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Petra Justenhoven wird neue PwC-Deutschlandchefin

PwC Deutschland bekommt eine neue Chefin: Im kommenden Jahr löst Petra Justenhoven Amtsinhaber Ulrich Störk ab. Foto: Alex - stock.adobe.com
PwC Deutschland bekommt eine neue Chefin: Im kommenden Jahr löst Petra Justenhoven Amtsinhaber Ulrich Störk ab. Foto: Alex - stock.adobe.com

Überraschendes Wahlergebnis: Wie FINANCE aus unternehmensnahen Kreisen erfahren hat, bekommt PwC mit Petra Justenhoven eine neue Deutschlandchefin. Die Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin hatte sich im Herbst dieses Jahres zur Wahl stellen lassen und damit den amtierenden Deutschlandchef Ulrich Störk herausgefordert. Nun hat sie mit einer knappen Mehrheit von etwas mehr als 51 Prozent der Stimmen der PwC-Partner gewonnen. Ein Sprecher von PwC wollte dies auf Nachfrage von FINANCE weder bestätigen noch dementieren und verwies auf die heute stattfindende Jahrespressekonferenz. Auf dieser wurde die Personalie allerdings nicht kommentiert.

Petra Justenhoven arbeitet seit 1992 bei PwC

Justenhoven wird damit die erste Frau an der Spitze der deutschen PwC-Gesellschaft, ihre Amtszeit dürfte wie bei PwC üblich im Juli 2022 beginnen. Bereits 2013 war Justenhoven die erste Frau, die in den Vorstand von PwC Deutschland berufen wurde, zunächst als Vorstandsmitglied für den Bereich Markets/Industries. Seit 2015 ist Justenhoven Leiterin des Bereichs Assurance und damit für die Wirtschaftsprüfung sowie die prüfungsnahe Beratung in Deutschland und Europa verantwortlich.

Das Big-Four-Haus kennt die 54-Jährige bestens: Justenhoven ist laut ihrem Profil bei dem Karrierenetzwerk „Linkedin“ seit 1992 und damit seit 29 Jahren bei PwC tätig. Eingestiegen war sie damals im Bereich Assurance Services. Später leitete sie den Bereich Audit am Standort in München.

Auch Störk arbeitet wie Justenhoven schon viele Jahre bei dem Big-Four-Haus. Seinem „Linkedin“-Profil zufolge ist er seit 1994 für PwC tätig. 2007 wurde Störk zum Partner ernannt. Bevor er in den Vorstand berufen wurde, leitete der Manager unter anderem das Frankfurter Büro.

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Zwei Lager bei PwC

Ungewöhnlich an der Wahl ist, dass Ulrich Störk nach nur vier Jahren als Deutschlandchef abgelöst wird. Störk trat im Juli 2018 als PwC-Deutschlandchef an und ersetzte Norbert Winkeljohann, der damals aus Altersgründen aus seinem Amt ausgeschieden war. Winkeljohann wiederum agierte in der Position seit 2010 und erfüllte damit zwei Amtsperioden über jeweils vier Jahre.

Justenhoven verhindert nun mit einer knappen Mehrheit bei der Wahl Störks zweite Amtszeit. Der hauchdünne Vorsprung könnte darauf hindeuten, dass es für die Managerin keine leichte Aufgabe wird, das Team zusammenzuhalten. Das „Manager Magazin“ berichtet unter Verweis auf Insider sogar von einem „konfrontativ geführten Wahlkampf zwischen den beiden Konkurrenten“ und dass in den kommenden Monaten „zahlreiche Partner aus dem Störk-Lager“ den Wirtschaftsprüfer verlassen könnten.

Justenhoven muss an Vor-Corona-Wachstum von PwC anknüpfen

Auf Petra Justenhoven warten sodann auch gleich mehrere Herausforderungen. Zwar ist PwC mit einem Umsatz von 2,35 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr 2019/2020 immer noch der größte Wirtschaftsprüfer in Deutschland, doch Corona-bedingt stagnierte der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr bei einem Wachstum von lediglich rund 1,5 Prozent. Vor dem Ausbruch der Pandemie lag das Wachstum noch bei rund 7 Prozent, sagte Störk bei der Präsentation der Zahlen vor etwa einem Jahr. Ob und inwieweit das aktuelle Geschäftsjahr noch von Corona geprägt ist, gibt PwC auf der heutigen Bilanzpressekonferenz bekannt.

Darüber hinaus muss sich PwC derzeit mit dem Verdacht auf  Steuerhinterziehung auseinandersetzen, Ermittlungen laufen derzeit. Sollte sich der Verdacht erhärten, dürften die entsprechenden Untersuchungen und Prozesse den Wirtschaftsprüfer – und damit die neue Deutschlandchefin – noch länger beschäftigen.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.