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WTS baut Steuerberatung im Norden aus

Die Steuerberatungsgesellschaft WTS will in Norddeutschland wachsen: Ein Schritt dazu ist die Übernahme von Pretax in Hannover.
Mapics - stock.adobe.com

Die Steuerberatungsgesellschaft Pretax ist jetzt Teil von WTS. Mit der Übernahme will WTS das Angebot in Hannover ausbauen und zugleich die Präsenz in Norddeutschland stärken. WTS hat erst im Oktober des vergangenen Jahres einen eigenen Standort in Hannover gegründet, der inhaltlich bislang auf den Bereich Tax Technology fokussiert war. Der Neuzugang Pretax bringt Expertise in der klassischen Konzernsteuerberatung mit, die Mitarbeiter beraten unter anderem zu Konzernsteuerstrukturen, Verrechnungspreisen, Umstrukturierungen und Umsatzsteuerthemen.

Durch die Kombination könne der Standort Hannover „ab sofort ein umfassendes steuerliches Beratungsportfolio“ anbieten, sagte WTS-CEO Fritz Esterer. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt. Elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden im Zuge der Übernahme von Pretax zu WTS wechseln. Das Team „WTS Pretax“ bleibe komplett zusammen, heißt es in einer Mitteilung des Beratungshauses. Die Teamleitung bleibt bei Nicole Datz, die 2020 die Geschäftsleitung bei Pretax übernommen hat. Das WTS-Büro in Hannover wächst durch die Neuzugänge auf mehr als 20 Personen. 

WTS erwartet neuen Umsatzrekord

Pretax hat selbst einen Konzernhintergrund: 1987 wurde das Unternehmen aus der Konzernsteuerfunktion des damaligen Mischkonzerns Preussag heraus gegründet. Aus Preussag ging später der Touristikanbieter Tui hervor. 2007 wurde Pretax schließlich aus dem Nachfolgekonzern Tui herausgelöst.

WTS hat sich ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt. Für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 2020/21 rechnet die WTS-Gruppe mit einem neuen Umsatzrekord und einer deutlich zweistelligen Wachstumsrate. Damit käme man dem selbstgesteckten Ziel, den Gruppenumsatz bis 2024 zu verdoppeln, ein großes Stück näher, erklärte Vorstandsvorsitzender Esterer. Zur WTS-Gruppe gehört neben der Steuerberatungsgesellschaft WTS auch das Finanzberatungsunternehmen FAS, bei dem WTS 2017 als Mehrheitsgesellschafter eingestiegen ist.

Im Geschäftsjahr 2019/20 hatte WTS einen Gesamtumsatz von 168,5 Millionen Euro erzielt, das war ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfiel der Großteil von 140,3 Millionen Euro auf die Steuerberatung. WTS positioniert sich vor allem damit, dass die Gesellschaft im Gegensatz zu den Big-Four-Konkurrenten keine Wirtschaftsprüfungsleistungen anbietet – und es daher keine potentiellen Interessenskonflikte bei Kunden gibt. Profitieren dürfte WTS deshalb künftig vom Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG), das die gleichzeitige Prüfung und Steuerberatung bei ein und demselben Unternehmen verbietet

WTS kündigt weitere Personalie an

Für weiteres Wachstum sollen auch die 14 frisch berufenen neuen Partnerinnen und Partner sorgen. Es ist die bislang höchste Zahl an Aufnahmen in die Partnerschaft für die Steuerberatung. Zu den neuen Partnern gehören auch mehrere Neuzugänge, die WTS von den Wettbewerbern der Big Four in die eigenen Reihen geholt hat. Lars Behrendt (vormals KPMG), wird bei WTS die Leitung des Hamburger Büros von Eva Doyé übernehmen, die Ende 2021 altersbedingt ausscheidet.

Auch Matthias Schmidt sowie Nils Bleckmann, beide vom Wettbewerber EY zu WTS gekommen, sind neu in der Partnerriege. Für die Geschäftsfelder Financial Advisory und Transactions sicherte sich WTS die Dienste von Thomas Kupke (ehemals MSR Family Office und KPMG), der das neu aufgebaute und um fünf Personen erweiterte Corporate-Finance-Team verstärken soll.

Weitere Zugänge hat WTS bereits in Aussicht gestellt: Es solle bald „prominente Unterstützung durch einen weiteren Partner mit einem mehrköpfigen Team im Bereich M&A Advisory“ geben, kündigte das Unternehmen im Juli an. Dieser solle „in Kürze“ zum Unternehmen stoßen.

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Sabine Reifenberger ist Chef vom Dienst der FINANCE-Redaktion. Ihre redaktionellen Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, die Transformation der Finanzabteilung und Finanzierungsthemen. Seit 2012 moderiert sie beim Web-TV-Sender FINANCE-TV. Außerdem verantwortet sie den Themenhub FINANCE-Transformation, die Distressed Assets Konferenz und das FINANCE CFO Panel. Die Politologin volontierte bei einer Tageszeitung und schrieb während des Studiums als freie Journalistin unter anderem für das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.

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