Berater-News: Horváth, Teneo, Erste Group Bank

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Zum April bei Horváth zu Partnern ernannt: Adrian Bötz (links) und Georg Mrusek. Fotos: Horváth & Partners
Zum April bei Horváth zu Partnern ernannt: Adrian Bötz (links) und Georg Mrusek. Fotos: Horváth & Partners

Horváth hat vier neue Partner ernannt

Die Managementberatung Horváth & Partners hat zum neuen Geschäftsjahr im April vier neue Partner ernannt, davon zwei in Deutschland und je einen in Wien und in Zürich. Der deutsche Neupartner Adrian Bötz (35) ist auf das Beratungsfeld Risk & Compliance spezialisiert, insbesondere digitale Identitäten als Schlüssel zur digitalen Transformation, Cybersicherheit und aufsichtsrechtlichen Compliance. Am Standort Stuttgart ernannte Horváth den Automotive-Spezialisten Georg Mrusek (37) zum Partner, der auf die Beratung zu Strategien, Vertrieb und After Sales ausgerichtet ist.

In Wien machte Horváth Stefan Leber zum Partner. Der 43-Jährige ist auf Performance Management & Controlling spezialisiert und seit 2017 für die Managementberatung tätig. Inhaltlich liegen seine Schwerpunkte in den Bereichen CFO-Strategie, Organisation, Kosten- und Performance-Optimierung sowie in der strategischen Positionierung von Horváth in Österreich, insbesondere im Kontext von Künstlicher Intelligenz (KI) und digitaler Transformation. In der Schweiz ist Ralf Noffke (46) zum Partner aufgestiegen, er ist im Bereich Controlling & Finance auf Finanzen, Abschluss- und Konsolidierungsprozesse sowie externes Reporting spezialisiert.

Teneo und Felix Schönauer gehen getrennte Wege

Der Deutschland-Chef von Teneo, Felix Schönauer, verlässt die Managementberatung. Er hatte das Geschäft von Teneo hierzulande ab 2021 gestartet und als Kommunikations- und Transaktionsberatung etabliert. Auch der Aufbau der Sparten Forensics und die Integration der Financial-Advisory-Einheit von Herter & Co fiel in seine Amtszeit. Inzwischen beschäftigt Teneo in Deutschland rund 70 Mitarbeiter, als Senior Advisor schloss sich im Herbst 2025 der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner dem Unternehmen an, das unter anderem für die italienische Großbank Unicredit tätig ist.

Weltweit beschäftigt Teneo rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hinter dem Unternehmen steht mehrheitlich der Finanzinvestor CVC Partners, beim Einstieg von LGT Capital Partners im August 2025 lag die Bewertung bei rund 2,3 Milliarden Euro.  

Erste Group hat neuen Executive Director Corporates

Juan de Porras Aguirre, Erste Group Bank. Foto: Marlene König
Juan de Porras Aguirre, Erste Group Bank. Foto: Marlene König

Die Erste Group Bank hat Anfang April Juan de Porras Aguirre als Executive Director Corporate ins Haus geholt. Er kommt von der Santander Bank Polska und berichtet direkt an den Erste-CEO Peter Bosek. De Porras arbeitete seit 2007 bei der spanischen Großbank, zuerst in Madrid, ab 2011 dann in Polen, wo er die Entwicklung der Sparte Corporate & Investment Banking mit vorantrieb.

Erst im Januar hatte das Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen den Erwerb beherrschender Anteile an der Santander Bank Polska abgeschlossen. Durch den 7 Milliarden Euro teuren Deal erwarb die Erste Group Bank die Kontrolle über die gemessen an den Vermögenswerten drittgrößte Bank Polens.

EY Österreich setzt auf KI-Lösungen in der Fertigung

EY Österreich hat im Februar und März zwei Experten für Künstliche Intelligenz an Bord geholt, Gerhard Schagerl und Nikolaus Keuth. Beide kamen vom Grazer Mobilitäts- und Technologiespezialisten AVL List. Schagerl war dort zuletzt für KI- und datengetriebene Software-Lösungen zuständig, Keuth verantwortete unter anderem die Produktstrategie für ein weltweites Portfolio an Anwendungen zur Datenanalyse.

Innerhalb des European Industrials AI Innovation Hub von EY in Stuttgart übernimmt die österreichische Einheit außerdem eine stärkere inhaltliche Rolle. Sie soll mit ihrer umfassenden Erfahrung mit Projekten in der industriellen Fertigung die Entwicklung und Operationalisierung von KI-Lösungen für die Industrie vorantreiben.

WTW schafft neue Strukturen in der Versicherungsberatung

Die Unternehmensberatung Willis Towers Watson (WTW) gründet für die Versicherungssparten Schaden- und Unfallversicherung (P&C) sowie Lebensversicherung je eigenständige Strukturen in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA). „Unser Ziel ist es, Ressourcen länderübergreifend einzusetzen und jederzeit das beste Team aus europäischen Experten zur Verfügung zu stellen“, so Frank Schepers, Global Leader der Versicherungsberatung bei WTW in einer Mitteilung. Zum Leiter des Bereichs P&C macht das Beratungshaus Tim Rourke, den Bereich Leben übernimmt Michael Klüttgens. Die bisherige Leiterin der Versicherer-Beratung, Tammy Richardson, übernimmt eine neue Rolle dabei, die globale KI-Strategie des Geschäftsbereichs umzusetzen.

