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Umsatzboom für Roland Berger

Wieder auf Wachstumskurs: Die Beraterbranche scheint den Coronaschock hinter sich gelassen zu haben. Im Jahr 2021 konnten die deutschen Beratungshäuser wieder aufholen. Das zeigt die aktuelle Liste der Top-20-Managementberatungen in Deutschland, die die Marktforscher von Lünendonk & Hossenfelder. Für das Ranking konzentriert sich Lünendonk auf die Beratungsumsätze der Häuser in Deutschland. Dabei sticht besonders ein Kandidat sticht hervor.

Roland Berger verteidigt Platz 1

Roland Berger ist unverändert auf dem ersten Platz der „Lünendonk-Liste“, diesmal mit deutlich stärkerem Ergebnis. Im vergangenen Jahr hat der deutsche Branchenprimus seinen Umsatz von 590 auf 745 Millionen Euro erhöht – ein Anstieg um 26,3 Prozent. Im Jahr 2020 hatte Roland Berger noch einen Umsatzrückgang um 8,1 Prozent verzeichnet. Zudem wuchs 2021 die Zahl der Mitarbeiter um 35 Personen auf 2.305.

Auf dem zweiten Platz landet Simon-Kucher & Partners, die ebenfalls ein starkes Umsatzwachstum von 22,5 Prozent verzeichneten. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 442,6 Millionen Euro. Aber auch auf der Kostenseite dürften die Bonner ordentlich zugelegt haben. So sticht Simon-Kucher mit einem besonders starken Mitarbeiterzuwachs hervor. Das Unternehmen wuchs zwischen 2020 und 2021 um 300 Mitarbeiter.

Der Letzte auf dem Treppchen ist Q_Perior. Das auf Business- und IT-Beratung spezialisierte Beratungshaus erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 235 Millionen Euro (2020: 225 Millionen Euro). Selbst im Corona-Jahr 2020 konnte Q_Perior als eines von wenigen in Deutschland ein Umsatzplus von 5 Prozent erzielen.

Detecon stürzt um drei Plätze ab

Horváth kam auf Platz 4 mit einem Umsatz 216 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter der Stuttgarter Beratung ist mit 912 nun wieder auf dem Niveau von 2019 – im Jahr 2020 waren es noch 80 weniger. Auf dem fünften, sechsten und siebten Platz sind Porsche Consulting, D-Fine und Zeb.rolfes gelandet.

Abgestützt ist hingegen Detecon: Das Beratungshaus, das im Mai seinen neuen Sitz in Köln bezogen hat, muss deutlich Federn lassen und stürzt von Platz 5 im Vorjahr auf Rang 8. Der Umsatz lag im Jahr 2021 mit 185,6 Millionen Euro 3,6 Prozent niedriger als im Krisenjahr 2020. Größter prozentualer Verlierer war KPS mit einem Minus 5 Prozent.

Damit bilden beide Häuser eine Ausnahmen, denn der Trend 2021 war eindeutig positiv. Das mit Abstand größte Wachstum erzielte Berylls (Platz 19) mit 162,8 Prozent. Auch Miebach (plus 35,7 Prozent, Platz 14), Ingenics (plus 29,9 Prozent, Platz 15), Cassini (plus 29,5 Prozent, Platz 13), Unity (plus 27,5 Prozent, Platz 17) und h&z (plus 26,2 Prozent, Platz 12) stachen mit einem überdurchschnittlichen Wachstum hervor.

Die überdurchschnittlichen Wachstumszahlen müsse man allerdings vor dem Hintergrund des deutlichen Umsatzrückgangs in 2020 einordnen, so Lünendonk-Geschäftsführer Jörg Hossenfelder. „Die Consultants haben sich inzwischen an die Covid-19-Impacts sowie an Remote Consulting ebenso gewöhnt wie ihre Mandanten, so dass das zurückliegende Geschäftsjahr auch von Nachholeffekten geprägt war.“

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Mehr Mitarbeiter und Fluktuation

Insgesamt erzielten die deutschen Beratungshäuser im Jahr 2021 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 16,6 Prozent. Damit wurden die Erwartungen sogar übertroffen: Es war ein Umsatzplus von 8,7 Prozent erwartet worden. Die Top-20-Beratungen kamen im Jahr 2021 weltweit auf einen Umsatz von 3,29 Milliarden Euro (2020: 2,83 Milliarden Euro). Mit den Umsätzen stieg auch der Personalbedarf. Beschäftigte die Branche im Vorjahr in Summe noch 13.134 Beschäftigte, waren es 2021 bereits 14.290.

Das treibt den Kampf um Talente: In Punkto Mitarbeiter verzeichnen die Beratungen eine höhere Fluktuation. Die durchschnittliche Fluktuationsrate liegt mit 13,3 Prozent so hoch wie noch nie seit dieser Wert abgefragt wird. Die Gehälter könnten hierbei eine Schlüsselrolle einnehmen: Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, will mehr als ein Drittel der Consulting-Unternehmen die Gehälter im Durchschnitt zwischen 3,0 und 4,5 Prozent anheben.

Internationale Beratungshäuser wachsen stark

Bei den internationalen Beratungen lässt sich ein ähnlicher Trend wie bei den deutschen Beratungshäuser erkennen. Sie dominieren den deutschen Bratungsmarkt. Die 17 führenden internationalen Anbieter der Lünendonk-Liste, die separat aufgeführt sind, generierten in Deutschland 2021 einen Umsatz von 10,5 Milliarden Euro – 28 Prozent mehr als im Vorjahr.

Marktführer sind die internationalen Strategieberatungen McKinsey, BCG und Bain, gefolgt von den Advisory-Einheiten der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deloitte und PwC sowie der Consulting-Einheit von Accenture.

eva.brendel[at]finance-magazin.de

Info

eva.brendel@finance-magazin.de | + posts

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat Kommunikationswissenschaft, VWL und Politik in Bamberg und Jena studiert. Neben dem Studium arbeitete Eva Brendel als freie Nachrichtenmoderatorin bei einem Lokalsender und moderierte eine eigene Podcast-Reihe.

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