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Mazars stärkt ESG-Beratung mit Zukauf

Christoph Regierer (links), Sprecher des Management Boards von Mazars in Deutschland, und Michael Winter, Gründer von Stakeholder Reporting, gaben die Übernahme der Hamburger durch Mazars bekannt. Foto: Mazars / Stakeholder Reporting
Christoph Regierer (links), Sprecher des Management Boards von Mazars in Deutschland, und Michael Winter, Gründer von Stakeholder Reporting, gaben die Übernahme der Hamburger durch Mazars bekannt. Foto: Mazars / Stakeholder Reporting

Nachhaltigkeitsberichtspflichten werden für deutsche und europäische Unternehmen immer wichtiger – etwa durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und das Lieferkettengesetz. Diesen Trend hat auch Mazars erkannt und erhöht seine Schlagkraft in Sachen Sustainability-Beratung: Zum Jahresende übernimmt Mazars die Nachhaltigkeitsberatung Stakeholder Reporting, wie das Next-Six-Haus bekanntgab.

Nachhaltigkeitsteam mit rund 100 Mitarbeitern

Mazars gewinnt mit der in Hamburg ansässigen Nachhaltigkeitsberatung insgesamt rund 70 Berater und verstärkt damit sein Team im Sustainability-Bereich eigenen Angaben zufolge auf knapp 100 Mitarbeiter für den deutschsprachigen Raum. Damit möchte das Next-Six-Haus dem steigenden Bedarf im Bereich der ESG- und Nachhaltigkeitsberatung begegnen. Alleine in Deutschland gehen die Franzosen von rund 15.000 Unternehmen aus, die künftig unter die Jurisdiktion der CSRD der Europäischen Union fallen werden.

„Mit dem Anschluss von Stakeholder Reporting verknüpfen wir das Mazars-Kerngeschäft des finanziellen Reportings noch stärker mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung”, kommentiert Christoph Regierer, Sprecher des Management Boards von Mazars in Deutschland, die Übernahme. Zufrieden über den Deal zeigt sich auch Stakeholder-Reporting-Gründer Michael Winter. „Wir haben mit Mazars einen Wunschpartner gefunden”, so Winter.

Mazars ist alleiniger Gesellschafter

Die Eigentumsverhältnisse sind dabei klar: Mazars übernimmt als alleiniger Gesellschafter alle Anteile an der im Jahr 2002 gegründeten Stakeholder Reporting. Dabei wolle man die Hamburger zunächst als Marke unter dem bisherigen Namen in die Unternehmensgruppe integrieren, kündigte Mazars an. Zum Kaufpreis haben sich beide Beratungshäuser bislang nicht geäußert.

Strategisch will sich Mazars, das 1945 von Robert Mazars als Wirtschaftskanzlei in Rouen gegründet wurde, mit dem Zukauf im Nachhaltigkeitsreporting stärken. Das Kerngeschäft der Finanzberichterstattung solle künftig enger mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung verknüpft werden, teilte das Next-Six-Haus mit.

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Mazars auf Platz 8 in Deutschland

Mit dem Zukauf erweitert Mazars den Bereich Nachhaltigkeit schon zum zweiten Mal in diesem Jahr. Bereits im Juli hatte das Next-Six-Haus das Thema ESG zur Chefsache gemacht und Philipp Killius als Head of Sustainability/ESG an Bord geholt. Killius, der die Nachhaltigkeitsberatung bei Mazars ausbauen soll, war mit zehn Kollegen von Kirchhoff Consult zu Mazars gewechselt.

In Deutschland kommt Mazars mit 1.800 Mitarbeiter an zwölf Standorten, darunter auch in Hamburg, nach Umsatz auf Platz 8 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften. Im vergangenen Jahr erzielte Mazars in Deutschland einen Umsatz von 204 Millionen Euro. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020/2021 um zwölf Prozent. Damit liegt das Next-Six-Haus in Deutschland aktuell hinter den Big Four PwC, EY, KPMG und Deloitte sowie den Mitbewerbern BDO, Ebner Stolz und Rödl & Partner auf Platz 8.