Newsletter

Abonnements

Kearney übernimmt Designfirma Teams Design

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken
Kearney übernimmt die Designfirma Teams Design. Foto: Pixel-Shot - stock.adobe.com
Kearney übernimmt die Designfirma Teams Design. Foto: Pixel-Shot - stock.adobe.com

Lange war es ruhig um die Strategieberatung Kearney in Deutschland gewesen. Jetzt hat die Consulting-Firma auf deutschem Boden zugekauft und das deutsche Industriedesignunternehmen Teams Design erworben. Beide Parteien arbeiteten bereits seit sechs Jahren zusammen und wollten das nun verstärkt tun: Kearney will sich mit dem Zukauf im Bereich strategische Transformation verstärken.

Mit dem Deal baut das Beratungshaus den Bereich Product Excellence and Renewal Lab (PERL) weiter aus, der auf die Beratung von Unternehmen zu Produktstrategien spezialisiert ist. Der Markenname von Teams Design soll weiterhin eigenständig bestehen bleiben und das Unternehmen unabhängig agieren, wie Kearney mitteilte.

Teams Design zählt große Konzerne als Kunden

Die Designfirma Teams Design wurde 1956 in Deutschland gegründet und ist neben den Standorten in Hamburg und Stuttgart auch in Chicago und Shanghai vertreten. Zu ihren Kunden zählen namhaften Unternehmen wie Bosch, Dräger, Kärcher und Siemens. „Handelsblatt“-Informationen zufolge seien weder eine Investmentbank noch ein M&A-Berater bei dem Deal involviert gewesen.

„Mit der Aufnahme von Teams Design in die Kearney Family greift Kearney die Beratungsfabriken weiter an“, sagt Marc Lakner, Partner und Managing Director von Kearney in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Kearney machte 2022 weltweit rund 1,7 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die Strategieberatung beschäftigt weltweit rund 5300 Mitarbeitern, davon 500 Mitarbeiter in Deutschland.

Im Vergleich zu Konkurrenten wie McKinsey und der Boston Consulting Group, die 2022 einen Umsatz von 15 Milliarden und 11,7 Milliarden US-Dollar verzeichneten, ist Kearney jedoch ein deutlich kleineres Consulting-Haus. In den Top 20 der deutschen Unternehmensberatungen, einer Auswertung des Beratungshauses Lünendonk & Hossenfelder, ist Kearney bislang nicht vertreten.

Kearney: Marc Lakner ist neuer Deutschlandchef

Doch das soll sich ändern: In den vergangenen vier Jahren hat Kearney ordentlich zugekauft. So übernahm die 1926 gegründete Beratung unter anderem den israelischen Daten- und Analyseanbieter Cervello, die Unternehmensberatung Prokura sowie Optano, einen deutschen Anbieter von KI-gesteuerten Betriebsoptimierungslösungen.

Den Wachstumskurs der Strategieberatung treibt vor allem Managing Director Marc Lakner voran. Er ist seit Januar dieses Jahres Chef der DACH-Region von Kearney und folgte auf Martin Eisenhut, der in die Industrie gewechselt ist. Lakner kennt das Beratungshaus bestens – so ist er bereits seit mehr als 20 Jahren für Kearney tätig und arbeitete in Ländern wie Brasilien, Mexiko, den USA und China. Zu seinen Kunden zählen unter anderem Autozulieferer wie Bosch und Konsumgüterkonzerne wie beispielsweise Henkel.

Auch Roland Berger und BCG wachsen mit M&A

Kearney ist jedoch nicht die einzige Beratung, die auf M&A-Deals setzt – die Konkurrenz ist hoch. So übernahm Deutschlands größte Unternehmensberatung Roland Berger Anfang des Jahres die Münchener Management-Beratung Candidus. Andere Beratungen kauften außerdem verstärkt im Nachhaltigkeitsbereich zu. Dazu zählt BCG, die die Schweizer Nachhaltigkeitsberatung Quantis kaufte sowie Accenture, die sich mit der Nachhaltigkeitsagentur Akzente verstärkte. Die Consulting-Branche bleibt also weiterhin Bewegung.

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.