Addleshaw Goddard zieht es an die Alster: Die britische Kanzlei eröffnet ihr erstes Deutschlandbüro in Hamburg.

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09.05.19
Banking & Berater

Addleshaw Goddard startet in Deutschland mit Bryan-Cave-Team

Die britische Kanzlei Addleshaw Goddard eröffnet ihr erstes Deutschlandbüro in Hamburg, das Startpersonal kommt vom Wettbewerber Bryan Cave Leighton Paisner. Dort ist nach der kürzlich vollzogenen Fusion einiges im Umbruch.

Ein ganzes Team verlässt Bryan Cave Leighton Paisner: Die Kanzlei, die vor wenigen Monaten aus der Fusion von Bryan Cave mit Berwin Leighton Paisner hervorgegangen ist, verliert zehn Kollegen an den britischen Wettbewerber Addleshaw Goddard.

Die bislang in Großbritannien, Asien und dem Nahen Osten vertretene Kanzlei eröffnet im Juni mit dem zehnköpfigen Anwaltsteam vom Konkurrenten ihren ersten Deutschlandstandort in Hamburg. Für Addleshaw Goddard ist es zugleich das erste Büro in Kontinentaleuropa. Die Kanzlei beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit knapp 250 Partner und fast 1.000 Anwälte in den vier Bereichen Corporate & Commercial, Finance & Projects, Litigation und Real Estate.

Addleshaw Goddard gewinnt Leue und Budelmann

Im Hamburger Startteam finden sich zwei Bryan-Cave-Anwälte der ersten Stunde: Michael Leue war 2007 Mitbegründer des deutschen Standorts und leitete das Geschäft in der Region als Managing Partner der Kanzlei in Deutschland.

Auch sein Kollege Eckart Budelmann gehörte 2007 zu dem deutschen Gründungsteam der Kanzlei. Beide sind spezialisiert auf M&A-Deals. Leue hat einen Industriefokus auf dem Transport- und Infrastruktursektor, Budelmann berät auch zu Distressed-Transaktionen. Beide waren zuvor unter anderem bei Buse Heberer Fromm tätig.

Neben Leue und Budelmann gehören die drei Partner Martin Lüderitz (Arbeitsrecht), Hubertus Schröder (M&A), Maximilian Karacz (M&A/Restrukturierung) sowie fünf weitere Anwälte zum Startteam von Addleshaw Goddard in Hamburg. Der Fokus des Büros soll auf den Bereichen M&A, Private Equity, Arbeitsrecht, Internationales Handelsrecht und Streitbeilegung liegen.

Bryan Cave verliert mehrere M&A-Anwälte

Für Bryan Cave ist der Verlust des Hamburger Teams nicht der erste seit der Fusion mit Berwin Leighton Paisner. Diese hat das Personalkarussell der Kanzlei ordentlich in Bewegung gesetzt. Der M&A-Bereich, der auch von den aktuellen Abgängen zu Addleshaw Goddard stark betroffen ist, verlor im vergangen Herbst bereits den M&A- und Private-Equity-Anwalt Tobias Fenck. Er wechselte zusammen mit zwei Associates zu Görg. Wenige Monate später folgte dann noch der Abgang der Transaktionsanwältin Kirsten Girnth, die zu der Frankfurter Kanzlei Rittershaus wechselte.

Dem Fachportal „Juve“ zufolge sollen von Juni an noch fünf Anwälte für Bryan Cave Leighton Paisner in Hamburg tätig sein. Die Kanzlei wolle aber an dem Standort festhalten. Die Anwälte des seit 2011 in Deutschland präsenten Fusionspartners Berwin Leighton Paisner machen dem Fachportal zufolge nach den Abgängen aus den Reihen von Bryan Cave inzwischen den wesentlichen Teil der deutschen Praxis von Bryan Cave Leighton Paisner aus.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de