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EY holt neuen Forensik-Partner von Thyssenkrupp

Der Jurist Christian Miege wird Partner bei EY. Foto: EY.
Der Jurist Christian Miege wird Partner bei EY. Foto: EY.

EY stockt das Forensik-Team weiter auf: Christian Miege wird ab dem 1. September Partner bei dem Wirtschaftsprüfer. Als stellvertretender Leiter der Abteilung Investigations, die bei EY Teil des großen Bereichs Forensic & Integrity Services ist, arbeitet der 43-Jährige künftig vom Düsseldorfer Standort aus und wird Compliance-Verstöße aus den Sektoren Industrie, Automotive und Handel untersuchen. Der Fokus seiner Tätigkeit wird dabei auf der Untersuchung von Kartellverstößen, Korruption, Betrug und Untreue liegen, betont EY.

Miege kommt von Thyssenkrupp

Miege kommt von Thyssenkrupp, wo er rund zehn Jahre arbeitete. Seit 2015 war er Abteilungsleiter im Department Internal Investigations. In dieser Funktion war der Volljurist für weltweit komplexe Compliance-Untersuchungen und Compliance-Audits im Konzern zuständig, vor allem im Kartell- und Korruptionsbereich.

Vor seiner Tätigkeit bei Thyssenkrupp war der Compliance-Experte Senior Associate bei der Kanzlei Clifford Chance mit den Schwerpunkten Kartellverfahren und interne Ermittlungen, kartellrechtliche Compliance Schulungen, Betreuung weltweiter Fusionskontrollverfahren und Beratung zu Vertriebskartellrecht.

Neuer EY-Partner ist der zweite Industriezugang

Es ist schon der zweite Industrie-Neuzugang bei EY innerhalb von kurzer Zeit. Zuletzt gewann die Wirtschaftsprüfung Markus Jüttner von E.on für das Forensik-Team. Und die beiden neuen Partner haben eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind Mitglieder im Deutschen Institut für Compliance e.V. (DICO). Jüttner ist Vorstand, Miege ist Co-Leiter des Arbeitskreises „interne Untersuchungen & Hinweisgebersysteme“.

Von dem „profilierten Investigator“ erwartete sich Tobias Schumacher, Leiter des Bereichs Forensic & Integrity Services bei EY Deutschland, „schnell und diskret umfassende Klarheit in kritischen Situationen zu erhalten“. Denn der Beratungsbedarf im Bereich Investigations und White-Collar Crime steige enorm, erklärt Schumacher. Auch die Anforderungen an Unternehmen, bei der Durchführung von internen Untersuchungen gesetzeskonform und zielgerichtet zu agieren, werden mehr.

EY fährt große Personaloffensive bei Forensik

EY fährt im Bereich Forensic & Integrity Services in Deutschland eine ambitionierte Wachstumsstrategie. „Wir rechnen in den kommenden Jahren mit einem Wachstum von durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr“, vermeldet das Big-Four-Haus. Weitere Einstellungen in dem Bereich, der heute rund 180 Mitarbeitende umfasst, seien geplant. Schon im Mai sprach das Prüfungshaus davon, diesen Bereich verstärken zu wollen. Damals umfasste das Team ungefähr 170 Mitarbeiter. Vor allem rechtliche Aspekte sowie Teams, die Unternehmen bei internen Untersuchungen unterstützen, sollen ausgebaut werden.

Die Personaloffensive kommt nach einer Zeit, in der EY massive Abgänge verkraften musste. Im Zuge des Wirecard-Skandals wechselte im vergangenen Herbst der bekannte Wirecard-Forensiker Christian Muth mit einem großen Team zu PwC. Auch Stefan Heissner, Leiter der Forensic-&-Integrity-Einheit, zog es zu dem Konkurrenten. Insgesamt sollen nach dem Wirecard-Skandal mehr als 100 Forensik-Mitarbeiter EY verlassen haben.

eva.brendel@finance-magazin.de | + posts

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.

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