Acht Jahre sind vergangen, seit Bayer die Übernahme von Monsanto im Frühjahr 2016 angekündigt hat. Ich kann mich noch gut an die damalige Zeit erinnern, der Deal war gigantisch und hatte transformatorisches Potential. Doch von Anfang an war er auch umstritten, viel Widerstand regte sich bei Aktionären und der Belegschaft, die mit dem Kauf von Monsanto fremdelten. „Wir müssen anerkennen, dass viele Investoren eine so große Transaktion im Bereich Crop Science nicht erwartet haben“, sagte der ehemalige Johannes Dietsch damals gegenüber FINANCE.
Viel Zeit ist seit dem Gespräch mit dem CFO vergangen – und doch hat sich die Situation bei Bayer keineswegs entspannt. Der Aktienkurs liegt weit unter einstigen Höchstständen, die Schuldenlast ist immer noch erschreckend hoch, geben auch Analysten von Moody’s zu bedenken. Und immer noch liegen Gerichtsurteile in der Luft, die Bayer schon Millionen gekostet haben. Dietschs Nachfolger im CFO-Amt, Wolfgang Nickl, muss nun die Finanzen managen und mit Bayers (noch) neuem Chef Bill Anderson an einem Befreiungsschlag arbeiten. Vor kurzem gastierte Nickl bei der Investorenkonferenz von Kepler Cheuvreux im Frankfurter Hilton. Der große Tag wird aber der Kapitalmarkttag am 5. März in London sein.
Dass der alles andere als leicht sein wird, zeigen unsere Recherchen für das neue FINANCE-Magazin, das heute bereits als E-Paper erscheint. Geneigte FINANCE+-Abonnenten konnten die Geschichte bereits am vergangenen Dienstag lesen.
René Benkos Trümmerhaufen
Deutlich dramatischer als bei dem Dax-Konzern Bayer, der trotz aller strategischen Herausforderungen finanziell als solide gilt, ist die Lage im Signa-Imperium. Wir widmeten dem Immobilien- und Handelsunternehmen die vergangene Titelgeschichte (November/Dezember 2023). Seit der Veröffentlichung ist viel geschehen, die Lage gleicht nach zahlreichen Insolvenzen einem Trümmerhaufen, bei dem die Insolvenzverwalter inzwischen versuchen, das zu retten, was noch zu retten ist. Ein schwieriges Unterfangen, keine Frage.
Wir liefern den Überblick: Welche Gesellschaften sind pleite? Welche Banken sind wie engagiert? Welche Investoren haben Geld im Feuer? Unsere große Analyse zeigt, was sich seit November getan hat.
Private Equity und M&A im Zinsschock
Ein wichtiger Grund für das taumelnde Benko-Reich war der Zinsschock des vergangenen Jahres. Aber der wirkt sich gesamtwirtschaftlich aus. Auch den Private-Equity-Boom der vergangenen zehn Jahre hat er erst einmal ausgebremst. Das zeigt exklusiv unsere Liste der Midmarket Buy-outs – Deals runter, Volumen auch. Eine Bestandsaufnahme aus dem PE- und M&A-Bereich bringt unser Schwerpunkt M&A und Private Equity. Und wird dieses Jahr sicher wieder zu spannenden Diskussionen von Brancheninsidern bei der 21. Deutsche Investorenkonferenz im Frankfurter Westhafen führen.
Wann taut der PE- und M&A-Markt wieder auf? Experten sind halbwegs optimistisch, denn im Laufe des Jahres dürften die Zentralbanken die Zinsen senken. Mittelfristig werden die Deal-Finanziers auch wieder einen größeren Appetit haben.
Ein Knackpunkt wird hingegen das Fundraising bleiben. Ob sich das Umfeld entspannt, hängt maßgeblich davon ab, ob es Private Equity gelingt, die derzeitige Deal-Klemme zu lösen. Denn nur dann haben die institutionellen Investoren auch wieder Kapital, das sie reinvestieren können. Dass ein Teil des Geldes dann wieder in Private Equity fließt, davon ist auszugehen, denn die institutionellen Investoren benötigen die Renditen, die gute PE-Gesellschaften liefern.
Tabuthema Süchte bei Top-Managern
Rendite, Präsentationen, Strategie – das Leben der Top-Manager, zu denen auch die CFOs gehören, ist turbulent und fordernd. Sie sind fast andauernd angehalten zu performen, vor Mitarbeitern, Investoren und nicht zuletzt im privaten Kontext. Deshalb liegt es nahe, dass einige sich mit Drogen wie Kokain aufputschen.
Herunterkommen bei dem Stress ist auch nicht leicht, deshalb bringen sich einige abends mit Alkohol oder anderen Mitteln wieder runter. Während ein Burn-out gesellschaftlich noch halbwegs akzeptiert ist, gilt das für Drogen und Süchte weniger. Wir haben für Sie mit Spezialisten darüber gesprochen, was sie wahrnehmen und wie man aus dem Teufelskreis ausbrechen kann.
Info
Außerdem haben sich Deutsche-Bank-Corporate-Chef Jan Philipp Gillmann und Varta-CFO Marc Hundsdorf im Interview den Fragen von FINANCE gestellt. Weitere umfassende Analysen zu Windanlagenbauern und Finfluencern sowie viele weitere spannende Themen finden Sie im neuen FINANCE-Magazin, das heute schon als E-Paper erhältlich ist.
Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.