Hendricks gründet Maklergruppe für Finanzindustrie

Der Spezialversicherungsmakler Hendricks gründet zum 15. April einen neuen Bereich, der auf betriebliche Vermögensschäden bei Finanzinstitutionen ausgerichtet ist. Dazu holt die Tochter des internationalen Versicherungsvermittlers Howden zwei Spezialisten aus dem Sektor öffentlicher Banken an Bord: Regina Brune und Harald Kayser. Beide kommen von VÖB-Service, einer Tochter des Bundesverbands öffentlicher Banken, die Dienstleistungen und Software für die Branche anbietet.

AAM2Core öffnet ESG-Beratung für Dritte

Thomas Woschech, AAM2Green Advisory. Foto: AAM2Core
Thomas Woschech, AAM2Green Advisory. Foto: AAM2Core

Der auf Immobilien spezialisierte Investment-Manager AAM2Core hat eine Tochtergesellschaft für ESG-Beratung aus der Taufe gehoben. Sein eigenes Know-how gliederte der Vermögensverwalter damit in die AAM2Green Advisory, die nun auch Aufträge von Dritten übernimmt. An der Spitze der neuen Tochter steht Thomas Worschech, der bereits seit Anfang 2023 bei der Gruppe im Bereich Nachhaltigkeit tätig ist.  

AAM2Core ist spezialisiert auf Wohn-, Büro-, Logistik- und Light-Industrial-Objekte in Deutschland und Österreich und beschäftigt rund 110 Mitarbeitende. Die Tochtergesellschaft AAM2Core Service erwirbt und verwaltet für die Gruppe Büroimmobilien für (semi-)professionelle Anleger in Direktmandaten und sieben Spezialfonds. Das Investmentvermögen beläuft sich auf rund 3,5 Milliarden Euro und eine Fläche von ca. 1,95 Millionen Quadratmeter.

EY-Parthenon holt neuen Berater für KI

EY-Parthenon hat seinen Bereich Corporate Venturing ausgebaut und dazu den Tech-Partner Nils Melcher an Bord geholt. Er soll unter anderem Unternehmen dabei beraten, mit Hilfe neurosymbolischer Künstlicher Intelligenz Wachstumschancen zu nutzen. Der Wirtschaftsinformatiker kommt von Boston Consulting, wo er gut zehn Jahre lang zu digitalen Geschäftsmodellen und Plattformen mit generativer KI beriet. Zuvor war er unter anderem bei Aeria Games, einer Tochter von ProSiebenSat.1 Media, und bei Booz & Co tätig.

Anders & Ganz kauft Wiener Digitalisierungsberater

Der Aachener IT-Dienstleister Anders & Ganz hat den österreichischen Digitalisierungsberater Tesofy unter seine Fittiche genommen. Ziel ist es, „historisch gewachsene Systemlandschaften zu konsolidieren“, so Anders & Ganz in einer Mitteilung. Das Unternehmen plant, Projektentwickler, Bestandshalter und institutionelle Investoren aus der Immobilienwirtschaft bei der strategischen Weiterentwicklung ihrer IT- und Prozesslandschaften zu beraten. Die Geschäftsführung in Wien übernehmen Juliane Bachl und der ehemalige Signa-CIO Franz Hildebrand, der 2024 zum Gründungsteam von Tesofy gehörte.

Forma Strategia sperrt auf

Nach einem Jahrzehnt unter der Flagge Guendl Brands & Strategies haben Mario Gündl und Lukas Mantsch das neue Beratungshaus Forma Strategia ins Leben gerufen. Im Zentrum der Beratung sollen die Arbeitsfelder strategische Neuausrichtung, Markengestaltung, Kulturwandel und zielorientierte Kommunikation bei M&A, Krisen und Veränderungsprozessen stehen. Die Branchenschwerpunkte der neuen Einheit aus Wien liegen in den Sektoren Banking & Finance, Industrie, Gesundheit und Pflege sowie Immobilienwirtschaft.

BDU erwartet stärkeres Wachstum als im Vorjahr

Der Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) rechnet für 2026 mit einem Wachstum von rund 4,5 Prozent und einem Branchenumsatz von gut 51 Milliarden Euro. Das gab der Verband Ende März bekannt. Mit einem besonders positiven Trend rechnet der BDU bei Strategie- und IT-Beratungen, die jeweils um rund 5 Prozent wachsen dürften.

Künstliche Intelligenz entwickelte sich nach Angaben des BDU zu einem Wachstumstreiber in der Branche: „Viele Beratungen sehen KI und Automatisierung als zwei Seiten einer Medaille – als Treiber der kundenseitigen Marktbedürfnisse und ebenso als Treiber der eigenen internen Transformation“, so BDU-Präsidentin Iris Grewe in einer Mitteilung.

Zu den Branchen mit dem größten Umsatzwachstum gehören 2026 voraussichtlich erneut die Energie- und Versorgungswirtschaft mit einem Plus von 6,5 Prozent und der Sektor Public & Non-Profit mit 6,1 Prozent. Beide hatten auch 2025 verstärk Aufträge vergeben. Rückläufig waren dagegen Mandate aus den Branchen Bauindustrie und Immobilie (-6,7 Prozent) sowie Fahrzeugbau (-5,6 Prozent).

Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.