren. 

Die Aussagen der beiden CEOs Lutz Weiler (Equinet) und Ole Henrik Bjørge (Pareto) geben einen Hinweis auf die Fusionslogik. Weiler erhofft sich für seine Kunden durch den Verkauf an Pareto einen „deutlich breiteren und internationalen Markt- und Produktzugang“. Vor allem in Nordeuropa, aber auch in London dürfte Pareto über Investorenkontakte verfügen, die Equinet nicht vorweisen kann. Pareto hingegen möchte durch die Übernahme in Zentraleuropa präsenter werden.

CEO Bjørge ist sich sicher, dass „insbesondere unsere High-Yield-Bonds gut zum deutschen Markt passen“. Damit deutet sich an, dass beide Häuser weiterhin in ihren jeweiligen Kernländern Bond- und Schuldscheinemissionen begleiten, die Papiere künftig aber über beide Vertriebsnetzwerke bei Investoren platzieren möchten.

Equinet will von Mifid 2 profitieren

Equinet beschäftigt aktuell rund 80 Investmentbanker, Händler, Analysten und Vertriebsspezialisten und hat zuletzt beispielsweisfe ein Schuldscheindarlehen für den Immobilienkonzern Immotime Real Estate und eine 61 Millionen schwere Kapitalerhöhung der Procredit Holding arrangiert. Die Frankfurter haben aber auch die beiden Anleihen des Fußballklubs Schalke 04 am Markt platziert. 

Equinet hofft, von der Mifid2-getriebenen Auslese am europäischen Research-Markt zu profitieren und seine Marktposition bei Brokerage-Services für kleine und mittelgroße Unternehmen ausbauen zu können. Dafür hat Equinet zuletzt auch in neues Personal investiert und zum Beispiel mehrere hochrangige Manager der Frankfurter Oddo-Tochter Seydler abgeworben.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de